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In Liga 2 ist kein Überflieger in Sicht

Aufstiegsanwärter In Liga 2 ist kein Überflieger in Sicht

Sorgenvolle Gesichter gibt es zurzeit nicht nur bei Hannover 96. Auch bei anderen Aufstiegsanwärtern in der 2. Fußball-Bundesliga läuft längst nicht alles rund. Eine Bestandsaufnahme.

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Unzufrieden: Obwohl sich die Mannschaft feiern ließ, gab es nach dem Spiel gegen Aue kritische Worte.

Quelle: Maike Lobback

Hannover. Hannover. Ist es Jammern auf hohem Niveau oder sind die Sorgen vieler 96-Fans berechtigt? Nach dem spielerisch enttäuschenden 2:0-Sieg im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue waren sich die meisten Anhänger der „Roten“ einig: Gegen so einen Gegner hätte der Fußball-Zweitligist ganz anders auftreten müssen. Zu der Fraktion der Unzufriedenen gehört auch 96-Clubchef Martin Kind, der sich wie die meisten Zuschauer lediglich mit dem Ergebnis anfreunden konnte. Auch 96-Profi Martin Harnik äußerte sich kritisch. Einstudierte Laufwege und Spielzüge seien nicht umgesetzt worden, sagte der 29-Jährige.

Der Ruf nach Dominanz und Souveränität im Umfeld des Aufstiegsfavoriten wird - auch mit Blick auf die kommende Saison, in der 96 wieder erstklassig sein soll, immer lauter. Drei Punkte allein reichen eben nicht bei den Ansprüchen des Absteigers, der die direkte Rückkehr in die 1. Liga für sich zur Pflicht und zum unbedingten Muss gemacht hat.

Doch das ist kein rein hannoversches Problem. Auch die anderen Mannschaften, die sich derzeit im Aufstiegskampf befinden, lassen die bei 96 geforderten Attribute vermissen. Es gibt keinen Club, der marschiert, der unantastbar wirkt. Tabellenführer Eintracht Braunschweig ebenso wenig wie Verfolger VfB Stuttgart oder der 96-Gegner Fortuna Düsseldorf. Die „Rheinländer rangieren zwar in der Tabelle hinter dem 1. FC Heidenheim auf Rang fünf, dürften aber mehr Substanz haben als die Ostwürttemberger. Aber auch Teams wie Dynamo Dresden als Sechster und Union Berlin liegen aussichtsreich im Rennen um die Plätze, die die Bundesliga bringen. Für sie alle gilt im bisherigen Saisonverlauf: Die Konstanz fehlt. Galaauftritten folgen unerklärliche Leistungseinbrüche. So sieht’s bei den 96-Konkurrenten aus:

Eintracht Braunschweig

Als eingespieltes, torgefährliches Team mit einer variablen Taktik bestimmten die Braunschweiger anfangs die Partien, wie man es von einem Spitzenreiter erwarten darf. Seit drei Spieltagen ist aber der Wurm drin beim BTSV, nicht nur punktemäßig. Die Souveränität ist abhanden gekommen. Das liegt weniger daran, dass der Mannschaft etwa die Luft ausgeht, sondern vielmehr an der gestiegenen Aufmerksamkeit. Die Erfolge wurden anfangs zwar von der Konkurrenz registriert, aber doch nicht richtig ernst genommen. Jetzt ist man zu einem aussichtsreichen Aufstiegskandidaten geworden – und gegen den Tabellenführer geben andere Teams gern noch einmal 5 Prozent mehr als sonst. Seit die Gegner anders auftreten, hat die Eintracht auch etliche Probleme im gesamten Defensivverhalten – das belegt die hohe Zahl an Großchancen, die man dem Gegner seitdem gestattet. 

VfB Stuttgart

Die Schwaben sind wie Mitabsteiger Hannover 96 klarer Aufstiegsfavorit. Sie liegen als Tabellenzweiter auch gut im Rennen. Aber es war ein langer, abwechslungsreicher Weg für den VfB, dorthin zu kommen. Es gab Ärger in der Sportlichen Führung; Jan Schindelmeiser, Vorstand Sport, und der damalige Trainer Jos Luhukay hatten komplett unterschiedliche Auffassungen über die weitere Ausrichtung. Daraufhin musste der Coach gehen. Er wurde bereits Mitte September von Dortmunds Nachwuchstrainer Hannes Wolf ersetzt. Seitdem geht es für die Stuttgarter zwar aufwärts, die Ausschläge in der Leistung aber bleiben. So ging das topbesetzte Team bei Aufsteiger Dynamo Dresden sang- und klanglos mit 0:5 unter, feierte aber auch deutliche Siege wie gegen Greuther Fürth (4:0).

Ein Spiegelbild des bisherigen Auftretens des VfB zeigt das jüngste Spiel bei Union Berlin (1:1). Der VfB bestimmte die Partie, führte mit 1:0 – ein Erfolg hätte ihm gar die Tabellenführung gebracht. Doch es kam wie so oft anders. Man nahm sich zurück, und ein individueller Fehler kostet den Schwaben den erhofften Sieg. „Wir sind wieder in die Passivität abgedriftet“, sagte Sportvorstand Schindelmeiser. Und Kapitän Christian Gentner sagte dann etwas, was man so oder so ähnlich auch in Hannover hört: „Wir sind nicht die Übermannschaft der Liga. Jedoch ein Team von ganz oben – aber mit anderen zusammen.“

Fortuna Düsseldorf

Die Rheinländer, Freitagabend Gastgeber von Hannover 96, sind so etwas wie die Wundertüte der Liga. Gefühlt spielen sie eine durchwachsene bis schwache Saison – und sind dennoch Fünfter, nur zwei Punkte hinter den „Roten“. Sie haben auch erst drei Spiele verloren, darunter ist allerdings eine herbe 0:3-Heimklatsche gegen Dynamo Dresden. Und in Hannover erinnert man sich äußerst gern an das DFB-Pokalspiel gegen die Fortuna. 6:1 hieß es am Ende für 96, und Düsseldorf hatte sich da eher wie ein Abstiegskandidat präsentiert denn wie ein ambitioniertes Team.

Doch die unerfahrene Mannschaft des routinierten Trainers Friedhelm Funkel zeigte auch oft ein anderes Gesicht: So gewann Fortuna als bisher einziges Team bei Union Berlin (96 verlor dort 1:2), überrannte Arminia Bielefeld beim 4:0 und zeigte selbst beim 1:2 in Braunschweig eine klasse Leistung. Konstanz sieht jedoch anders aus.

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