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Ist denn keiner stark genug für die Profielf?

Talente bei Hannover 96 Ist denn keiner stark genug für die Profielf?

Die Talente von Hannover 96 kommen regelmäßig zum Einsatz – bei Testspielen oder in der Regionalliga. Vom nächsten Bundesligaspiel der „Roten“ am 12. September gegen Borussia Dortmund können sie allerdings nur träumen. Denn im 18-Mann-Kader ist für die jungen kein Platz.

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Waldemar Anton hat derzeit die größten Chancen, es in den Profikader zu schaffen.

Quelle: Sielski

Hannover. In Tagen wie diesen, in denen sich in der Region viele Menschen Gedanken darüber machen, wie Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga nach dem Saisonfehlstart wieder auf die Beine kommt, legen Testspiele wie gegen Germania Egestorf/Langreder (6:0) und heute (17.30 Uhr) beim Rothenburger SV die Idee nahe: Haben denn die „Roten“ keinen Spieler in ihrer Amateurelf oder bei den A-Junioren, mit dem Trainer Michael Frontzeck auch in der Bundesliga mal überraschen kann - den Gegner, die eigenen Fans und vielleicht sogar seine etablierten Profis? So wie im November 2003 Ralf Rangnick, als er einen gewissen Per Mertesacker, damals 19 Jahre jung, im Auswärtsspiel in Köln in die Startelf stellte?

Gegen den Oberligisten Egestorf schossen auch Niklas Feierabend und Roman Prokoph ein Tor. Feierabend spielt normalerweise bei den A-Junioren, Prokoph trifft regelmäßig für die U23 in der Regionalliga. Vom nächsten Bundesligaspiel der „Roten“ am 12. September gegen Borussia Dortmund können sie nur träumen. Wie alle anderen Talente auch. Aber woran liegt das? Traut sich Frontzeck beim Thema Nachwuchs wie seine Vorgänger nichts? Oder haben die Nachwuchsspieler kein Bundesligatalent?

Es ist ein kompliziertes Thema, bei dem es auch um den Mut und das Bauchgefühl eines Trainers geht. Frontzeck kann die Leistungsstärke besser beurteilen als Fans oder Journalisten. Es spricht deshalb viel dafür, dass er beispielsweise völlig korrekt die Leistungen von Hiroki Sakai und Waldemar Anton einordnet und - wie geschehen - der eine (Sakai) dann gegen Mainz spielt und der andere (Anton) gegen Wolfsburg II. Was aber wäre passiert, wenn Anton die Chance gegen Mainz bekommen hätte? Hätte er es wirklich schlechter gemacht?

Die Fakten jedenfalls sehen so aus: Von den fünf Talenten, die im Trainingslager vor der Saison dabei waren (Anton, Niklas Teichgräber, Sebastian Ernst, Noah-Joel Sarenren-Bazee und Valmir Sulejmani), stand gegen Darmstadt, Leverkusen und Mainz keiner im 18-Mann-Kader. Per Mertesacker übrigens wurde in seinem ersten Bundesligaspiel nach 45 Minuten ausgewechselt und musste danach vier Monate warten bis zum zweiten Einsatz. Ein Jahr später war er Nationalspieler.

Sackgasse Regionalliga

Fünf Talente der „Roten“ waren noch im Trainingslager der Bundesligaprofis Ende Juli in Saalfelden dabei. Fünf, Niklas Teichgräber (19), Waldemar Anton (19), Sebastian Ernst (20), Noah-Joel Sarenren-Bazee (18) und Valmir Sulejmani (19), wurden nach den Tagen von Österreich zurückgeschickt in die 96-Regionalligaelf. „Als junger Spieler musst du die etablierten unter Druck setzen“, sagte Trainer Michael Frontzeck – diesen Eindruck hatte er nicht. Nur Waldemar Anton durfte bleiben.

Eine Bestandsaufnahme:

Waldemar Anton: „Waldemar hat sich sehr gut präsentiert“, sagte der Trainer nach der Woche in Saalfelden. Er ist von Hause aus Innenverteidiger, Frontzeck setzte ihn aber meistens als Rechts- oder Linksverteidiger ein, so auch am Test am Mittwochabend in Barsinghausen. Der 19-Jährige machte da wie auch sonst meistens einen soliden Eindruck. Bei den bisherigen Pflichtspielen tauchte der 19-Jährige bisher jedoch noch nicht im 18-er Kader der Profis auf. Macht in der Regionalliga einen guten Job – allerdings im defensiven Mittelfeld.

Sebastian Ernst: Dem eleganten Techniker war als erstem der Sprung in diesem Jahr zugetraut worden. Doch inzwischen ist er meilenweit von der Bundesliga entfernt und findet auch in der 4. Liga nicht zu seiner Form. Ein Rückschlag für den sensiblen Spielmacher war auch, dass 96 ihm mit Allan Saint-Maxminin einen 18-jährigen aus Frankreich vor die Nase setzte.

Valmir Sulejmani: Der Offensivspieler wollte sich nicht wie in der nicht wie in der vergangenen Saison (Union Berlin) ausleihen lassen, sondern will sich bei den „Roten“ durchsetzten. Bisher mit geringem Erfolg: Zuletzt wurde er selbst in der Regionalligaelf nur eingewechselt.

Niklas Teichgräber: Müsste mehr aus sich herauskommen. Der Linksverteidiger fiel im Trainingslager nicht auf und machte auch in der Viertligaelf bisher wenig Werbung in eigener Sache.

Noah-Joel Sarenren-Bazee: Spielt in der 4. Liga im rechten Mittelfeld und hat trotz guter Anlagen viel, viel Luft nach oben.

Tim Dierßen: Schoss noch in der Vorbereitung ein Tor im Testspiel der Profis. Inzwischen lediglich Einwechselspieler in der Regionalliga.

Roman Prokoph: Der Torjäger der Regionalligamannschaft zeigt in jedem Spiel, dass er will. Er gibt kämpferisch immer alles. Und beim Test in Barsinghausen bewies er, dass er auch bei den Profis treffen kann.

Das Urteil nach den ersten Regionalligaspielen: Einigen scheint der unbedingte Wille oder die nötige Robustheit für eine Profikarriere zu fehlen, anderen wohl auch etwas Talent. gru/bo

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