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Ist der 96-Aufstieg in Gefahr?

Analyse nach der Dresden-Niederlage Ist der 96-Aufstieg in Gefahr?

Hannover 96 hat nach der Niederlage gegen Dynamo Dresden fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Eintracht Braunschweig. Die ersten Fans werden nervös. Wird doch nichts aus der Rückkehr in die erste Liga? Oder ist alles nur Panikmache?

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Am Boden: Sebastian Maier. Trifft das auch auf seine Mannschaft zu?

Quelle: Petrow

Hannover. Martin Kind, der Clubchef des Zweitligisten Hannover 96, hatte vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden erzählt, dass er sich am Saisonende „nur notfalls“ mit dem dritten Tabellenplatz anfreunden könnte. Kind, da lässt er nicht mit sich reden, erwartet den direkten Aufstieg, das Risiko, als Dritter in der Relegation zu scheitern, will er gar nicht erst eingehen.

Wie es das Fußballleben manchmal so will, rutschte 96 nach dem Spiel gegen Dresden und der ersten Saisonniederlage (0:2) ausgerechnet auf diesen dritten Platz ab, glücklicherweise am vierten und nicht am 34. Spieltag. „96 wird entzaubert“, schrieb gestern die „Neue Presse“, die „Bild“-Zeitung sieht einen „alarmierenden Trend“. Muss man sich bereits jetzt schon wieder Sorgen um die „Roten“ machen? Ist das Saisonziel in Gefahr? Oder ist das die normale Nervosität, die Hannoveraner erfasst, wenn Eintracht Braunschweig fünf Punkte besser dasteht?
Vielen Fußballfans geht das alles zu schnell und ist das alles viel zu dramatisch, wenn man die Reaktionen in den sozialen Netzwerken und diversen 96-Foren verfolgt. Okay, 96 habe nicht toll gespielt gegen Dresden, aber nach einer Niederlage müsse man nicht in Panik ausbrechen, erst recht nicht nach vier Runden. So sieht es die eine Seite. Andere Fans erinnern daran, dass Greuther Fürth bereits am zweiten Spieltag in der HDI-Arena die Punkte hätte entführen können, so viele Möglichkeiten habe die 96-Mannschaft den am Ende mit 1:3 unterlegenen Franken ermöglicht. Steht 96 also vor einem grundsätzlichen Problem, das schnellstens gelöst werden muss, damit es nicht mehr böse Überraschungen gibt? Steckt der Fehler im System?

Zufall oder nicht: Der VfB Stuttgart, der anderer Erstligaabsteiger und Wiederaufstiegsfavorit, hat sogar schon zweimal verloren und dazu hausinterne Probleme, da Sportvorstand Jan Schindelmeiser und Trainer Jos Luhukay ihre Abneigung füreinander nicht verbergen können. Haben die beiden Großen trotz aller Beteuerungen die Unwägbarkeiten in der 2. Liga unterschätzt?

Vielleicht ging alles ein bisschen zu einfach am Anfang. Das macht leichtsinnig. Beim Auftaktsieg in Kaiserslautern (4:0) machten die „Roten“ aus fast jeder Chance einen Treffer. Und da waren von den beiden Star-Einkäufen Martin Harnik und Niclas Füllkrug der eine (Füllkrug) gar nicht und der andere (Harnik) nur ein paar Minuten dabei. Gegen Dresden standen beide in der Startformation, aber 96 wirkte wie eine Mannschaft, die ihre Balance verloren hat und mit den vielen taktischen und personellen Alternativen noch nichts anzufangen weiß.
„Besitzt 96 einen Plan B für den Erfolg?“, fragte das Fachmagazin „kicker“. Dass die Mannschaft in vermutlich 32 von 34 Spielen mehr Ballbesitz haben wird, stand vor Saisonbeginn fest. Aber 60 Prozent wie gegen Dresden sind noch keine FC-Bayern-Dimension, und natürlich macht es keinen Sinn, sich plötzlich in Heimspielen zurückzuziehen, nur um mehr Platz vorn zu bekommen. Die Qualität, Ballbesitz in Tore umzuwandeln, besitzt 96 – vielleicht einfach nur noch nicht in jedem Spiel.

23 Torschüsse gaben die 96-Profis gegen Dresden ab. Das ist ein sehr ordentlicher Wert, das Problem zeigt sich beim genaueren Hingucken: Nur sechs der Schüsse gingen tatsächlich auf das Tor, der Rest flog vorbei oder wurde abgeblockt. Verbessert sich die Präzision im Abschluss, wird zumindest dieses Problem nicht von Dauer sein.

Schwieriger gestaltet sich die Suche nach einer Lösung für mehr defensive Stabilität. Nach wie vor macht es 96 den Gegnern zu einfach, zu Torchancen zu kommen. Nur ein Abwehrproblem ist das nicht. Im Mittelfeldzentrum schafft es 96 wie gegen Dresden zu selten, die Bälle zu erobern. Das liegt daran, dass einer wie Sebastian Maier sehr offensiv agiert, aber auch daran, dass es den emsigen Manuel Schmiedebach und Iver Fossum an Schnelligkeit fehlt. Durch die Rote Karte von Salif Sané (über die Sperre wird heute oder morgen entschieden) bleibt die naheliegende Lösungsmöglichkeit, den Senegalesen aus der Abwehr ins Mittelfeld zu stellen, Stendel erst einmal verwehrt.

Sonntag (13.30 Uhr) geht es nach Bielefeld zur Arminia, die beim 1:2 gegen St. Pauli ganze zwei Torchancen, resultierend aus Freistößen, besaß. Zwei Torchancen in 90 Minuten. Ein Blick zur Seite zeigt manchmal, wie gut man es selbst eigentlich hat.     

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