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Jubeln über ein Tor in Bremen? „Na klar“, sagt Schaaf

Nordderby Jubeln über ein Tor in Bremen? „Na klar“, sagt Schaaf

41 Jahre war Thomas Schaaf beim SV Werder Bremen. Doch beim Wiedersehen interessieren den aktuellen Trainer von Hannover 96 nur seine „Roten“ – und drei Punkte.

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Trotz seiner langen Trainer-Historie bei Werder will 96-Trainer Thomas Schaaf Sonnabend bei einem Tor für die "Roten" in Bremen jubeln.

Quelle: dpa

Hannover. Siegen oder Abflug Richtung 2. Liga: Werder Bremen gegen Hannover 96 - die morgige Partie ist für die „Roten“ existenziell im Überlebenskampf der Fußball-Bundesliga. Es geht um die letzte Chance. Das „wohl“ kann man gepflegt weglassen. So realistisch muss man nach der eigenen 0:4-Klatsche gegen Wolfsburg und den Siegen der beiden größten Konkurrenten Werder und 1899 Hoffenheim sein. 96 hat nach Aussagen von Spielern und Trainer noch zehn Endspiele vor der Brust, aber wenn es morgen in Bremen (Anpfiff ist um 15.30 Uhr) schiefgeht, dann taugen die restlichen neun Saisonspiele höchstens als Vorbereitung auf die ungeliebte 2. Liga.

Es ist verständlich, dass Thomas Schaaf versucht, die Bedeutung dieser Begegnung herunterzuspielen. Der 96-Trainer will den immensen, aber selbst verschuldeten Druck, der ohnehin auf seiner Mannschaft lastet, nicht noch erhöhen. Es bleibt bei dem Bemühen, die Ausgangslage ist zu eindeutig.

Schaaf gelingt es jedoch, klarzumachen, dass er - wieder einmal - fest an seine Mannschaft glaubt. Er traut ihr zu, im Weserstadion zu gewinnen, das man getrost als sein Wohnzimmer bezeichnen kann. Der 54-Jährige ist bei Werder groß geworden, war 41 Jahre für den Club erst als Spieler und dann als Trainer aktiv. Das reizt natürlich zu Nachfragen zur Rückkehr. Schaaf hat sie schon x-mal gehört und genauso oft beantwortet. Er tut es auch diesmal, kann sich aber einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. „Klar gibt es viele Geschichten dazu“, sagt der Coach, „sie sind doch zigmal erzählt. Ich habe immer das Gefühl, es ist langweilig. Aber für Sie anscheinend nicht.“

Mit Nachdruck erklärt er, dass die Arbeit dort, also in Bremen, für ihn abgeschlossen sei. „Mein Job ist es, Trainer zu sein“, sagt er, „und jetzt bin ich Trainer von Hannover 96 und werde alles dafür tun, dass wir ein gutes und erfolgreiches Spiel leisten. Meine ganze Konzentration gilt meiner Mannschaft.“

Darum wäre es für Schaaf ganz normal, ausgelassen zu jubeln, wenn 96 ein Tor im Weserstadion schießen sollte. Von der Sitte einiger Profis, die Emotionen bewusst zurückzuhalten, wenn sie gegen ihren früheren Club getroffen haben, hält er gar nichts. „Es ist sogar meine Pflicht, dass ich mich für meine Mannschaft freue, wenn wir gewinnen“, sagt er. „Das hätte doch nichts mit fehlendem Respekt gegenüber den Bremern zu tun. Es ist viel wichtiger, dass man seinem aktuellen Verein Respekt zeugt, dass man aufzeigt, dass man sich mit seiner Aufgabe identifiziert.“ Er müsse sich doch freuen können, sagt Schaaf, „wenn wir mit einem Erfolg den anderen Clubs einen Schritt näher kommen, wieder Tuchfühlung zu den anderen Plätzen bekommen.“

Um einen jubelnden Schaaf zu sehen, müssten die „Roten“ allerdings ihre größte Schwäche abstellen - das Herausspielen und dann noch das Verwerten von Torchancen. Immer auf Treffer nach Standards wie gegen Stuttgart kann und darf man sich nicht verlassen. Der Trainer nennt es den „entscheidenden Punkt, ein großes Thema bei uns“. Morgen muss es passen, sonst erlebt man einen stillen Schaaf und das Ende aller Hoffnungen.

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