Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
96 blickt in den Abgrund

Kommentar zu Frontzecks Rücktritt 96 blickt in den Abgrund

Es wird viel spekuliert, ob Frontzecks Rücktritt wirklich ein Entschluss aus freien Stücken war. Wie auch immer: Es ist richtig, dass 96 den Umbruch ohne ihn machen kann. Bei der Wahl des Nachfolgers darf Bader und Kind kein Fehler unterlaufen. Dabei drängt sich ein Name besonders auf. Ein Kommentar von Heiko Rehberg.

Voriger Artikel
Der erste Neue bei 96 ist ein „Sechser“
Nächster Artikel
Wer übernimmt bei Hannover 96?

Verdient Anerkennung dafür, dass er nicht an seinem Posten klebt: Michael Frontzeck.

Quelle: dpa

Es sollte doch alles besser werden. Der Fußball bei Hannover 96, das Management und die Erfolgslage ohnehin. Und nun? Willkommen in einer Neuauflage der Fußball-Chaostage an der Leine. Die Mannschaft steht dort, wo sie mit der schlechtesten Hinrundenbilanz seit dem Wiederaufstieg 2002 hingehört: auf einem Abstiegsplatz. Nach dem Rücktritt von Michael Frontzeck ist der Club zum zweiten Mal in diesem Jahr in höchster Not auf Trainersuche. Und die Verantwortlichen tasten sich mühsam durch den  selbst angerichteten Schlamassel. Nichts ist besser geworden.

Michael Frontzeck hat seinen Rücktritt als Trainer von Hannover 96 verkündet. Nun braucht der Verein einen neuen Coach. Das sind die möglichen Kandidaten für die Nachfolge.

Zur Bildergalerie

Die „Roten“ haben damit in der Region sogar die unglaublichen Fußballfunktionäre Sepp Blatter und Michel Platini aus den Schlagzeilen gekickt. So grundlegend unterschiedlich die Themen in Fifa und Verein  sind, gibt es doch Gemeinsamkeiten: Es geht um Glaubwürdigkeit, Krisenmanagement, Transparenz im Fußball – und darum, wie eine Struktur in Verband oder Verein aussehen muss, damit sie trägt.

Hannover 96 hat Michael Frontzeck als Trainer für die letzten fünf Saisonspiele verpflichtet.

Zur Bildergalerie

Es wird nun viel spekuliert werden, ob der Fußballlehrer Frontzeck wirklich aus freien Stücken zurückgetreten ist. Wenn die 96-Verantwortlichen dem erfolglosen Trainer eine Brücke bauen wollten, die ihm hilft, das Gesicht zu wahren, dann wäre das ehrenwert. Doch mit einem wirren Hin und Her zwischen Jobgarantie vor dem Bayern-Spiel, Rumeierei danach und in „Ja, aber...“-Sätze gekleidete Vertrauensbekundungen hat 96 die Chance vertan, die nötige Trennung von Frontzeck sauber zu gestalten. Wie man Trainerwechsel managt, hat gerade einmal mehr der FC Bayern gezeigt, der ohne Begleitmusik die Verpflichtung des Weltklassemanns Carlo Ancelotti perfekt gemacht hat.

Alle Infos zu Frontzecks Rücktritt

Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zum Rücktritt des Trainers am Montagmorgen.

Das Fußballunternehmen Hannover 96 hat im Oktober mit der Einstellung von Geschäftsführer Martin Bader einen Strukturwandel eingeleitet – bisher ohne Erfolg. Noch immer ist offen, ob nun Bader oder doch Eigner Martin Kind das operativen Geschäft führen. Wer gibt die Linie vor, wer ist in einer Krise wie jetzt bei der Trainerdebatte oder kürzlich bei den Randalen von Ultras in einem Regionalzug die Stimme des Vereins? Nach außen wirkt das Konstrukt anfällig, inkonsequent und nicht zu Ende gedacht.

Namen wie Rolf Paetz, Karl-Heinz Mühlhausen und Hannes Baldauf gehören genauso zur 96-Trainer-Geschichte wie Tayfun Korkut, Mirko Slomka und Ralf Rangnick. Die Trainer von Hannover 96 seit 1963:

Zur Bildergalerie

Viele aktuelle Probleme sind hausgemacht. Niemals hätte Manager Dirk Dufner, der schon auf dem Absprung war, mit der Kaderplanung für die laufende Spielzeit beauftragt werden dürfen. Es war Kinds größter Fehler, noch folgenreicher als das Versäumnis, Manager Jörg Schmadtke nicht zu halten. Alles was 96 jetzt unternimmt, sind riskante und kostspielige Reparaturarbeiten im laufenden Betrieb. In vier Wochen müssen praktisch eine neue Mannschaft und ein neuer Trainer her. 96 balanciert so nahe wie noch lange nicht am Abgrund zur 2. Liga. Und der Trainermarkt gibt momentan nicht viel her. Die Gefahr, daneben zu greifen, ist groß. Vielleicht am allerwenigsten bei einem wie Thomas Schaaf.

Was meinen Sie?

Die Entscheidung ist gefallen: Michael Frontzeck wirft als Trainer von Hannover 96 das Handtuch. Die richtige Entscheidung?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rücktritt von Michael Frontzeck
Hannover 96 musste am Montag den Rücktritt von Trainer Michael Frontzeck bekannt geben.

Michael Frontzeck spürte kein Vertrauen mehr und erklärte am Montag seinen Rücktritt als Trainer von Hannover 96. Dabei hatte er seine Zuversicht nicht verloren: "Wir hätten den Klassenerhalt erneut geschafft“, war er sich sicher. Dennoch warf er das Handtuch - allerdings nicht ganz freiwillig.

mehr
Mehr aus Hannover 96
Einzelkritik: 96 gegen Heidenheim

Hannover 96 gegen 1. FC Heidenheim: So waren die Spieler der "Roten" in Form.

Anzeige
Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr