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Krawalle bei 96-Spiel in Enschede

Europa League Krawalle bei 96-Spiel in Enschede

Viele hundert Hannover-96-Fans haben sich auf den Weg nach Enschede gemacht, um die "Roten" anzufeuern. Einzelne hatten offenbar anderes im Sinn: Vor und nach dem Spiel kam es zu Schlägereien.

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Auf einmal fliegen Stühle: Am Lokal „Zozo“ in Enschedes Innenstadt provozierten 96-Fans niederländische Anhänger, die mit Randale reagierten.

Quelle: Florian Petrow

Enschede. Marc Jessen ist einer derjenigen, für die sich das Risiko gelohnt hat. Ohne Eintrittskarte in der Tasche ist der 96-Fan aus Peine am Mittwoch Richtung Enschede aufgebrochen, nun sitzt er am späten Nachmittag entspannt inmitten zig anderer Anhänger der „Roten“ am „Oude Markt“, dem zentralen Platz der niederländischen Grenzstadt, und lässt sich sein Bier schmecken. „Hat doch gut geklappt“, sagt der 38-Jährige.

Im Internet hatte er mit einem ihm unbekannten holländischen Fußballfan verabredet, dass dieser ihm ein Ticket für das gestrige Europa-League-Spiel bei Twente Enschede besorgt – die Not macht halt erfinderisch, wenn Karten für so ein Spiel ein so rares Gut sind, dass selbst stundenlanges Schlangestehen in Hannover nichts bringt. Jetzt also durchatmen und entspannen bis zum Anpfiff in ein paar Stunden.

Denkste! Um 17.20 Uhr ist es mit der Ruhe vorbei auf dem von Lokalen gesäumten Platz. Lautes Geschrei ist zu hören, vor dem „Zozo“ fliegen Stühle und Bierbecher durch die Luft: Fans des FC Twente und von 96 sind heftig aneinandergeraten. Die Polizei ist mit einer Hundertschaft rasch zur Stelle und hat die Sache wenig später im Griff. Ein Hannoveraner, der mit einem Stuhl geworfen haben soll, wird vorerst festgenommen, die rivalisierenden Fans werden auf Distanz gehalten.

Während Jessen von den Ereignissen, die offenbar von drei, vier 96-Fans provoziert worden sind, völlig überrascht wird, hat Hubertus Gleitze das Unheil kommen sehen. Da seien einige bewusst auf Krawall aus gewesen, sagte der szenekundige Polizeibeamte aus Hannover. Twente-Anhänger hatten sich in kurzen Abständen grüppchenweise von einem anderen Bierlokal in der Nähe zum „Zozo“ begeben. „Ich weiß nicht, ob diejenigen mit diesem Scharmützel jetzt zufrieden sind“, sagt Gleitze.

Er behält recht. Als sich die rund 250 Anhänger der „Roten“ auf den Weg zum Stadtbahnhof machen, um von dort zum Stadion zu gelangen, lauert ihnen auf dem Bahnsteig erneut eine große Zahl von Twente-Anhängern auf. Die Attacke wird von der Polizei abgewehrt; in Bussen setzen die Gäste ihren Weg zum Spiel fort. Nicht nur bei Jessen ist die Vorfreude auf das Spiel, dem er so entgegengefiebert hat, zunächst merklich getrübt.

Besser sind da die dran, die in einem der Fanbusse sitzen, die von Hannover aus nach Enschede gestartet und direkt zum Stadion durchgefahren sind. Sie hören von anderen, was sich am Nachmittag in der Stadt ereignet hat. Viele reagieren mit Unverständnis und Empörung.
Auch Fabian (21), der mit zwei Freunden angereist ist und sein erstes Europa-League-Spiel überhaupt erlebt, ist perplex. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so hochschaukelt“, sagt er nach dem, was er am Nachmittag in der Stadt selbst mitangesehen hat. Es ist die unschöne Seite des Fußballs, die diesem populären Sport immer wieder schadet. Bei den Grenzkontrollen waren zuvor bereits bekannte Randalierer aus Hannover abgewiesen worden.

Im Stadion blieb es während des Spiels friedlich. Die Fahne mit dem Konterfei des Serienmörders Fritz Haarmann, die in der Bundesliga zuletzt im 96-Fanblock geschwenkt worden war, war gestern nicht zu sehen. Doch nach dem Abpfiff war Schluss mit dem Frieden: Vor dem Stadion lieferten sich Fans eine Massenschlägerei. 96-Ultras und Hooligans sollen dabei laut Polizeiangaben mit einer „gezielten Aktion“ der Auslöser gewesen sein.

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