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„96 hat in der Bundesliga nichts verloren“

Expertenkritik „96 hat in der Bundesliga nichts verloren“

Es ist ein jämmerliches Bild, das Hannover 96 zurzeit abgibt. So wenig Abstiegskampf hat es von einer Mannschaft in der Fußball-Bundesliga schon lange nicht mehr gegeben, so abgeschlagen und hoffnungslos wie die „Roten“ nach dem 27. Spieltag ist seit Jahren kein Team mehr in Richtung 2. Liga getaumelt.

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Für 96-Profi Oliver Sorg geht es in der nächsten Saison in der 2. Liga weiter. Ob der Trainer dann auch Thomas Schaaf heißen wird, ist noch ungewiss. Fotos: dpa, Treblin

Quelle: Arne Dedert

Hannover. Und weil die Art und Weise des Absturzes von 96 nach 14 Jahren in der Bundesliga so bemerkenswert ist, haben Verein und Mannschaft zurzeit viel mehr bundesweite Aufmerksamkeit, als ihnen lieb sein kann. Die aussichtslose Lage mit all ihren Facetten ruft auch die sogenannten Experten auf den Plan. Und die rechnen jetzt mit den „Roten“ ab.

„Das ist nicht bundesligatauglich, was die Hannoveraner in dieser Saison spielen. Sie brauchen sich nicht zu beschweren, wenn sie sich nächstes Jahr in der 2. Liga wiederfinden. Die Mannschaft hat über die ganze Saison gezeigt, dass in der Bundesliga für sie kein Platz ist und sie da auch nichts verloren hat“, urteilte der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann.

Auch für Christoph Metzelder kommt der Abstieg von Hannover 96 nicht überraschend. „Es gibt viele kleine Bausteine, die am Ende dazu führen, dass sie eigentlich in keiner Phase der Saison wirklich konkurrenzfähig waren“, sagte der Vizeweltmeister von 2002.

An einen Verbleib von 96 in der 1. Liga mag auch Thomas Berthold nicht mehr glauben. „Ballannahme, Ballmitnahme - da sind große Defizite. Wenn die Grundthemen nicht funktionieren, wie willst du dann in der Bundesliga bestehen? Bei Hannover gibt es keine Strukturen. Das ist auch nicht die Aufgabe des Trainers, sondern des Vereins“, sagte der TV-Experte, der 1990 mit der deutschen Nationalelf in Italien Weltmeister wurde.

Beim 1:0-Finalsieg gegen Argentinien in Rom vor 26 Jahren war auch Lothar Matthäus mit dabei. Bereits kurz vor Beginn der neuen Saison hatte der Rekordnationalspieler orakelt: „Für Hannover würde ein Abstieg überraschend kommen. Für mich nicht.“ Nun sieht sich Matthäus bestätigt. „Es ist ganz klar, Hannover 96 kann für die 2. Liga planen“, sagte er nach der 0:1-Niederlage der „Roten“ in Frankfurt.

Neben dem sportlichen Abstieg beschäftigen sich die Fachleute auch mit der Zukunft der „Roten“, wobei die Frage, ob Thomas Schaaf der Richtige für den Neuaufbau in der 2. Liga ist, in den aktuellen Diskussionsrunden zu Hannover 96 im Vordergrund steht. Und natürlich hat Matthäus auch hierzu eine Meinung. „Schaaf ist leer, er ist enttäuscht und er ist fassungslos. Das Auftreten seiner Mannschaft in Frankfurt war vogelwild. Er weiß auch, was die Uhr geschlagen hat.“ Die Entscheidung, ob 96 mit oder ohne Thomas Schaaf in die 2. Liga geht, „müssen Thomas und Hannover treffen. Wenn Thomas bereit ist, den Schritt zu machen, dann ist er ein Trainer, der den Verein zurück in die Bundesliga führen kann.“

Ein schnelles Bekenntnis von Schaaf zum Tabellenletzten wünscht sich der ehemalige 96-Trainer Mirko Slomka. „Es wäre jetzt gut, wenn Thomas Schaaf sagen würde, dass er auch in der 2. Liga arbeitet“, sagte Slomka in der Sendung „Doppelpass“ bei Sport1.

Zieler hofft auf Rückkehr in Nationalelf: Beim heutigen Training (10 Uhr) wird auch Ron-Robert Zieler dabei sein. Vielleicht steht er auch beim anschließenden Testspiel beim Heeßeler SV (15.30 Uhr) im Tor. Der 96-Keeper wurde nicht für die Länderspiele der deutschen Nationalelf am Sonnabend gegen England und am kommenden Dienstag gegen Italien nominiert. Dennoch hofft der 27-Jährige darauf, bei der EM in Frankreich wieder dabei zu sein. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit Torwart-Trainer Andreas Köpke. Er hat mir versichert, dass in Hinblick auf die EM noch keine Entscheidung gefallen ist“, sagte Zieler.

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