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Ein Spieltag wie gemalt für die „Roten“

Nordderby Ein Spieltag wie gemalt für die „Roten“

Es war kein rauschendes Fußballfest, aber dieser Arbeitssieg bringt Hannover 96 dem großen Saisonziel – dem Wiederaufstieg – ein Stück näher: Mit 2:0 gewannen die "Roten" gegen FC St. Pauli. 96 bleibt zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor und hat nur ein Problem: Was machen mit Salif Sané?

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Der Führungstreffer: Kenan Karaman köpft zum 1:0 ein. 

Quelle: Maike Lobback / Team zur Nieden

Daniel Stendel wollte wechseln. 74 Minuten waren um im Nordduell der 2. Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli, und dem 96-Trainer ging es wie den 42 000 hannoverschen Fans unter den 49 000 Besuchern. Er wollte unbedingt einen Heimsieg. Weil es aber immer noch 0:0 stand, wartete Niclas Füllkrug einwechselbereit am Spielfeldrand, Kenan Karaman sollte für ihn weichen. Doch ein Freistoß kam Stendel dazwischen – zum Glück.

Erstmals ein ausverkauftes Stadion in der Zweiten Liga: Hannover 96 spielt gegen den FC St. Pauli.

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Der 96-Trainer wartete noch, Miiko Albornoz servierte den Ball in den Strafraum, Stefan Strandberg verlängerte ihn auf Karaman, und der traf per Kopf zum herbeigesehnten 1:0. Danach wechselte ihn Stendel wie geplant aus.
Kuriose Geschichten wie diese sind auch mit drei Tagen Abstand noch schön und zaubern den Anhängern der „Roten“ ein Lächeln auf das Gesicht. Genau wie dieser achte Spieltag, der für das hannoversche Unternehmen Wiederaufstieg nicht besser hätte laufen können: der eigene, schwer erkämpfte, aber dennoch verdiente 2:0-Sieg gegen St. Pauli (Felix Klaus sorgte in der Schlussminute für den zweiten Treffer).

Dazu die Niederlage von Union Berlin in Nürnberg und die Punkteteilung zwischen Noch-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig und dem Überraschungsteam aus Heidenheim. Es war ein Spieltag wie gemalt für 96, die anstehende Länderspielpause kommt gerade extrem ungelegen.

Dabei ist es nicht so, dass Hannover 96 derzeit Traumfußball spielt. Gegen die zähen Hamburger, bei denen sich Trainer Ewald Lienen wegen einer Magen-Darm-Grippe sicherheitshalber meist sitzend auf der Bank aufhielt, kam 96 nur schwer in Schwung. Für ein Team mit dieser Offensivkraft sprangen verdammt wenig Torchancen heraus, was auch daran lag, dass niemand bei 96 eine zündende Idee hatte, vieles zu kompliziert angelegt war und bei fast allen Aktionen das Tempo fehlte.

Erst eine Standardsituation verhalf 96 zum Erfolg. Ähnlich stark bei Ecken oder Freistößen war die Mannschaft gefühlt in der Zeit von Peter Neururer. „Wir brauchen uns für solche Tore nicht zu entschuldigen“, sagte Stendel, was natürlich stimmt, weil jedem Gegner diese Art der Torerzielung ebenfalls erlaubt ist. Aber kaum ein Gegner in der 2. Liga besitzt die Klasse dafür.

Zum dritten Mal in Folge blieb 96 ohne Gegentor, was Stendel zu der Bemerkung veranlasste, dass „wir in kurzer Zeit dazugelernt haben“. Gemeint war damit vor allem die größere Stabilität in der Defensive, über die seine Elf mittlerweile verfügt. Dass 96 das ausgerechnet ohne den für unverzichtbar gehaltenen Salif Sané geschafft hat, macht die Sache vor dem Spiel am 16. Oktober bei Union Berlin spannend.

Dann ist Sané nach seiner Vier-Spiele-Sperre wieder einsatzbereit. Wen aber für ihn rausnehmen? Und wie das erklären? Stendel steht vor einer neuen Herausforderung als Trainer. Garantien für eine automatische Rückkehr in die Startelf gebe es nicht, sagte Stendel. Und hielt sich damit erst einmal alles offen.     

 

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Analyse

Hannover 96 kam spät, aber gewaltig: In der 75. Minute sorgte Kenan Karaman, der eigentlich ausgewechselt werden sollte, im Fußball-Zweitligaspiel gegen den FC St. Pauli für das sehnsüchtig erwartete 1:0, in der 90. Minute gelang Felix Klaus der Treffer zum 2:0-Endstand.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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