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„Es geht nicht darum, schön zu spielen“

Marvon Bakalorz im Interview „Es geht nicht darum, schön zu spielen“

Mit viel Einsatz hat sich Marvin Bakalorz einen Stammplatz im Team von Hannover 96 erkämpft. Vor dem Spiel bei Union Berlin spricht der Profi der "Roten" über gesunde Härte, späte Tore und das Comeback von Salif Sané.

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„Ich spiele harten Fußball und gehe kompromisslos in die Zweikämpfe“: Mit viel Einsatz hat sich Marvin Bakalorz einen Stammplatz im 96-Team erkämpft.

Quelle: imago sportfotodienst

Hallo, Herr Bakalorz, vor der Länderspielpause hat Hannover 96 mit drei Siegen ohne Gegentor eine starke Serie hingelegt. Was macht die Mannschaft zurzeit so erfolgreich?
Sie ist intakt, die Vorstellungen und die Arbeit des Trainers tragen langsam Früchte. Jeder kämpft für den anderen und weiß, dass es nur so funktioniert, weil die 2. Liga so funktioniert. Wir haben einfach Bock drauf zu gewinnen und wollen unbedingt, dass es so weitergeht. Das treibt uns an.

So einfach ist das?
Am Ende des Tages geht es doch darum, zu gewinnen und den Fans etwas zu bieten. Da kommen wie gegen St. Pauli vor zwei Wochen fast 50 000 Menschen zu einem Zweitligaspiel. Das ist überragend, da will man die Leute doch nicht enttäuschen.

Die Ergebnisse stimmten zuletzt, dafür hat das 96-Spiel an Attraktivität verloren. Sie sind mit dem SC Paderborn in die Bundesliga aufgestiegen: Muss eine Mannschaft so abgeklärt wie 96 sein, um wieder erstklassig zu werden?
Eigentlich schon. In erster Linie geht es nicht darum, möglichst schön zu spielen, sondern darum, konsequent zu sein und in den entschiedenen Momenten die Tore zu machen und die Punkte zu holen.

Die Tore fielen gegen 1860 München und St. Pauli aber sehr spät.
Das zeigt doch auch, dass wir fit sind und immer an unsere Chance glauben. Wir mussten uns ein bisschen auf die 2. Liga einstellen und kapieren, dass wir nicht jedes Spiel mit 4:0 gewinnen können. Müssen wir ja auch gar nicht, ein 1:0 bringt auch drei Punkte. Und darauf kommt es an.

Sie sind im Sommer aus Paderborn gekommen und hatten aufgrund einer Verletzung kurz vor Saisonbeginn keinen guten Start. In den vergangenen Spielen haben Sie sich jedoch einen Stammplatz erkämpft.
Im Augenblick bin ich sehr zufrieden. Enttäuscht war ich, weil ich mir sehr viel vorgenommen hatte und mich dann eine Woche vor dem Saisonstart verletzt habe. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen Grund zu wechseln, weil die Mannschaft erfolgreich und gefestigt war. Ich wusste aber, dass ich ruhig bleiben muss und meine Chance irgendwann kommt. Dann durfte ich ran, hoffentlich geht’s so weiter.

Ruhig bleiben: Geht das auf der Tribüne oder Bank so einfach?
Das ist wirklich sehr schwierig. Man möchte unbedingt helfen, zeigen, was man kann, möchte reinkommen. Auf der Tribüne zu sitzen ist schlimm - auf der Bank auch.

Mit Ihnen hat das 96-Spiel im rustikalen Bereich dazugewonnen. Hat diese Eigenschaft der Mannschaft zu Beginn der Saison gefehlt?
Es ist ja nicht so, dass ich nur rumtrete. Ich spiele harten Fußball und gehe kompromisslos in die Zweikämpfe. Aber das können auch andere bei uns. Dass es bei uns momentan so gut läuft, liegt nicht an mir. Wir funktionieren als Mannschaft, so einfach ist das.

Was es schwierig für andere Spieler macht, ins Team zu kommen. Die Sperre von Salif Sané ist vorbei, er könnte am Sonntag bei Union Berlin wieder spielen - vielleicht auch im Mittelfeld. Betrachten Sie ihn als Konkurrenten?
Das gilt für jeden Spieler, der auf meiner Position spielen kann. Salif hat eine unfassbare Qualität und kann der Mannschaft weiterhelfen. Man wird sehen, wie sich der Trainer entscheidet. Ich bin da ganz entspannt.

Was halten Sie von dem Spruch: „Never change a winning team“?
Da ist schon was dran (lacht).

Am Sonntag spielen Sie bei Verfolger Union Berlin. Eine besondere Mannschaft mit einem besonderen Stadion: Trifft das zu?
Auf jeden Fall in dieser Saison. Ich habe mir ein paar Spiele von Union angeschaut. Sie haben sich extrem umgestellt, spielen Pressing und jagen den Ball. Und in dem Stadion ist immer eine super Stimmung. Die Zuschauer sitzen extrem nah am Spielfeld, das hat schon England-Style. Ich freue mich sehr auf dieses Spiel.

Interview: Christian Purbs

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