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Die Tops und Flops des Dirk Dufner

Nach dem Spiel in Mainz ist Schluss Die Tops und Flops des Dirk Dufner

Nach dem Spiel gegen Mainz ist Schluss für Dirk Dufner bei den "Roten". 28 Monate hat er als Sportdirektor für 96 gearbeitet und insgesamt mehr als 20 neue Spieler verpflichtet. Doch irgendwie haben Dufner und Hannover nie richtig zueinander gefunden.

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Sportmanager Dirk Dufner verlässt 96 nach dem Spiel gegen Mainz.

Quelle: dpa

Hannover. Sein letztes Heimspiel hat Dirk Dufner bereits hinter sich, und wie er anderthalb Stunden nach der 0:1-Niederlage von Hannover 96 gegen Bayer Leverkusen unten in der HDI-Arena stand, das Sakko locker über die Schulter geworfen, hatte das schon etwas von Aufbruch.

Dirk Dufner hat als Sportdirektor von Hannover 96 mehr als 20 Spieler verpflichtet. Darunter waren Top-Verpflichtungen, aber auch glasklare Flops.

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Sonnabend noch sein letztes Auswärtsspiel in Mainz, dann ist Schluss für Dufner als Sportdirektor bei den „Roten“ - nach 28 Monaten.

28 Monate, in denen der Verein und Dufner irgendwie nie richtig zueinander gefunden haben. 28 Monate, in denen gewiss nicht alles schlecht war, was Dufner angepackt hat und trotzdem - man kann das hören in den Fangesprächen - bei vielen Fußballanhängern das Gefühl zurückbleibt, dass Hannover 96 in dieser Zeit Rückschritte gemacht hat.

Sein letzter Auftritt in der HDI-Arena fügte sich ein in das Bild, das sich viele im Umfeld des Clubs von Dufner gemacht haben. Er ist ein charmanter Plauderer, er ist auch seinen Kritikern bei den Medien immer freundlich gegenübergetreten. Nach dem Leverkusen-Spiel erzählte er im kleinen Kreis, dass man bei 96 „intern beschlossen“ habe, keinen Neuzugang mehr zu verpflichten. Einen Tag später sagte Clubchef Martin Kind, dass „mit mir nichts abgestimmt ist“. Es war nicht das erste Mal in den 28 Monaten, dass Kind öffentlich auf Distanz zum Sportdirektor gehen musste, der mit seinen Äußerungen immer mal wieder für Irritationen sorgte. Selbst bei seinem Abschied.

Er hat mehr als 20 neue Spieler geholt

Dufner legt Wert darauf, dass er nicht gefeuert wurde. Die 96-Gesellschafter wollten nach der vergangenen Saison und dem am letzten Spieltag geschafften Klassenerhalt die Trennung von Dufner, aber Kind machte da noch nicht mit, obwohl er inhaltlich gewiss nicht anderer Meinung war. Drei Monate später schloss er das Kapitel Dufner mit einer „einvernehmlich beendeten Zusammenarbeit“ (Dufner) und der Kuriosität, dass der Sportdirektor zwar vom kommenden Dienstag an nicht mehr für den Verein arbeitet, aber bis Juni nächsten Jahres sein Geld weiter bekommt. Dafür haben nicht viele Fans Verständnis.

96 und seine Manager: Das war in der Vergangenheit in den meisten Fällen eine Leidensgeschichte voller Missverständnisse und Fehlgriffe - lange vor der Zeit von Kind. Am Ende wird jeder Manager an seinen Transfers gemessen, wobei zur Fairness bei der Beurteilung gehört, dass selbst dem besten Manager pro Saison schon mal zwei oder drei Fehleinkäufe durchrutschen können. Auch Jörg Schmadtke, der beste 96-Manager aller Zeiten und Dufners Vorgänger, lag mal daneben.

Ein abschließendes Urteil über Dufners Transferpolitik ist noch nicht möglich. Er hat seit dem April 2013 mehr als 20 neue Spieler geholt und mehr als 23 Millionen Euro dafür ausgegeben. Im Verein spotten sie darüber, dass „DD“ nur „FF-Transfers“ kann. DD ist Dirk Dufner, FF steht für Freiburg und Frankreich, von wo auffällig viele 96-Profis herkommen.

Viele Transfers haben die Qualität nicht gesteigert

Dass 96 im Mai in Abstiegsgefahr geraten ist, hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass es mit Joselu, Ya Konan, Stefan Thesker, Marius Stankevicius, Joao Pereira oder Ceyhun Gülselam zu viele Transfers gab, die die Qualität der Mannschaft nicht gesteigert haben. Und diese Saison? Dufner hat im Interview mit der „Bild“-Zeitung gesagt, dass er in der neuen Mannschaft „ein großes Entwicklungspotenzial“ sieht. Auch Trainer Michael Frontzeck teilt diese Auffassung. Einige Fans glauben, dass Dufner in Hannover eine gehobene Zweitligamannschaft hingestellt hat. Erst am Ende der Saison werden alle schlauer sein - auch bei der Frage, wie Dufners Transferpolitik wirklich zu bewerten ist.

In Dufners 28 Monaten mussten zwei Trainer gehen, erst Mirko Slomka und dann Tayfun Korkut. Für Slomka wollte Dufner Ricardo Moniz holen und wurde dabei von Kind gestoppt, der Moniz sogar noch Geld zahlen musste, damit er seinen Job nicht antrat. Dufners Wunschkandidat für die Korkut-Nachfolge soll Jens Keller und nicht Frontzeck gewesen sein.

In der Stadt kaum präsent

Alle anderen Rollen, in die ein Sportdirektor bei einem Fußball-Bundesligisten schlüpfen sollte, ignorierte Dufner. In der Stadt war er nicht präsent und bekam dadurch nie eine Vorstellung davon, was 96 für viele Menschen bedeutet. Um das Nachwuchsleistungszentrum kümmerte er sich nicht, beim Streit zwischen Fans und Verein verpasste er die Chance, als Moderator zu helfen, den Konflikt beizulegen. Vor manchem Interview hätte man ihn schützen müssen, als er beispielsweise André Breitenreiter unterstellte, sich als Trainer bei 96 ins Gespräch zu bringen oder dem FC Bayern Wettbewerbsverzerrung vorwarf.

Nach dem Mainz-Spiel ist jetzt Schluss, und Dirk Dufner sagt: „Ich denke, ich kann meine Arbeit ganz gut selbst einschätzen.“

Von Heiko Rehberg und Christian Purbs

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Clubchef Martin Kind will in der kommenden Woche die Verhandlungen mit potenziellen Nachfolgern für Manager Dirk Dufner beginnen. "Ich habe etliche Bewerbungen, auch interessante Bewerbungen", sagte der Präsident des Fußball-Bundesligisten am Samstag dem TV-Sender Sky.

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