Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Beim Lunch spielen Kind und Schaaf Doppelpass

Neujahrsempfang von 96 Beim Lunch spielen Kind und Schaaf Doppelpass

Beim Neujahrsempfang von Hannover 96 gab es nur ein Thema: Der Klassenerhalt. Kein Gerede mehr vom Europapokal wie vor einem Jahr. Dabei wird auch deutlich, wie gut sich Klubchef Martin Kind und Trainer Thomas Schaaf verstehen.

Voriger Artikel
Uffe Bech ist zurück im Mannschaftstraining
Nächster Artikel
„Wir sehen Thomas jetzt nicht als Feind an“

„Ich will unbedingt unsere Ziele erreichen“: 96-Cheftrainer Thomas Schaaf überzeugte bei seiner Ansprache. Foto: Sielski

Quelle: Joachim Sielski

Großburgwedel. Martin Kind ist ein Mann klarer Formulierungen. Er sagt klipp und klar, was er denkt. Der Clubchef von Hannover 96 schraubt auch gern einmal die Zielsetzungen in die Höhe. Genau vor einem Jahr sprach er beim Neujahrsempfang des Fußball-Bundesligisten überzeugt vom Europapokal. Das Ende ist bekannt, 96 schaffte erst im letzten Saisonspiel den Klassenerhalt. Gestern wählte Kind an selber Stelle, in seinem Hotel Kokenhof in Großburgwedel, vorsichtigere Worte. „Unser Ziel ist es, den Klassenerhalt zu sichern, nichts anderes, dem werden wir alles unterordnen. Wir wollen weiter in der 1. Liga spielen“, sagte der 71-Jährige und spielte den Ball gleich weiter: „Herr Schaaf, zusammen schaffen wir das. Davon bin ich überzeugt.“

Der Clubchef ist nämlich vor allem überzeugt von „Herrn Schaaf“, und daran lässt er keinen Zweifel. In Richtung des neuen Trainers Thomas Schaaf sagte er: „Ich freue mich einfach, dass Sie da sind.“ Das habe es bei 96 noch nie gegeben, dass ein neuer Coach eine derartige Akzeptanz habe, die Kind auf über 90 Prozent bezifferte, „und dass ein neuer Trainer für eine derartige Aufbruchstimmung“ sorgen würde. Leicht interpretiert bedeutet diese Einschätzung: Der Star dieser 96-Mannschaft ist der Trainer.

Eine schwere Bürde für Schaaf, der bei den Worten seines Chefs das eine oder andere Mal leicht schmunzelte; aus der Ruhe gebracht haben sie ihn aber nicht. Dazu hat er schon zu viel erlebt in seiner Karriere. Er habe vom ersten Moment an bei den Gesprächen mit Kind und Geschäftsführer Martin Bader gemerkt, dass es einfach passe. „Das Verhältnis der Zusammenarbeit ist ein großer und wichtiger Beweggrund für mich gewesen“, sagte der Trainer, der genau gewusst habe, was ihn erwartet. „Ich will mich dieser Aufgabe stellen, und ich will unbedingt unsere Ziele erreichen. Diese Überzeugung übermittle ich meiner Mannschaft jeden Tag.“ Als er das Team übernommen habe, sei ihm sofort klar gewesen: „Da muss Leben rein.“ Er habe kaum Selbstvertrauen erkannt.

Gerade in den jüngsten Tagen habe er aber mit Freude festgestellt, dass seine Spieler einen Schritt nach vorn gemacht hätten. „Das heißt nicht, dass wir gleich besser Fußball spielen, aber wir sind aktiver geworden.“ Dass schon am Sonnabend gegen Darmstadt 98 mit Erfolg belohnt werde, könne er nur hoffen. „Ich kann keine traumhaften Kombinationen versprechen“, sagte Schaaf, „aber die Spieler, die auf dem Platz stehen, werden alles raushauen, was sie drinhaben.“ Natürlich brauche es die bedingungslose Unterstützung der Fans. „Sie dürfen die Mannschaft keine Sekunde in Ruhe lassen, das werde ich auch nicht tun. Ich werde die Mannschaft am Wochenende zutexten“, sagte Schaaf.

Zum Schluss spielte er Doppelpass mit seinem Chef. „Wir schaffen das“, sagte er. Damit meinte er nicht das Spiel gegen Darmstadt, sondern das Saisonziel.

 Problemfreie Transfers: Sportlich ist es in der jüngsten Vergangenheit wahrlich nicht gut gelaufen bei Hannover 96. Für die nähere, vielleicht auch fernere Zukunft setzt man große Hoffnungen in den neuen Trainer Thomas Schaaf. Wirtschaftlich aber steht 96 sehr gut da. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagte Clubchef Martin Kind. „Die letzten Jahre waren durch erfolgreiche Konsolidierung gekennzeichnet.“ Nur durch die hervorragende wirtschaftliche Arbeit sei es möglich, die vielen Transfers im Winter überhaupt zu gestalten. „Das kostet viel Geld, aber wir können das stressfrei abwickeln“, sagte Kind.
Eine kleine Spitze gab es gestern gegen den Hamburger SV und Werder Bremen: „Es gibt im Norden Vereine, die können derzeit keine Entscheidungen treffen.“ 96 selbst kann sogar noch nachlegen. „Wir behalten den Markt weiter im Auge“, sagte Geschäftsführer Martin Bader, „wenn es sein muss, schlagen wir noch einmal zu.“ Vor dem Darmstadt-Spiel wolle man aber Ruhe in den Kader einkehren lassen für eine optimale Vorbereitung. Die Winter-Transferperiode endet am 31. Januar. Auf den Sommer, ließ Kind wissen, hätten die derzeitigen Transferaktivitäten keinen Einfluss. „Wir sind gut aufgestellt.“
In seinem Ausblick meinte Kind, die Bundesliga sei gefordert. „Die Märkte entwickeln sich, und die Bundesliga muss neue Antworten finden.“ Bei der TV-Vermarktung rechnet er mit einer Erhöhung auf insgesamt 1 bis 1,5 Milliarden Euro – 48 Prozent des 96-Haushaltes werden durch TV-Einnahmen finanziert.

gru

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hannover 96

Aufatmen für Trainer Thomas Schaaf: Uffe Bech hat heute wieder beim Mannschaftstraining von Hannover 96 mitgemacht. Eine Rippenverletzung hatte ihn seit Ende November weitgehend außer Gefecht gesetzt.

mehr
Mehr aus Hannover 96
Einzelkritik: 96 gegen Heidenheim

Hannover 96 gegen 1. FC Heidenheim: So waren die Spieler der "Roten" in Form.

Anzeige
Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr