Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Nichtnominierung ist ein Tiefschlag für Zieler

EM-Kader Nichtnominierung ist ein Tiefschlag für Zieler

Für Ron-Robert Zieler setzte es Dienstag den nächsten Tiefschlag: nach dem Abstieg mit Hannover 96 musste er nun per Telefon erfahren, dass Nationaltrainer Joachim Löw ihn nicht mit zur EM nach Frankreich nimmt. Für viele Fans der "Roten" kam diese Nachricht überraschend, denn Zieler hatte eine hervorragende Saison gespielt.

Voriger Artikel
96 hält Andreasen eine Hintertür offen
Nächster Artikel
Abstieg kostet Hannover 96 rund 26 Millionen Euro

Darf nicht mit zur EM: 96-Torhüter Ron Robert Zieler. Foto: dpa

Quelle: Fredrik von Erichsen

Hannover. Bundestrainer Joachim Löw hat den 27-Jährigen nicht für das Turnier vom 10. Juni bis zum 10. Juli in Frankreich nominiert. Er berief als Torhüter hinter Manuel Neuer stattdessen Marc-André ter Stegen und Bernd Leno; Zieler ist außen vor.

Laut seinem Berater Gunther Neuhaus hat der Keeper wenige Tage nach Saisonende sogar schon seinen Urlaub angetreten. Die Reise sieht allerdings eher aus wie eine Flucht, denn die Enttäuschung bei Zieler muss unermesslich sein. Er hat trotz des sportlichen Niedergangs der „Roten“ eine herausragende Saison gespielt. Ohne die starken Paraden des Keepers wäre der 96-Abstieg bereits Wochen vorher besiegelt gewesen. Gereicht für die Nominierung hat es dennoch nicht. Äußern zu seiner Ausbootung wollte sich Zieler nicht, sagte Neuhaus.

Diese Entscheidung Zielers ist absolut nachvollziehbar. In seiner ersten Verärgerung hätte er wahrscheinlich Sachen über Löws Entschluss gesagt, die ihm hinterher doch leid getan hätten - auch wenn sie in vielen Dingen wohl wahr gewesen wären. Denn unterm Strich bleibt: Wäre es schier nach Leistung gegangen, hätte der Noch-Hannoveraner auf jeden Falls ins EM-Aufgebot gehört. Zieler hat bei 96 insgesamt 176 Bundesligaspiele am Stück absolviert und erhielt bis auf ganz wenige Ausnahmen Bestnoten. Wollte Löw keinen Absteiger?

An Neuer als Nummer 1 führt kein Weg vorbei. Dahinter gibt es ein dichtes Gedränge. Ter Stegen und Leno spielen mit ihren Clubs in der Champions League, Zieler nicht. Das mag ein Nachteil sein, darf aber nicht entscheidend sein: Der 27-Jährige hat in der Nationalelf bewiesen, dass auf ihn Verlass ist. In dieser Hinsicht ist er seinen Konkurrenten voraus. Beide patzten im Nationaltrikot; und bei Leno etwa sind einige Pannen aus der Bundesliga in guter Erinnerung. Ter Stegen darf nahezu ausschließlich in der Champions League ran - es sei denn Barcelonas Stammtorhüter Claudio Bravo ist verletzt oder gesperrt.

Beide sind unbestritten herausragende Torhüter. Sie haben aber nicht bewiesen, dass sie als Team funktionieren. Schon in der U21-Auswahl waren ter Stegen und Leno bittere Konkurrenten, es gab des Öfteren Streit. Zieler ist nicht minder ehrgeizig oder leistungsstark. Aber er hat sich bei mehreren großen Turnieren, zuletzt beim deutschen WM-Titel in Brasilien, als loyaler Ersatz bewährt.

„Die Telefonate waren nicht leicht. Ich bin bei allen nicht auf Unverständnis, aber auf große Enttäuschung gestoßen“, sagte Löw. Was der Bundestrainer dann noch anführte, war natürlich nicht auf Zieler gemünzt: „Für einige ist es eine Chance, ihre Leistung noch einmal zu reflektieren.“

Seinen Urlaub genießen wird Zieler auf keinen Fall. Zumal auch seine sportliche Zukunft noch offen ist. Er hat bei 96 seine Ausstiegsklausel in Anspruch genommen und ist jetzt auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Und einen Platz im Tor einer deutschen Spitzenmannschaft ist ähnlich schwer zu bekommen wie einer im DFB-Aufgebot.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Fußball

Es klang irgendwie logisch. Denn es schien zusammenzukommen, was zusammengehört: Aber aus der Rückkehr von Konstantin Rausch zu Hannover 96 wird nichts – obwohl der Vertrag des Defensivspielers in Darmstadt zu Saisonende ausläuft und er ablösefrei zu haben wäre.

mehr
Mehr aus Hannover 96
Einzelkritik: 96 gegen Heidenheim

Hannover 96 gegen 1. FC Heidenheim: So waren die Spieler der "Roten" in Form.

Anzeige
Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr