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Werder lässt 96 beim 4:1 keine Chance

Nordderby Werder lässt 96 beim 4:1 keine Chance

Wende oder Ende? Die Frage ist seit heute beantwortet: Nach der 1:4-Niederlage bei Werder Bremen ist Fußball-Bundesligist Hannover 96 nicht mehr zu retten, findet unser Redakteur Heiko Rehberg.

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Werder Bremen bejubelt den Führungstreffer.

Quelle: dpa

Das Spiel

Hannover. Von der ersten Minute an spielte Werder so, wie man es sich von 96 gewünscht hätte: druckvoll, stürmisch, mutig. Die 2:0-Führung durch Tore von Finn Bartels (18. Minute) und Claudio Pizarro (26.) war die logische Konsequenz. Dass 96 kurz vor der Pause durch Geburtstagskind Kenan Karaman zum 1:2 kam, war ein schöner Zufall (45.). Doch selbst damit konnte die Mannschaft nach der Pause nichts anfangen: Theo Gebre Selassie (56.) und Zlatko Junuzovic (67.) schraubten mit ihren Toren das Ergebnis auf 4:1 für Werder, weitere Treffer wären möglich gewesen.

Die Tore

Bei allen Toren stellten sich die „Roten“ dumm an, selbst Torwart Ron-Robert Zieler, zuletzt die einzige Konstante im Team, sah beim Junuzovic-Treffer zum 1:4 nicht gut aus. Weltklasse war das Tor zum 2:0 von Pizarro, dieser Peruaner ist ein Stürmer zum Verlieben. Und ein Stürmer, der auch ein genialer Vorbereiter ist: Auch beim 1:0 und beim 3:1 war Pizarro beteiligt. Das hannoversche Tor war die übliche 96-Standardproduktion: Eckball Hiroshi Kiyotake, Abstauber Karaman.

Der Spieler des Tages

Natürlich Pizarro. Er narrte Alexander Milosevic und seinen ehemaligen Mitspieler Christian Schulz nach Belieben, wich über die Flügel aus, ließ sich ins Mittelfeld fallen und war von den Hannoveranern so nie zu stellen. 96-Trainer Thomas Schaaf ärgerte vor allem Pizarros Tor: „Wir kennen alle ,Pizza'. Er macht das super, aber sieben Mann gucken dabei zu. Hätte nur noch gefehlt, dass sie Beifall klatschen.“

Die Szene des Tages

Direkt nach der Pause hatte Karaman eine der wenigen 96-Chancen. Hätte er getroffen, wäre es das 2:2 gewesen. „Das wäre ein Moment gewesen, wo wir vielleicht noch mal wieder Selbstvertrauen bekommen hätten“, sagte Schaaf.

Die Statistik

96 hatte sogar – kaum zu glauben – mehr Torschüsse (15) als als Werder (14). Auch beim Ballbesitz lag 96 vorn (54 Prozent). Mehr Zweikämpfe gewannen dagegen die Bremer, gefühlt 98 Prozent, offiziell 55 Prozent. Die meisten Ballkontakte bei 96 hatten Salif Sane und Ceyhun Gülselam (beide 89).

Die Trainerstimmen

Viktor Skripnik (Werder-Trainer): „Der Druck für uns war gewaltig, umso mehr freue ich mich, dass wir unseren Fans die drei Punkte schenken konnten.“

Thomas Schaaf (96-Trainer): „Das war mehr als enttäuschend, was wir erlebt haben. Wir haben uns so viel vorgenommen und sehr wenig erreicht. Ivh habe trotzdem noch den Glauben, dass wir das schaffen.“

Nordderby und Abstiegskampf: Im Weserstadion empfängt Werder Bremen Hannover 96.

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Die Aufstellungen: Bei Hannover rotieren Wolf und Hoffmann aus der Mannschaft, dafür spielen Milosevic und Gülselam.

Werder Bremen: Wiedwald – Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, Garcia – Grillitsch, Fritz, Junozovic – Özuntali, Bartels – Pizzaro.

Hannover 96: Zieler – Sakai, Schulz, Milosevic, Sorg – Gülselam, Sané, Yamaguchi – Karaman, Kiyotake – Fossum.

Die Personalsituation bei Hannover 96 : Hugo Almeida ist weiter gesperrt. Leon Andreasen (Entzündung nach Knöchelstauchung), Uffe Bech (Muskelfaserriss) und Charlison Benschop (Schambeinprobleme) sind verletzt. Im Kader für Bremen stehen noch Philipp Tschauner, Hotaru Yamaguchi, Marius Wolf, Adam Szalai, Edgar Prib, Ceyhun Gülselam und Manuel Schmiedebach. Artur Sobiech fehlt erneut.

Die Personalsituation bei Werder: Raphael Wolf (Hüftoperation), Michael Zetterer (Kahnbeinbruch), Philipp Bargfrede (Meniskusoperation) und Aron Johannsson (Aufbautraining) sind verletzt.

Die Ausgangslage: Nach der 0:4-Heimpleite gegen Wolfsburg hilft den "Roten" nur ein Sieg in Bremen, sonst ist der Abstand des Tabellenletzten zum Relegationsplatz zu groß. Werder Bremen hat eben diesen Relegationsplatz nach dem Sieg in Leverkusen verlassen. Auch Hoffenheim, derzeit 17. der Bundesliga, hat unter dem neuen Coach Julian Nagelsmann fleißig Punkte gesammelt und zeigt deutlich aufsteigende Form.

Das Hinspiel: Am 8. Spieltag in der Hinrunde gab es einen 1:0-Sieg für die "Roten". Es war auch der erste Saisonsieg. Das Tor des Tages hatte Salif Sané in der HDI-Arena erzielt.

Die Fans: Spiele zwischen Werder Bremen und Hannover 96 gelten als Hochrisikospiele. Wohl auch deshalb hat  die Polizei am Vormittag 150 Fans von Hannover in der Bremer Neustadt – die dort nach eigenen Angaben nur gefrühstückt haben – zunächst festgesetzt, dann kontrolliert und schließlich zum Stadion begleitet. Das klang zunächst dramatischer als es wohl tatsächlich war, aber die Ordnungshüter gehen auf Nummer sicher.

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Kommentar

Hannover 96 ist dem Abstieg mit der deutlichen Niederlage in Bremen ein großes Stück näher gekommen. Überhaupt gab es bei diesem Spiel viel Ärgerliches zu sehen. Und der Abstieg ist auch äußerst verdient. Ein Kommentar von Heiko Rehberg.

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