Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Polizei rüstet für Hochrisikospiel auf

Niedersachsen-Duell Polizei rüstet für Hochrisikospiel auf

500 bis 740 potenziell gewaltbereiten Anhängern von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig könnten laut Polizei beim Niedersachsen-Derby am Sonntag die Stimmung stören. Am Dienstag hat die Polizei das Sicherheitskonzept für die Zweitliga-Begegnung vorgestellt. 

Voriger Artikel
Eintracht will die Pleite vorm Derby schnell abhaken
Nächster Artikel
Schröder sitzt jetzt im 96-Aufsichtsrat

Polizei sichert eine Partei zwischen Eintracht Braunschweig II - Hannover 96 II im Eintracht-Stadion in Braunschweig ab. 

Quelle: dpa/Archiv

Hannover/Braunschweig. Für das brisante Niedersachsen-Duell zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 kann die Polizei mit bis zu 500 bis 750 potenziell gewaltbereiten Anhängern beider Lager rechnen. „Wer von denen im Stadion sein wird, können wir nicht sagen“, sagte Roger Fladung, Vizepräsident der Braunschweiger Polizei, am Dienstag bei der Vorstellung des Sicherheitskonzepts. Wo sich die Problemfans aufhalten werden, die keine der insgesamt 23.000 Tickets ergattern konnten, ist ebenfalls unklar. „Wir wissen nicht wann und wir wissen nicht wo“, sagte Fladung.

Deshalb werden beim Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga am Sonntag (13.30 Uhr) deutlich mehr Einsatzkräfte vor Ort sein als an gewöhnlichen Spieltagen. Zur Verstärkung der örtlichen Einsatzkräfte würden auch Hundertschaften aus anderen Bundesländern hinzugezogen. Genaue Zahlen nannte Fladung nicht.

Was meinen Sie?

Zu diesem Artikel können Sie einen Kommentar abgeben. Bis zu drei Tage nach Veröffentlichung des Textes können Sie mit anderen Lesern über das Thema diskutieren. Sie finden die Anmeldung und die bereits abgegebenen Kommentare weiter unten auf dieser Seite. Reden Sie mit!

Die rund 23.000 Eintrittskarten für das Spiel sind seit Monaten vergriffen. Schon Wochen vor dem Vorverkaufsstart hatten 440 Problemfans Aufenthalts- und Betretungsverbote für das Eintracht-Stadion erhalten.

Im Stadion wird die Zahl der Ordner am Sonntag von üblicherweise 400 auf 550 aufgestockt. Jeder Besucher soll kontrolliert werden. Im Stadion wird kein Alkohol ausgeschenkt. Rund um die Arena an der Hamburger Straße herrscht ein striktes Glasflaschenverbot. Den Fans von Hannover 96 steht ein Parkplatz an der Ecke Christian-Pommer-Straße/Pillmannstraße zur Verfügung. Von dort fahren Busse direkt zum Stadion. Anhänger der „Roten“ die mit dem Zug kommen möchten, können am Hauptbahnhof ebenfalls in kostenlose Busse zum Stadion steigen. 

Alkohol und Glasflaschen verboten

Anders als beim vorigen Derby zwischen den beiden Teams am 6. April 2014 können die Hannover-Fans diesmal individuell anreisen. Damals mussten sie in bereitgestellten Bussen des Vereins nach Braunschweig fahren, wenn sie ins Stadion wollten. Ein Gericht hatte diese Praxis jedoch im Nachhinein als Vertragsbruch zwischen dem Verein und den Auswärtsdauerkarteninhabern gewertet.

Das Derby

Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig: Blick in die Geschichte einer traditionsreichen Begegnung

Alle mit der Bahn anreisenden Fans müssen sich vor und nach der Partie auf besondere Regeln einstellen. Wie die Bundespolizei mitteilte, ist es zwischen 5 Uhr und 13.30 Uhr sowie 15 Uhr bis 20 Uhr untersagt, in Zügen nach und aus Braunschweig Alkohol zu trinken, Glasflaschen, Dosen und Pyrotechnik mitzuführen sowie Vermummungsgegenstände und Schutzbewaffnung mitzunehmen. 

Das Verbot gilt auch in allen Unterwegsbahnhöfen und Haltepunkten. Einsatzkräfte der Bundespolizei werden die Einhaltung der Ordnungsverfügung konsequent überwachen. Bei Verstößen droht ein Zwangsgeld von 250 Euro, verbunden mit einem Platzverweis und Beförderungsausschluss. 

Von dem Verbot ausgenommen sind ICEs und ICs auf der Route. 

Klubs appellieren an rivalisierende Fans

Die Niedersachsenbegegnung gilt bei den Anhängern beider Vereine als das Derby schlechthin. Das Duell von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig wird von vielen Fans nicht allein als sportliches Aufeinandertreffen gesehen. Beim Derby der Bundesligateams Ende 2013  kam es in Hannover zu erheblichen Ausschreitungen mit Verletzten auf allen Seiten, auch der Polizei. 

Im November 2013 trafen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig zum ersten Mal nach 37 Jahren in der ersten Bundesliga aufeinander. Vor und nach dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen.

Zur Bildergalerie

Die Klubs und die Polizei appellieren nun an das Verantwortungsbewusstsein der Fans. "Wir hoffen, dass die Vernunft siegt", sagte Löwen-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt bei einer Pressekonferenz am Dienstag und verwies auf zahlreiche Maßnahmen, die zur Vermeidung von Krawallen beitragen sollen. „Wer ein schönes Derby gucken möchte, hält sich an die Regeln“, sagte Voigt weiter.

Jeder der Verantwortlichen werde am Sonntag ganz genau hinsehen, wie der Spieltag verlaufen sei und diese Beobachtungen würden unmittelbar in die Gespräche zum Rückspiel in Hannover einfließen, so der Eintracht-Geschäftsführer. Voigt betonte, dass er an ein friedliches Derby von hohem sportlichen Wert glaubt. "Es ist eine tolle Konstellation, dass der Tabellenführer gegen den Dritten antritt", sagte der Funktionär.

"Derbystimmung ist Fanpflicht", sagte auch Polizei-Vizepräsident Roger Fladung, der die gewaltbereiten Fans vom Stadion fernhalten will: "Gewalt hat hier keinen Platz. Wir werden offensiv und präsent sein und am Sonntag einen wichtigen Beitrag leisten." 

lni/ewo/sid/tm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Hannover 96
Hannover 96 trainiert am 29. November 2016

Bei Minusgraden hat das Team von Hannover 96 um Daniel Stendel am Dienstag den 29.November 2016 trainiert.

Anzeige
Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr