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Dutzende 96-Rowdys bleiben in Gewahrsam

Geplante Schlägerei Dutzende 96-Rowdys bleiben in Gewahrsam

Mehrere Dutzend Fußball-Chaoten bleiben bis zum Ende des Derbys am Sonntag in Polizeigewahrsam. Das entschied das Amtsgericht am Sonnabend. Die Rowdys waren am Freitagabend vorläufig festgenommen worden, als sie sich in Hildesheim mit Braunschweig-Anhängern zu einer Schlägerei treffen wollten.

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170 Festnahmen: In Hildesheim hatten sich Fans von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig zu einer Massenschlägerei verabredet.

Quelle: dpa

Hildesheim. Ein Großteil der von der Polizei am Freitagabend festgenommenen gewaltbereiten Fußballrowdys bleibt bis zum Ende des Derbys in Polizeigewahrsam. Richter mussten am Sonnabend in Einzelfallprüfungen über 116 Fälle entscheiden. Die Übrigen der insgesamt 170 am Freitagabend vorläufig festgenommenen Personen waren minderjährig und wurden bereits zuvor wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie erhielten jedoch ein Aufenthaltsverbot für das Stadtgebiet Braunschweig während des  Derbys zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 am Sonntag. Das Amtsgericht Hannover entschied am Sonnabendnachmittag, dass 87 dieser 116 vorläufig festgenommenen Personen bis am Sonntagabend (20 Uhr) in Haft bleiben.

Über die restlichen 29 Personen mussten Haftrichter in Braunschweig entscheiden, wohin die vermeintlichen Fußball-Chaoten aus Kapazitätsgründen verlegt worden waren. Am Samstagabend klärte sich, dass 22 von ihnen ebenfalls bis Sonntagabend zur selben Zeit in Gewahrsam bleiben werden. Die übrigen sieben Personen standen nach Beschluss der Braunschweiger Richter nicht im Verdacht, dass von ihnen Gefahr ausginge. Sie wurden wieder auf freien Fuß gesetzt.

Entgegen erster Informationen handelte es sich bei allen in Hildesheim angetroffenen Rowdys um Anhänger von Hannover 96. Diese hatten sich offensichtlich mit Braunschweiger Kontrahenten auf dem Baumarkt-Parkplatz zu einer Schlägerei verabredet. Doch nach bisherigem Kenntnisstand tauchten die Braunschweiger nicht auf. Stattdessen griff die Polizei ein und nahm die etwa 170 gewaltbereiten 96-Anhänger vorläufig fest. 

Die Polizei hat am Freitagabend eine verabredete Hooligan-Auseinandersetzung zwischen Anhängern der Fußballvereine Hannover 96 und Eintracht Braunschweig verhindert. 

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Auf Baumarkt-Parkplatz zu Schlägerei verabredet

Die Fußball-Chaoten hatten sich am Freitagabend gegen 21 Uhr auf dem Parkplatz eines Baumarktes im Hildesheimer Stadtteil Barienrode verabredet. Offenbar war eine Massenschlägerei geplant – die sogenannte „Dritte Halbzeit“, noch bevor am Sonntag im Stadion das Derby angepfiffen wird. Die Hooligans waren zum Großteil in Schwarz gekleidet. „Wir haben umfangreiches Vermummungsmaterial und Schlagwaffen sichergestellt“, sagt Polizeisprecherin Petra Holzhausen. 

Einigen Chaoten gelang es zu flüchten und sich zunächst im Bereich der umliegender Felder und Wälder zu verstecken. Ihre Rechnung ging allerdings nicht auf - der mit Wärmebildkamera ausgestattete Polizeihubschrauber spürte auch sie schließlich im Unterholz und einer nahegelegenen Kleingartenkolonie auf.

Ein Polizist ist bei dem Einsatz leicht verletzt worden, weil einer der Chaoten auf der Flucht vor der Polizei versucht haben soll, den Beamten mit einem Auto anzufahren.

Einsatzleiter Guido von Cyrson zieht ein positives Resümee und appelliert an alle Fans: "Wir haben durch den Einsatz nicht nur Gefahren abgewendet, sondern werden mit den geplanten freiheitsentziehenden Maßnahmen in letzter Konsequenz auch das Gefahrenpotenzial des bevorstehenden Spiels erheblich reduzieren können. Und nun hoffen wir darauf, dass alle Fußballfans am Sonntag ein friedliches Spiel verfolgen können." 

Provokationen vor dem Derby

Die Stimmung ist vor dem lange erwarteten Niedersachsen-Derby am Sonntag aufgeheizt. Bereits am Freitagmorgen hatten Zeugen zwei Puppen mit schwarz-roten 96-Schals entdeckt, die von zwei Brücken im hannoverschen Stadtgebiet baumelten. An der Clausewitzstraße wurde zudem das frühere Vereinsheim von 96 beschmiert. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Unbekannte haben an Brücken in Hannover zwei Puppen mit 96-Schals aufgehängt. Zudem wurde das alte 96-Vereinshiem beschmiert.

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Schon früher hatten häufig unschöne Szenen die Freude an der sportlichen Auseinandersetzung der Vereine Eintracht Braunschweig und Hannover 96 getrübt. Bei der Begegnung der Bundesligateams Ende 2013 kam es in Hannover zu erheblichen Ausschreitungen mit Verletzten auf allen Seiten, auch der Polizei. Im gleichen Jahr hatte die Polizei kurz vor dem Derby in der Oststadt ein Schwein eingefangen, das einen 96-Fanschal um den Hals trug, wodurch fast ein schwerer Unfall verursacht wurde.

Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat unterdessen die Klage der Eintracht-Ultras gegen die alternative Demo-Route am Sonntag abgewiesen. Die Ultras wollten mit einem Marsch quer durch die City gegen die von der Polizei verhängten Betretungsverbote protestieren. 

Kontrollen vor Spiel in Braunschweig

96-Anhänger, die am Sonntag zu dem Spiel fahren möchten, sollten Zeit einplanen. Es wird umfangreiche Kontrollen geben. Für Fans mit dem Auto steht ein Parkplatz an der Ecke Christian-Pommer-Straße/Pillmannstraße bereit. Von dort fahren Busse zum Stadion. 96-Fans, die mit der Bahn kommen, stellt die Westfalen-Bahn einen Sonderzug zur Verfügung. Er fährt um 9.52 Uhr von Gleis 10 des Hauptbahnhofs und kommt um 10.25 Uhr in Braunschweig an. Vom dortigen Bahnhof fahren ebenfalls Busse ins Stadion. Die Rückfahrt des Zugs ist für 16.44 Uhr geplant.

tm/ewo/med/mic

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