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Polizeieinsatz in der Nordkurve der AWD-Arena

Fanblock durchsucht Polizeieinsatz in der Nordkurve der AWD-Arena

Es war ein ungewöhnlicher Anblick, der sich vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels von Hannover 96 und dem FC Bayern München bot – und das, was sich auf den Rängen in der Nordkurve der AWD-Arena abspielte, sorgte nicht nur am Sonntag für jede Menge Ärger, sondern dürfte auch noch ein Nachspiel haben.

Hannover. Im Block N 16, wo normalerweise die sogenannten Ultras Hannover ihren Platz haben, waren nach einem Einsatz der Polizei, die nach verbotener Pyrotechnik suchte, viele Plätze frei, und das auch während der seit Wochen ausverkauften Partie. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Stadionbesucher vor; es gab mehrere Verletzte – und dabei handelte es sich nicht nur um aggressive Fans.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte es zuvor Hinweise gegeben, dass Mitglieder der Ultra-Szene Pyrotechnik mitführten – versteckt und befestigt in Fahnen. Auf 96-Seite war von einem „berechtigten Verdacht“ die Rede. Die vom Ordnungsdienst daraufhin geplanten Kontrollen seien von aggressiven Fans unter Androhung von Gewalt verhindert worden. Deshalb sei, so 96-Sprecher Alex Jacob, die Polizei um Unterstützung gebeten worden. Von den Beamten wurden im Fanblock mehrere Fahnen beschlagnahmt, in deren Stangen Feuerwerkskörper vermutet wurden. Aufgrund der massiven Gegenwehr einiger Fans habe die Polizei Schlagstock und Reizgas einsetzen müssen, erklärte der Polizeisprecher. Anschließend hätten rund 100 Ultras „freiwillig“ ihren Block geräumt und sich in der gesamten Nordkurve einen anderen Platz gesucht – andere verließen die Tribüne.

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Fußballfans, die zu den direkt Betroffenen des Polizeieinsatzes zu zählen sind, schildern die Ereignisse anders. „Es hat auch Unschuldige und kleine Kinder getroffen“, sagte Tobias Bornebusch aus Garbsen. Der 25-Jährige hatte seinen Platz zusammen mit mehreren Bekannten und Freunden im zentralen Nordkurven-Bereich, wo er Augenzeuge der Auseinandersetzungen wurde. Viele reagierten empört, weil von der Polizei Pfefferspray aus nächster Nähe auch gegen Frauen und Kinder eingesetzt worden sei. Den Angaben von Betroffenen zufolge, die namentlich nicht genannt werden wollten, musste ein elf Jahre alter Junge aufgrund von Gesichtsverletzungen durch Sanitäter behandelt werden, mehrere Personen seien in Krankenhäuser eingeliefert worden.


96-Fans haben den Polizeieinsatz auf Video festgehalten und bei YouTube eingestellt.

Doch es gibt auch viele Befürworter, dass im hannoverschen Stadien etwas getan wird gegen die selbsternannte Spaßbrigade „Pyrotechnik“, die während Spielen immer wieder Bengalische Feuer abzubrennen versucht, was in Stadien aus Sicherheitsgründen generell strikt untersagt ist. Gegen die Bayern war es in den ersten zehn Spielminuten in der Nordkurve nahezu mucksmäuschenstill. Später brannten im Stadion dann Bengalische Feuer – entzündet offensichtlich von Bayern-Fans.

Bezogen auf die 96-Ultras bestätigte sich der Verdacht nach Auskunft des Polizeisprechers nicht, dass die Fahnen als Versteck für Pyrotechnik dienten. Das hätte die Überprüfung ergeben. Hannover 96 will sich zu möglichen Konsequenzen erst äußern, wenn alle Ermittlungsergebnisse vorliegen.

Norbert Fettback, Stephanie Möller und Sonja Fröhlich

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