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Siebenmal siegen – und 96 bleibt drin

Rechnung für den Klassenerhalt Siebenmal siegen – und 96 bleibt drin

Nach dem verpatzten Rückrundenstart wird bei Hannover 96 schon mit spitzem Bleistift gerechnet. Mindestens noch 21 Punkte müssen die „Roten“ aus 16 Spielen holen. Das ist schwierig, aber machbar.

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Ein Mann und sein Auftrag: Thomas Schaaf glaubt trotz des verpatzten Rückrundenauftakts weiter fest an ein weiteres Jahr Bundesliga in Hannover. Fotos: Treblin (3), Sielski

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Wenn sie so viel Punkte wie Humor hätten bei Hannover 96, müsste sich niemand Sorgen machen um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Am ersten Rückrunden-Spieltag war die Mannschaft durch die 1:2-Niederlage gegen Darmstadt 98 auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Gestern veröffentlichte der Verein auf seinem offiziellen Twitter-Account eine auf dem Kopf stehende Tabelle - und plötzlich waren die „Roten“ ganz oben. „Montagsmotivation“ nannten sie bei 96 die „Kopfstandmethode“.

In der Wirklichkeit wird die kleine Spielerei aus dem sozialen Netzwerk leider nicht klappen. Man kann die Tabelle drehen und wenden, wie man will, 96 bleibt immer auf Platz 18 - und die Fans in Hannover bekommen es langsam mit der Angst zu tun. Wie soll das bloß klappen mit dem Klassenerhalt?

Der 18. Spieltag war für Hannover 96 gleich doppelt schmerzhaft. Nach der Heimniederlage gegen Darmstadt ist die zaghafte Aufbruchstimmung wieder dahin. Die fünf anderen Konkurrenten im Abstiegskampf punkteten dagegen allesamt, Werder Bremen, VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt gewannen zum Rückrundenstart. Plötzlich sind für 96 der Relegationsplatz 16 und der Rettungsplatz 15 vier Punkte entfernt. Da fängt man als 96-Fan schnell das Rechnen an.

35 Punkte, das zeigen die vergangenen Spielzeiten, wird 96 mindestens benötigen. Das bedeutet: Die „Roten“ müssen noch mindestens 21 Punkte (oder umgerechnet sieben Siege) aus 16 Spielen holen. Kein leichtes Unterfangen, wie unsere Auflistung zeigt.

Auf diese Spiele kommt es an

 Mainz 05: Die erste Halbzeit beim Hinspiel in Mainz gehörte zum Schlechtesten des Schlechten, das 96 in dieser Saison abgeliefert hat. Doch mittlerweile besteht der Sturm nicht wie beim 0:3 aus Charlison Benschop, sondern aus Hugo Almeida und Adam Szalai. Und die Mainzer stehen als Tabellenachter besser, als sie eigentlich sind. Drei Punkte sind deshalb am 6. Februar Pflicht.


FC Augsburg: Die bayerischen Schwaben gehören – zumindest in der HDI-Arena – zu den Lieblingsgegnern von 96. Daran darf sich im Sonntagspiel am 21. Februar nichts ändern. 


VfB Stuttgart: Von den gefährdeten Clubs haben die Stuttgarter zweifellos das größte spielerische Potenzial. Die Defensive der Schwaben bleibt anfällig – und da muss 96 am 27. Februar ansetzen.

Werder Bremen: Rücksichtnahme auf seine alte Liebe wird sich 96-Trainer Thomas Schaaf nicht leisten können. Auch sein ehemaliger Club Werder Bremen gehört zu den Abstiegskonkurrenten. Weil Erfolgserlebnisse im Weserstadion in der Vergangenheit jedoch höchst selten waren, wäre am 25. Spieltag ein Unentschieden in Ordnung. Wenn es unbedingt sein muss.


1. FC Köln: Die Kölner haben wie 96 bislang nur 19 Tore erzielt – gegen einen solchen Gegner muss in einem Heimspiel ein Sieg her.


Eintracht Frankfurt: Der zweite frühere Schaaf-Club, den man auch in Frankfurt bezwingen kann, wenn man Alex Meier ausschaltet.


Hamburger SV: Die Hanseaten sind noch längst nicht aus dem Abstiegsschneider, ein 96-Sieg zu Hause am 
28. Spieltag, und auch der HSV darf 
vermutlich mitzittern.


FC Ingolstadt: Der 4:0-Sieg im Hinspiel hat seinen Platz als bestes Spiel der kurzen Ära von Michael Frontzeck. Der Plan ist simpel: auswärts einfach wiederholen.

1899 Hoffenheim: Im Heimspiel am vorletzten Spieltag muss 96 alles klarmachen – danach geht es nur noch gegen die Bayern.

Diese Spiele sind schwierig, aber nicht unmöglich

 Bayer Leverkusen: Das Bayer-Team, am Sonnabend nächster 96-Gegner, hinkt wieder einmal den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Gala-Auftritten wie beim 5:0-Sieg kurz vor der Winterpause gegen Mönchengladbach folgen immer wieder schwache Vorstellungen wie zuletzt beim 1:1 in Hoffenheim. Die Leistungen des Tabellenfünften sind sehr von der Tagesform abhängig, wovon schon Mannschaften wie Köln und Darmstadt bei ihren Siegen in Leverkusen profitierten. Wenn Bayer gegen 96 unter Normalform spielt und die „Roten“ die Offensive der Rheinländer einigermaßen in den Griff bekommen, ist eine Überraschung drin.


VfL Wolfsburg: „Dieter liefert ab!“ Bei Spielen in Hannover gab es für die Teams von Trainer Dieter Hecking oftmals nichts zu holen. Was 96 machen muss, damit sich die Negativserie des VfL-Trainers in der HDI-Arena auch Anfang März fortsetzt, hat 96 beim 2:2 im Hinspiel gezeigt: nicht aufgeben und die Wackel-Abwehr der „Wölfe“ unter Druck setzen. Dann geht was.


Hertha BSC: Die Stärke der Berliner ist ihre Geschlossenheit, das macht sie zu einem unangenehmen Gegner. Um am 29. Spieltag in Berlin zu punkten, müssen die „Roten“ die Hertha mit ihren eigenen Waffen schlagen: Sie müssen unbequem sein – und eine Portion Glück kann auch nicht schaden.

Borussia Mönchengladbach: Bei der 1:2-Niederlage im Hinspiel in Gladbach war 96 auch deshalb ganz nah dran an einem Punktgewinn, weil sich die Mannschaft nicht versteckte und die Schwachstellen in der Borussen-Abwehr nutzte. Beim Heimspiel am 30. Spieltag Mitte April wird es darauf ankommen, die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Gelingt das, ist zumindest ein Remis möglich.


FC Schalke 04: Drei Spieltage vor Saisonende könnte die Partie gegen die „Königsblauen“ eine große Bedeutung für die „Roten“ haben – wenn dann noch etwas zu retten ist. Für ein Top-Team, und dazu zählen sich die Schalker, besitzt die Mannschaft zu wenig individuelle Qualität. Wenn dann auch noch, wie gerade jetzt, „auf Schalke“ wieder mal Unruhe herrscht, stehen die Chancen für einen 96-Heimsieg gar nicht so schlecht.

Da ist wohl nichts zu holen

Borussia Dortmund: Die Vorstellung, dass Marcelo, Christian Schulz oder Oliver Sorg gegen die BVB-Stürmer Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang ... Schon gut, wir schmücken das an dieser Stelle nicht weiter aus. Klar ist: Mit Defensivpatzern wie gegen Darmstadt gibt es gegen den BVB, der bislang 31 Tore mehr als 96 geschossen hat, nichts zu holen.

FC Bayern München: Pessimisten haben es bereits bei der Vorstellung des Spielplans im Sommer gewusst: Das letzte Saisonspiel bei den Bayern – da muss 96 vorher alles klargemacht haben.Schlimmste Variante: Die Bayern brauchen am 14. Mai noch Punkte zum Titel. Doch auch wenn sie erwartungsgemäß schon Meister sein sollten: Trainer Pep Guardiola wird München mit einem Sieg verlassen wollen. Und die Bayern-Profis werden die Meisterschale nicht mit einer Niederlage in Empfang nehmen wollen.

Von Christian Purbs 
und Heiko Rehberg

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