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„Werden bei 96 nichts geschenkt bekommen“

René Adler über 96-Partie „Werden bei 96 nichts geschenkt bekommen“

Abstiegskampf oder endlich Ruhe? Der Hamburger SV will heute gegen Hannover 96 damit aufhören, sich das Leben selbst schwer zu machen. Die Mannschaft hat ihr Schicksal komplett in der eigenen Hand, kann alles selbst richten. Und das ist das Problem.

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Hamburg . Abstiegsgefahr? Muss doch nicht sein. Dafür braucht man nur auf den Spielplan zu schauen. Auswärtsspiel beim abgeschlagenen Tabellenletzten Hannover 96 an diesem Sonnabend. Dann kommt Darmstadt 98 ins Volksparkstadion und zwei Wochen später Werder Bremen. Der Hamburger SV hat sein Schicksal komplett in der eigenen Hand, kann alles selbst richten. Und das ist das Problem.

„Wir schenken Sechs-Punkte-Spiele regelmäßig und mit großer Konsequenz her“, meint ein Fan im Internetforum des Vereins zum Spiel in Hannover. Volkes Stimme. Ein anderer unkt: „Da kommt der HSV gerade richtig, um Punkte liegen zu lassen“ Nein, Zuversicht sieht anders aus, wurde nicht gerade mit Hoffenheim gegen ein weiteres „Kellerkind“ der Liga verloren? Eben. Die traumatischen Erfahrungen der letzten Saisons, die wirft man nicht so einfach ab. Geht etwas schief, dann kriecht die Erinnerung und Verunsicherung wieder heran. Und sicher nicht nur bei den Anhängern. Das hat auch Bruno Labbadia festgestellt. „Wir sind nicht gefestigt“, sagt der HSV-Trainer. „Klar wird im Moment wieder alles negativ gesehen“, sagt Verteidiger Dennis Diekmeier, „wir sind ja selber schuld. Wir hatten vieles selbst in der Hand.“

Das Verhältnis der „unglücklichen“ Punktverluste zu „glücklichen“ Erfolgen stimmt nicht. Sagen alle in Hamburg, auch Torwart René Adler. „Wir haben zu viele Punkte liegen lassen.“ Wie im absurden Hinspiel, das Hannover 2:1 im Volkspark gewinnen konnte, nach einem der besten HSV-Heimspiele der Saison. „Wir werden bei 96 nichts geschenkt bekommen“, sagt also Labbadia, „entscheidend ist aber, dass wir einhundert Prozent abliefern. Dann können wir viele Gegner schlagen.“

„Wie ein angeschlagener Boxer“

Während der ganzen Woche wurden in Hamburg die Nachrichten von der Leine mit großem Interesse verfolgt. Was ist da los bei 96? Wie fertig ist diese Truppe tatsächlich? „Wie ein angeschlagener Boxer“, meint Torwart René Adler.
Unbeschwert werden die Hamburger nicht in der 96-Arena auflaufen, denn natürlich wissen sie um die Bedeutung, um die große Chance. „Nur auf uns schauen, voll konzentriert sein“, fordert der Trainer, der wegen der Torarmut der vergangenen Spiele ernsthaft daran denkt, Sven Schipplock als Spitze beginnen zu lassen. Angesichts der Harmlosigkeit von Pierre-Michel Lasogga und Artjoms Rudnevs kann das einen Versuch wert sein. Labbadia wird es sich gut überlegen, sich mit seinen Co-Trainern besprechen und auch überlegen, welcher seiner Profis der Situation mental gewachsen ist. Denn dieses eine, nächste Spiel ist für den HSV exorbitant wichtig.

„Wir müssen dort etwas holen, um unten rauszukommen“, sagt Diekmeier. „Wir können gegen Hannover und Darmstadt den Deckel draufmachen“, meint Adler. Denn der frühzeitige Klassenerhalt, der bedeutet ja auch Planungssicherheit. Für den Kader, für Gespräche mit Spielern, auch mit Adler, dessen Vertrag 2017 ausläuft. „Die nächsten beiden Partien wollen wir positiv gestalten“, sagte der einstige Nationaltorwart, „und dann werden wir in Ruhe alles besprechen.“ Vielleicht.

Unterdessen berichtete die „Bild“-Zeitung am Freitag, dass der finanziell angeschlagene HSV erwägt, erneut eine Anleihe aufzulegen. Unter der Voraussetzung, dass der Klub den Klassenverbleib sichere, plane der mit Gesamtverbindlichkeiten von 89,1 Millionen Euro belastete Traditionsverein in diesem Sommer eine 40-Millionen-Euro-Anleihe, um Altschulden abzusichern, heißt es in dem Bericht. 

Von Andreas Hardt

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