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"Es ist alles ein wenig festgefahren"

Ron-Robert Zieler "Es ist alles ein wenig festgefahren"

Mit deutlichen und kritischen Worten hat Torwart Ron-Robert Zieler die Situation des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 beschrieben: "Es ist alles ein wenig festgefahren. Wir sollten uns über jeden Spieler freuen, der uns weiterbringt."

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Hannover 96-Torwart Ron-Robert Zieler.

Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)

Hannover. Natürlich hatte Ron-Robert Zieler am Dienstagabend verfolgt, dass der FC Bayern München im DFB-Pokalwettbewerb das Viertelfinale erreicht und sich dabei beim 1:0-Sieg gegen Darmstadt 98 verdammt schwer getan hatte. Die erste Frage an den Torwart des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 lag deshalb gestern auf der Hand: Ist es ein günstiger Zeitpunkt für ein Heimspiel gegen die Bayern wie am Sonnabend (15.30 Uhr)? Zieler wusste da noch nichts davon, dass die Münchner außerdem mit einem Trainer kommen, der den Verein am Saisonende vermutlich verlassen wird.

Zieler druckste erst ein bisschen herum, vermutlich spürte er die Gefahr, dass 96 am Ende noch als Favorit dasteht, wenn er die maue Bayern-Vorstellung gegen Darmstadt zu kritisch beurteilt. „Günstiger Zeitpunkt? Das ist schwierig zu sagen“, meinte Zieler. „Die Bayern-Profis haben viele Spiele in den Knochen und sind bestimmt froh, wenn sie bald im Urlaub sind. Aber die Bayern sind zu jeder Zeit in der Lage, eine Weltklassemannschaft auf den Platz zu stellen.“ Selbstverständlich auch übermorgen in der HDI-Arena.

Die Mannschaft von Hannover 96 hat am Mittwoch auf der Mehrkampfanlage trainiert. Am Wochenende muss die Mannschaft gegen den FC Bayern München ran. Der zuletzt ausgefallene Neuzugang Uffe Bech scheint wieder fit zu sein.

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Was der 26-Jährige zum Duell mit dem Rekordmeister sagte, war ansonsten so vorhersehbar wie selbstverständlich. „Wir werden uns der Herausforderung stellen und alles reinhauen, was geht“, sagte Hannovers Nummer 1. Die Bayern seien der klare Favorit, „aber wir müssen da sein, wenn sie einen schwächeren Tag haben sollten“. Und als Torhüter versuche er ohnehin immer, ohne Gegentor zu bleiben, das sei auch gegen die Bayern sein Ziel.

Es wäre eine nette Plauderrunde geblieben, aber Zieler ist gereift und schlüpft immer mehr in eine Führungsrolle, die ihm als Weltmeister ohnehin zusteht. Und deshalb fand er zur Situation der Mannschaft und des Vereins ein paar deutliche, sehr kritische Worte. „Es ist total unbefriedigend, wie die ganze Hinrunde gelaufen ist und mit wie wenig Punkten wir dastehen“, sagte Zieler.
Die „Roten“ belegen vor dem Jahresabschlussspiel mit 14 Punkten den 16. Platz. „Das ist nicht der Anspruch, den ich mir wünsche“, sagte er: „Hannover 96 sollte nicht dafür stehen, gegen den Abstieg zu spielen.“ Nicht nur deshalb begrüßte der 26-Jährige die Entscheidung der Club-Verantwortlichen, die Mannschaft zur Rückrunde „deutlich“ zu verstärken. „Es ist alles ein wenig festgefahren. Wir sollten uns über jeden Spieler freuen, der uns weiterbringt.“

Auch eine andere Bemerkung von Zieler war unmissverständlich. Dass die Abstände in der unteren Tabellenhälfte der Liga sehr gering sind – zwischen dem Letzten VfB Stuttgart und dem 13. FC Augsburg liegen nur vier Punkte –, „sei das einzig Positive in der Situation, in der wir stecken“. Der hat durchaus mal Wumms, dieser Satz.

Der 96-Torwart sehnt die Winterpause herbei, obwohl er glaubt, dass das schlechte Abschneiden ihn auch in den freien Tagen beschäftigen wird. Sein guter Rat für sich und die Kollegen, als es abschließend noch einmal um das Bayern-Spiel ging: „Wir sollten vermeiden, dass wir am 34. Spieltag in der gleichen Situation nach München fahren.“

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