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Über Kassel in die Bundesliga

Saison 1984/1985 Über Kassel in die Bundesliga

Drei Spielklassen trennen die „Roten“ und ihren Pokalgegner am Sonntag. Doch im Prinzip sind Hannover 96 und der KSV Hessen Kassel gute Bekannte. Und das gleich in zweifacher Hinsicht. HAZ-Sportredakteur Carsten Schmidt schaut zurück.

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Der KSV Hessen Kassel (Rot) gegen Hannover 96 2:2 am 02.06.1985 im Auestadion. Der Hannoveraner Michael Gue schießt auf das Kasseler Tor.

Quelle: Fritz Rust/dpa (2, Archiv)

Hannover. Drei Spielklassen trennen die „Roten“ und ihren Pokalgegner am Sonntag. Doch im Prinzip sind 96 und der KSV Hessen Kassel gute Bekannte – oder genauer gesagt, der gleichnamige Vorgängerverein aus Nordhessen. Der jetzige KSV wurde erst 1998 gegründet, nachdem der FC Hessen Kassel in Konkurs gegangen war. Der wiederum war 1993 aus dem alten KSV Hessen Kassel ausgegliedert worden, der ebenfalls Konkurs anmelden musste.

KSV stand von 1947 bis 1993 für Kultur Sport-Verein Hessen Kassel. Die Fußballelf der Nordhessen erwarb schnell einen überregionalen Bekanntheitsgrad und spielte vor der Einführung der Bundesliga drei Jahre lang in der Oberliga Süd. In die 1. Liga wurden 1963 weder Kassel noch 96 aufgenommen. Beide aber trafen erstmals ein Jahr später aufeinander – in der Bundesliga-Aufstiegsrunde. Der KSV war nach dem Gewinn des Meistertitels in der Regionalliga Süd – vor dem FC Bayern München (!) – Favorit in seiner Gruppe. Den Aufstieg aber schafften die „Roten“ mit zwei Siegen über die Nordhessen, 3:1 in Hannover und 2:1 in Kassel. Werner Gräber schoss beide 96-Tore in Hessen, im Niedersachsen-Stadion trafen für 96 Fred Heiser und zweimal der unvergessene Mittelstürmer Walter Rodekamp. 70 000 Zuschauer bejubelten den Erfolg, der den Hannoveranern den ersten Aufstieg in die Eliteklasse sicherte.

21 Jahre später wiederholte sich die Geschichte, allerdings in einem indirekten Duell. 96 verharrte damals schon neun Jahre in der 2. Bundesliga und schien 1984/1985 mit einer stark verjüngten Mannschaft kaum reif für vordere Tabellenplätze zu sein. Der KSV dagegen hatte nach schweren Zeiten in der hessischen Amateuroberliga die Rückkehr in die 2. Liga geschafft und dort 1983 sowie 1984 als Vierter knapp den Sprung in die Erstklassigkeit verpasst.

Der Kasseler Torhüter Hans Wulf wehrt ab zur Ecke.

Der Kasseler Torhüter Hans Wulf wehrt ab zur Ecke.

Quelle:

Der KSV wurde auch 1985 seiner Favoritenrolle gerecht, 96 dagegen überraschte mit Trainer Werner Biskup und stürmte auf die Spitzenränge. Am vorletzten Spieltag trennten sich beide Teams 2:2 in Kassel, damit verteidigten die Hessen den 1. Rang, 96 lag einen Punkt zurück auf dem 3. Platz. Doch am letzten Spieltag gab es die dramatische Wende: Kassel unterlag in Nürnberg mit 0:2, 96 schlug dagegen Hertha BSC mit 2:0 durch Tore von Dieter Timme und Frank Hartmann und schob sich auf den 2. Platz. 60 000 Besucher im Niedersachsen-Stadion feierten die Rückkehr der „Roten“ in die 1. Liga. Kassel dagegen musste sich zum dritten Mal in Folge mit dem 4. Platz in der 2. Liga begnügen.

Auch im Pokal gibt es eine Vorgeschichte – aus dem Oktober 1985. Wieder jubelte Hannover am Schluss, nach einem 2:1-Heimsieg.

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