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Saisonvorbereitung von 96 Die Neuen greifen an

Die Saisonvorbereitung geht in die heiße Phase: Felix Klaus, Uffe Bech und wohl auch Mevlüt Erdinc werden heute in Ilten gegen RCD Mallorca ihr Debüt im 96-Trikot geben. Donnerstag geht es dann ins Trainingslager im österreichischen Saalfelden.

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Werden heute erstmals für Hannover 96 spielen: Uffe Bech (von links), Felix Klaus und Mevlüt Erdinc.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Die Saisonvorbereitung unter Michael Frontzeck hat es in sich. Das zeigten schon die vergangenen Wochen. Auch jetzt kommt man ins Staunen: Ehe Hannover 96 Dienstagabend (19 Uhr) in Ilten zum Testspiel gegen RCD Mallorca antritt, hat der Chefcoach der „Roten“ noch eine schweißtreibende Trainingseinheit angesetzt. Von 9.30 Uhr an will er weitere Eindrücke sammeln, wie es beim Fußball-Bundesligisten um Form, Fitness und taktisches Verständnis bestellt ist. Denn so allmählich muss sich der Spielerkreis herauskristallisieren, auf den Frontzeck von August an setzt. Schon in knapp drei Wochen wird es ernst - die „Roten“ müssen in Kassel im DFB-Pokalwettbewerb erstmals Farbe bekennen.

Erstmals hat Neuzugang Mevlüt Erdinç bei Hannover 96 trainiert.

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Damit wird die allgemeine Experimentierphase kürzer - und zusehends interessanter. Das Schaulaufen geht in die entscheidende Phase, das wird gegen den spanischen Zweitligavertreter deutlich werden. 96 präsentiert den Zuschauern heute erstmals Uffe Bech und Felix Klaus, und wohl auch Mevlüt Erdinc, der als sechster und vorerst letzter Neuer zum Team stieß und bei der offiziellen Saisoneröffnung am Sonntag schon mal viele neugierige Blicke auf sich zog, dürfte zu seinem Debüt bei seinem neuen Club kommen. Das verheißt mehr Torgefahr, die 96 gut gebrauchen kann, wie sich in der Vorbereitung zeigte.

Auch dieser und jener, den man bei den „Roten“ bereits gut kennt, kehrt vor Publikum auf den Platz zurück. Salif Sané etwa, der aufgrund von Länderspielaufgaben später als seine Mannschaftskollegen aus dem Urlaub zurückkehrte, wird nach seinem 45-minütigen Auftritt in Ramlingen heute wohl wieder länger im Einsatz sein. Wenn es am Donnerstag ins Trainingslager nach Saalfelden in Österreich geht, wird zudem Miiko Albornoz - jüngst im chilenischen Trikot bei der Copa America dabei, wo sich sein Team als Überraschungssieger feiern durfte - zur Reisegruppe aus Hannover gehören.

Und dennoch grübelt Frontzeck weiter. Das hat nicht nur mit dem noch zu großen Kader zu tun, sondern auch mit dem Ausfall von Hiroshi Kiyotake, der 96 aufgrund eines Mittelfußbruchs zumindest im August noch nicht zur Verfügung stehen wird. Eine Vakanz auf der sogenannten Zehner-Position ist die Folge. Noch ist unklar, ob der Club personell auf diesen Ausfall reagiert. Mit Sebastian Ernst und Kenan Karaman hat der 96-Trainer zwei jungen Spielern die Chance gegeben, sich in dieser Rolle zu präsentieren. Bislang jeweils eine Halbzeit lang - jetzt aber will Frontzeck mehr sehen. „Diese Phase ist vorbei“, sagt der Trainer und plant für heute den Einsatz eines Kandidaten für zumindest über eine Stunde. Ernst agiere vom Typ eher wie Kiyotake, sagt Frontzeck, Karaman könne er sich auch als zweiten Stürmer vorstellen.

Eine solches Variante im Spielsystem ist laut Frontzeck grundsätzlich ohnehin eine Möglichkeit. Und noch ist Zeit, das zu testen.

96-Spiele in Ilten haben seit 1999 Tradition. Zur Gast waren hier schon Teams wie Werder Bremen, FC Antwerpen, Stoke City und Twente Enschede. Karten für den Vergleich mit RCD Mallorca kosten 10 Euro (ermäßigt 5). Einlass ist von 18 Uhr an.

Claassen beweist langen Atem auf Mallorca

Hannoverscher Besitzer mit Visionen: Utz Claassen hat große Pläne. Im kommenden Jahr wird der RCD Mallorca 100 Jahre alt, dann soll es für den spanischen Fußball-Zweitligisten mit der Rückkehr in die Primera Division klappen. Und vorher will der Hannoveraner bis zum Zweitligastart in Spanien Ende August mal schnell das Stadion „Son Moix“ so umbauen, dass die Tribünen näher ans Spielfeld rücken.

Als Claassen vor ein paar Jahren Anteile an dem Club erwarb, glaubten viele, es handele sich um ein kurzfristiges Projekt des früheren 96-Präsidenten. Doch Claassen meint es wirklich ernst mit seinem Plan, RCD zu einer Topadresse hinter dem FC Barcelona und Real Madrid zu machen – das glaubt man ihm mittlerweile auf der Insel, und das hat ihm viel Respekt bei den Mallorquinern eingebracht, die der Machenschaften in der Führungsetage überdrüssig waren. Claassen bewies langen Atem, besetzte Posten neu, erwarb immer mehr Anteile und übernahm selbst den Chefposten – mittlerweile gehören ihm und seiner Frau Anette mehr als 98 Prozent von RCD. Die Claassens sind damit die einzigen deutschen Besitzer eines Fußball-Proficlubs.

Seitdem RCD Mallorca am Ende der Saison 2012/2013 nach 15 Jahren Erstligafußball in die 2. Liga abgestiegen ist, hat die Vereinsführung sechs Trainer entlassen, zuletzt Waleri Karpin und Miquel Soler. Für die neue Saison setzen Claassen und sein Sportdirektor Miquel Ángel Nadal, der auf der Insel als Fußballheld verehrt wird, auf den Katalanen Albert Ferrer, Spitzname „Chapi“. Ferrer hatte vorher den FC Córdoba trainiert. Claassen nahm damit Abstand von seinen Plänen, die früheren deutschen Nationalspieler Stefan Effenberg und Lothar Matthäus zu verpflichten. Der frühere 96-Trainer Peter Neururer hatte sich über seinen Berater selbst ins Gespräch gebracht.

Um RCD Mallorca für deutsche und englische Touristen attraktiver zu machen, will Claassen Profis aus beiden Ländern verpflichten, mit Timon Wellenreuther ist ihm das bereits gelungen. Der talentierte Torwart, der für Schalke 04 schon in der Champions League gespielt hat, wurde ausgeliehen.

RCD Mallorca bereitet sich in Deutschland auf die Saison in Spanien vor. Im ersten Test gab es ein 2:2 gegen Regionalligist Rot-Weiß Essen.

Von Heiko Rehberg

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