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So sind Ex-96-Profis in die Saison gestartet

Bittencourt & Co So sind Ex-96-Profis in die Saison gestartet

Neustart in der Fremde: Nach dem Weggang von Hannover 96 haben noch nicht alle ehemaligen Profis der Roten ihr Glück gefunden. Leonardo Bittencourt ist dabei entschieden besser gestartet als der ehemalige Kapitän Lars Stindl.

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Ein Tor hat Leonardo Bittencourt in seinem ersten Bundesligaspiel für den 1. FC Köln nicht erzielt. Beim Jubeln war er aber mit dabei, hier auf dem Rücken von Stürmer Anthony Modeste. Fotos: Pixathlon, dpa, imago (2)

Quelle: Bernd Feil/M.i.S.

Hannover. Irgendwie bleibt man ja immer ein „Roter“, wenn man als Fußballprofi einmal für Hannover 96 gespielt hat. Und ein bisschen bleibt jeder Ehemalige im Herzen der Fans - der eine mehr, der andere weniger.

Zwölf Spieler haben 96 vor der neuen Bundesligasaison verlassen. Jan Schlaudraff, Christian Pander (beide noch ohne Verein) und Markus Miller (Karriereende) werden am Sonnabend 20 Minuten vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen von 96-Clubchef Martin Kind „in einem angemessenen Rahmen“ verabschiedet.

Fast alle anderen Profis, die gehen mussten, nicht bleiben wollten oder deren Vertrag auslief, tragen neue Trikots. Jimmy Briand zum Beispiel, der Franzose, der erst im Abstiegskampf seine Klasse zeigte, ist in seine Heimat zurückgekehrt. Dort spielt er nun für EA Guingamp und ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Am vergangenen Spieltag beim 0:1 gegen seinen ehemaligen Club Lyon wurde Briand in der 73. Minute eingewechselt.

Briand hat die Fans lange zur Weißglut gebracht und war am Ende ein Publikumsliebling, Hannover wird ihn nicht ganz aus den Augen verlieren. Anders als Joao Pereira, den Portugiesen, der im Abstiegskampf vor allem auf sein Schuhwerk Wert legte. Er ist zu Sporting Lissabon zurückgekehrt, bei 96 wird man seinen Namen schnell vergessen haben, genau wie den von Marius Stankevicius, der einen neuen Arbeitgeber sucht.

Anders verhält es sich mit dem ehemaligen Kapitän Lars Stindl, Leonardo Bittencourt, Didier Ya Konan und Joselu. Sie alle waren beim Publikum sehr beliebt, für Joselu galt das zumindest die paar Monate, bis der Spanier die Lust an 96 und am Toreschießen verlor.

Wie ist für die vier Profis der Start beim neuen Club gelaufen? Wir haben die Spieler beobachtet - ein kleiner Ehemaligen-Report.

Starker Auftritt von Leonardo Bittencourt

Beim Mitjubeln war der frühere 96-Profi wie in Hannover der Erste. Huckepack bei Anthony Modeste, der mit einem Schnuller via Fernsehkamera einen Gruß an seinen Sohn Brooklyn schickte, feierte Bittencourt den ersten Kölner Treffer beim 3:1-Auftaktsieg in Stuttgart.

Er habe nicht daran geglaubt, dass 96 ihn ziehen lassen würde, hatte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke vor dem Bundesligaauftakt in einem Interview gesagt. Bei vielen hannoverschen Fans hielt sich dagegen die Enttäuschung in Grenzen, als der 21-Jährige, der bei 96 fleißig das Vereinswappen geküsst hatte, überraschend verkündete, er suche eine neue Herausforderung.

In Stuttgart war am ersten Spieltag ein Bittencourt zu sehen, wie man ihn sich öfter im 96-Trikot gewünscht hätte. Dass er Tempo und Technik besitzt, ist bekannt, dass er über 90 Minuten auch große taktische Disziplin mitbringen kann, ist neu. Bittencourt spielte beim 1. FC im linken offensiven Mittelfeld, macht er so weiter, könnte er in Köln den großen Durchbruch schaffen, mit dem es in Dortmund und Hannover nicht geklappt hatte. In dieser Form wird er 96 fehlen – nicht nur, weil er so mitreißend jubelt. Und Schmadtke, der bereits bei 96 bei Transfers sehr oft ein gutes Händchen gezeigt hatte, darf man mal wieder zu seinem „Diamantenauge“ gratulieren. Er hat in Bittencourt gesehen, was der junge Profi in Hannover meist versteckt hat.

Für den Deutsch-Brasilianer kommt nun der schwerste Schritt: Er muss diese Auftritte wiederholen. Nicht jeden Spieltag, das erwartet auch in Köln niemand. Aber öfter als in Hannover.

Lars Stindl ist als Stratege überfordert

Beim Pokalsieg beim FC St. Pauli hatte Lars Stindl mit einer starken Leistung und zwei Treffern noch gezeigt, warum die Hälfte der Mönchengladbacher Fans glaubt, dass er der Spieler der Saison wird. Beim Bundesligaauftakt ging es Stindl wie der gesamten Mannschaft: Beim 0:4 in Dortmund hinterließ er einen schwachen Eindruck. Bei 96 spielte Stindl meist offensiv hinter den Spitzen oder auf der rechten Seite. In Mönchengladbach soll er zusammen mit Granit Xhaka im defensiven Mittelfeld für Ordnung sorgen und die Bälle nach vorn auf den Weg bringen. Beides klappte nicht. Stindl hatte nur 60 Ballkontakte. Zum Vergleich: Ilkay Gündogan war als zentraler Mittelfeldspieler des BVB 112-mal am Ball. Stindls Ballverlust am Dortmunder Strafraum leitete zudem den Konter ein, der zum 0:3 nach 33 Minuten führte. Eines wurde deutlich: Ein Stratege ist der 26-Jährige noch nicht.

Ya Konan legt sich mit dem Trainer an

Nach 77 Minuten war diesmal Schluss für den Stürmer: Bei der 0:1-Niederlage von Fortuna Düsseldorf in Heidenheim wurde Ya Konan ausgewechselt, im Fachmagazin „kicker“ gab es für ihn die Note 5. Der bei 96 stets freundliche „Didi“ hat sich zudem mit Trainer Frank Kramer angelegt, der in Heidenheim „Galligkeit und Biss vor dem Tor“ vermisst hatte. Das ließ Ya Konan, der bislang einmal für die Fortuna getroffen hat, nicht auf sich sitzen. „Wir haben zu wenig wirkliche Chancen“, sagte der 31-Jährige, „und dann werden wir Stürmer nicht gut genug angespielt.“

Joselu ist noch im Schatten von Mame Diouf

Der Gesichtsausdruck von Joselu, mit dem er den Saisonauftakt im Heimspiel gegen den FC Liverpool verfolgte, kam den 96-Fans bestens bekannt vor. Mit säuerlicher Miene beobachtete der frühere 96-Stürmer das 0:1 seines neuen Clubs Stoke City von der Bank aus. Im Auswärtsspiel bei Tottenham Hotspur wurde der Spanier nach einer Stunde beim Stand von 0:2 eingewechselt. Ein Tor gelang Joselu, für den Stoke 8 Millionen Euro Ablöse bezahlt hat, zwar nicht. Doch mit ihm schaffte Stoke noch ein 2:2. Torschütze zum Ausgleich: Mame Diouf. Und den vermissen sie in Hannover wirklich.

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