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Was ist nur bei Hannover 96 los?

Vor DFB-Pokal-Spiel Was ist nur bei Hannover 96 los?

Die Stimmung ist nach zwei Niederlagen bei Hannover 96 mies. Noch dazu verstärken randalierende Chaoten das traurige Bild, das die Roten zurzeit in der Öffentlichkeit abgeben. Daher gilt beim DFB-Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Mittwoch umso mehr: Rausfliegen verboten.

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Rausfliegen verboten: Nach zwei Niederlagen in Folge steht 96-Trainer Daniel Stendel im Pokalspiel gegen Düsseldorf zum ersten Mal unter Druck.

Quelle: imago

Hannover. Es kommt mal wieder knüppeldick für 96. Es sind erst zehn Spiele in der 2. Fußball-Bundesliga absolviert, und schon ist die Stimmung bei den „Roten“ so mies wie das momentane Herbstwetter. Das hat zum einen mit den schlechten sportlichen Leistungen in den vergangenen zwei Wochen zu tun, durch die 96 nach zwei Niederlagen in Folge auf Platz 5 in der Tabelle abgerutscht ist. Für den Aufstiegsfavoriten der Liga ist das viel zu wenig, und auch vom Vertrauensvorschuss der Fans für Mannschaft und Trainer ist vor dem Heimspiel der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Fortuna Düsseldorf (18.30 Uhr) einiges abhanden gekommen.

Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, verstärkt sich das traurige Bild, das Hannover 96 zurzeit in der Öffentlichkeit abgibt, auch noch durch die Auftritte von randalierenden Chaoten, die sich gerne als 96-Fans bezeichnen, aber keine sind. Während der Begegnung bei Union Berlin sorgten sie durch das Abbrennen von Pyrotechnik für eine Spielunterbrechung, nach der Partie in Nürnberg verwüsteten sie auf der Rückfahrt nach Hannover Abteile eines ICE.

In diesem Zug saß auch Clubchef Martin Kind, dem die Ereignisse bei 96 auf und neben dem Platz große Sorgen bereiten. „In meinem Abteil waren auch Ultras, die mich beschimpft haben. Eine angenehme Fahrt war das nicht“, sagt Kind. Der 72-Jährige ist in der Vergangenheit immer wieder von den eigenen Fans kritisiert und angegangen worden, die Pöbeleien im Zug heben die Situation jedoch in eine neue, erschreckende Dimension.

In unserer Einzelkritik lesen Sie, wie sich die Hannover-96-Spieler gegen Nürnberg geschlagen haben.

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Auch die sportliche Situation bereitet dem 96-Boss reichlich Unbehagen. „Die Richtung in den letzten Spielen gefällt mir überhaupt nicht. Wir haben uns gegen bessere Gegner nicht durchsetzen können“, sagt Kind. Die bisherigen fünf Siege schafften die „Roten“ alle gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte - mit dem VfB Stuttgart, dem 1. FC Heidenheim und Tabellenführer Eintracht Braunschweig kommen die dicken Brocken noch. „Wir müssen aufpassen, denn wir sind in einer sehr gefährlichen Situation“, sagt Kind und nimmt Management, Mannschaft sowie Trainer in die Pflicht: „Alle Verantwortlichen sollten sich darüber im Klaren sein, wie schwierig die Situation ist. Alle sind jetzt gefordert, das zu ändern.“

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Deutliche Worte des Clubchefs, die auch bei Stendel angekommen sein dürften. Zum ersten Mal seitdem der 42-jährige Cheftrainer der Profis ist, bläst ihm kräftiger Gegenwind ins Gesicht. Ja, die Situation sei schwierig, sagt Stendel, „weil wir uns das Leben selbst schwer machen. Wir wussten, dass wir irgendwann Widerstände wegräumen müssen. Da sind wir dabei. In solchen Situationen zeigt sich, wie stark die Mannschaft ist, wie stark der Charakter der Spieler. Die Mannschaft und ich sind überzeugt von unserem Weg, den wir auch weitergehen werden.“

Kind ist jedoch der Meinung, dass Mannschaft und Trainer diesen Weg schon verlassen haben. „Wir haben unsere Linie verloren. Von dem, was wir vor Saisonbeginn definiert haben, sind wir meilenweit entfernt“, sagt der 96-Boss und meint damit nicht den Rückstand von lediglich drei Punkten zum zweiten Platz. Von der offensiven, unbekümmerten und erfolgreichen Spielweise zum Ende der vergangenen Saison, mit der 96 auch in der 2. Liga durchstarten wollte, ist nicht mehr viel übrig geblieben.

„Ich gehe nicht davon aus, dass wir pro Spiel zehn glasklare Chancen haben. Wir haben aber Steigerungspotenzial wenn es darum geht, Tore zu erzielen und Tore zu verhindern“, sagt Stendel. Dass sein Team dazu in der Lage ist, habe es bereits bewiesen. „Vor drei Wochen war nach drei Siegen ohne Gegentor alles gut. Jetzt ist nicht alles schlecht.“

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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