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Sportdirektor Dirk Dufner verlässt 96

Auf eigenen Wunsch Sportdirektor Dirk Dufner verlässt 96

Jetzt ist es offiziell: Dirk Dufner schmeißt hin. Der Sportdirektor von Hannover 96 verlässt den Verein bereits Ende August. Dufner hatte Martin Kind um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Wer sein Nachfolger werden soll, ist noch nicht bekannt.

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Dirk Dufner hört auf eigenen Wunsch als Sportdirektor bei Hannover 96 auf.

Quelle: Petrow/Archiv

Hannover. Die Meldung kam mit gut zweimonatiger Verspätung. „Hannover 96 und Sportdirektor Dirk Dufner werden die Zusammenarbeit zum Ende der laufenden Transferperiode einvernehmlich beenden“, hieß es in einer Mail des Fußball-Bundesligisten. Was noch Ende Mai jeder erwartet hatte, war am Dienstag doch eine kleine Überraschung. Auch, dass das Ganze diesmal auf die Initiative Dufners zurückging.

„Ich habe mir das alles sehr reiflich überlegt“, sagte der Sportdirektor, „und finde den Zeitpunkt sehr gut.“ Am 31. August, so wurde es zumindest am Dienstag vereinbart, wird Dufner die Zelte in Hannover abbrechen. 96-Clubchef Martin Kind nahm den Schritt seines leitenden Angestellten gelassen hin. „Diese Entscheidung ist zu respektieren“, sagte er. Dufner habe ihn um Gespräche gebeten, dabei sei ihm schnell klar geworden, dass es am Ende nur eine Trennung geben könne. „Wir haben beide keine Perspektive mehr für ihn bei uns gesehen“, sagte Kind.

Der 96-Clubchef hatte dem 47-Jährigen bereits zum Ende der vergangenen Saison aufgrund der sportlichen Talfahrt und des Abstiegskampfes mehrfach das Vertrauen abgesprochen und damit den Raum für Spekulationen eröffnet. Dufner stand vor dem Abschuss und blieb nur im Amt, weil sich Kind völlig überraschend doch nicht von ihm trennte. Der Sportdirektor durfte daraufhin den zweiten Umbruch der Mannschaft in zwei Jahren vornehmen. Und das, obwohl der erste Versuch bereits gründlich danebengegangen war.

Die Skepsis bei allen war groß. „Natürlich habe ich im April und Mai einiges um die Ohren bekommen“, sagte Dufner, „so etwas lässt einen nicht kalt. Ich habe oft gedacht: Hey, du bist am falschen Ort.“ Doch er habe sich der Herausforderung gestellt und „intensiv versucht, einen guten Kader zusammenzustellen. Einen mit großer Perspektive“.

Es ist allerdings ein zweiter Versuch, der gerade nach der schwachen Vorbereitung der Bundesligamannschaft mit holprigen Tests von der Öffentlichkeit äußerst misstrauisch beäugt wird. Besonders im Internet mehrt sich die Zahl der Stimmen, die Dufner vorwerfen, vor der Verantwortung zu fliehen, aus Angst, das verjüngte Team könne gnadenlos scheitern. „Das ist doch völliger Quatsch“, sagte Dufner, „ich bin überzeugt von diesem Kader.“ Die junge Truppe habe viele Möglichkeiten. Allerdings auch die, dass sie abstürzt. Und Dufner ist es wohl wieder nicht gelungen, Identifikationsfiguren zu verpflichten. Kind stellt sich hier auf die Seite seines Noch-Sportdirektors. „Man muss der Mannschaft die nötige Zeit geben“, sagte er. Die Spekulationen um eine mögliche Flucht Dufners wollte er nicht kommentieren, „auch wenn der Zeitpunkt, den Dufner gewählt hat, mich schon überrascht hat“.

Dufner beteuerte noch einmal, dass diese kein Beweggrund für seinen Abschied seien und betonte auch, dass er den Schritt nicht gemacht habe, weil er bereits einen neuen Arbeitgeber in petto habe. „Ehrlich nicht“, sagte er. „Ich weiß, dass ich eine Pause brauche.“ Im April 2013 habe er vormittags noch am Schreibtisch in Freiburg gesessen, nachmittags bereits bei 96. „Das war ein Fehler“, sagte er, „und mir eine Lehre.“ Er freue sich auf die Zeit mit seinen Kindern.
Dufner ist zwar noch bis Ende August 96-Angestellter. Aber sollte es bis dahin noch einen Transfer geben, wird das wohl eher Chefsache. „Darüber werden wir in den nächsten Tagen noch reden“, sagte Kind.

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Dirk Dufner ist bereits Geschichte bei Hannover 96. Auch wenn der Sportdirektor noch bis Ende des Monats einen Vertrag hat, so wird bei den „Roten“ bereits mit Hochdruck an der Suche nach einem Nachfolger gearbeitet. Diesmal jedoch, das hat sich Martin Kind fest vorgenommen, wird dabei nichts übers Knie gebrochen. 

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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