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„Ich drücke noch nicht die Paniktaste“

Steven Cherundolo im HAZ-Interview „Ich drücke noch nicht die Paniktaste“

Steven Cherundolo spielt seit 14 Jahren bei Hannover 96 und hat in 
dieser Zeit schon einiges erlebt. Vor dem Nordderby gegen den HSV am Sonntag (15.30 Uhr) spricht der Kapitän der „Roten“ im HAZ-
Interview über die Krise, fehlenden Zusammenhalt und seine Verletzung.

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„Ich bin durch und durch 96 – wenn es dem Verein gut geht, dann geht es mir auch gut“: Steven Cherundolo.

Quelle: zur Nieden

Hannover. Herr Cherundolo, wir wollen ein kleines Quiz mit Ihnen machen: Wir sagen Ihnen drei Daten, und Sie verraten uns, was sie damit verbinden. Da wäre zuerst der 21. Februar 1999.

Das war zwei Tage nach meinem Geburtstag. Da fällt mir sonst nichts Besonderes ein, wir müssten in der 2. Liga gespielt haben. 

Es war Ihr erstes Spiel für 96.

Das erste Spiel? Ich wusste nicht genau, wie lange das Trainingslager war. Dann war es das Spiel in Uerdingen. Wir haben 1:0 gewonnen, das Tor hat der eingewechselte Fabian Gerber geschossen, und ich habe im zentralen Mittelfeld gespielt.

Wie ist es mit dem 18. Mai 2013?

Das müsste mein 300. Spiel gegen Düsseldorf gewesen sein.

Genau – und zugleich Ihr letztes bislang. Und der 12. Juni 2014?

(lacht) Da ist das Eröffnungsspiel der WM – dann dabei zu sein, wäre toll. Damit würde meine internationale Karriere sicherlich enden. Und womöglich auch meine komplette Karriere als Fußballer. 

Steven Cherundolo ...

... wurde am 19. Februar 1979 in Rockford im amerikanischen Bundesstaat Illinois geboren. Im Januar 1999 wechselte er von der University of Portland für damals 250 000 Mark zu Hannover 96 und absolvierte seitdem 415 Spiele für die „Roten“. 2010 heiratete er seine langjährige Freundin Mandy, im August dieses Jahres wurde Tochter Liv geboren. Cherundolo stand 62-mal im Nationalteam der USA, mit dem er die Weltmeisterschaften 2002, 2006 und 2010 bestritt.

Sie machen wegen ihrer Knieverletzung eine schwierige Zeit durch. Wie geht es Ihnen aktuell?

Es ist nach wie vor unbefriedigend für mich, nicht jeden Tag mitmachen zu können. Ich hoffe immer noch, dass diese Probleme irgendwann vorbei sind. Ich bin auf einem guten Weg und kann das Leistungsniveau erreichen. Im Moment reicht es nicht für jeden Tag, aber durch gezieltes, individuelles Training bekommen wir das ganz gut hin. Für mich geht es jetzt in erster Linie darum, Einsätze zu bekommen. Das Spiel in Celle gegen St. Pauli war wichtig, der nächste Schritt für mich ist, wieder in der Bundesliga zu spielen. Darauf muss ich konsequent hinarbeiten und für diesen Moment fit sein – nicht unbedingt für das Training am Montag. 

Leon Andreasen, der ja leider ein Experte für langwierige Verletzungen ist, hat einmal gesagt, das Schlimmste sei, dass man immer in seinen Körper hineinhorcht. Geht Ihnen das genauso?

Klar ist es eine Zeit, in der man wirklich auf seinen Körper hören muss. Ich bin wie Leon sehr ehrgeizig und will so schnell wie möglich wieder dabei sein. Das ist aber nicht immer die beste Lösung, weil der Körper manchmal anderer Meinung ist. Man muss aufpassen, dass man nicht zu früh anfängt – das war bei mir mit Sicherheit der Fall. 

Waren Sie in dieser Phase auch einmal an dem Punkt, dass Sie alles hinschmeißen und ihre Karriere beenden wollten?

Fußball ist so ein schnelllebiges Geschäft. Mal ist man der Held, mal der Depp, mal ist man topfit, mal verletzt. Ich habe genug Erfahrung, mich mit solchen Gedanken nicht zu quälen. Klar gibt es Tage, an denen ich frustriert bin. Aber dann fährt man nach Hause, spricht mit seiner Frau, spielt ein bisschen mit seinem Kind oder dem Hund – und dann weiß man schnell wieder, dass morgen ein neuer Tag ist. Man darf nicht die Geduld verlieren.

Sie hatten zuletzt notgedrungen viel Zeit, sich 96 als Zuschauer anzuschauen. Haben Sie die Krise kommen sehen?

Niemand kann voraussehen, was kommt. Fakt ist, dass 96 im Sommer einen Umbruch eingeleitet hat. Die Sportliche Leitung war der Meinung, dass er nötig war, und es ist nicht mein Job als Spieler, das zu bewerten. Wenn man so etwas macht, dann kann es immer zu der Schwierigkeit kommen, dass eine Mannschaft ein bisschen länger braucht, sich zu finden. Im Nachhinein haben wir  das Kennenlernen und Zusammenrücken vielleicht ein bisschen vernachlässigt und waren zu optimistisch, weil wir zum Saisonstart gleich gute Ergebnisse erreicht haben. Nichtsdestotrotz sehe ich noch immer jede Menge Potenzial in diesem Kader. Und es ist jetzt unser Job, das abzurufen. 

Was können Sie denn als Kapitän zum Zusammenwachsen der Mannschaft beisteuern, wenn Sie gar nicht mit auf dem Platz stehen?

Wenn man lange verletzt ist und zum Teil zu ganz anderen Zeiten trainiert als die Mannschaft, ist das schwierig, das gebe ich zu. Aber jetzt bin ich seit einigen Wochen wieder dabei und versuche einige Dinge weiterzugeben, die ich über die Jahre gelernt habe. Ich versuche in der Kabine konkrete Anweisungen zu geben, damit die Jungs zueinander finden und wir als Mannschaft wirklich eins werden. Es war die beste Zeit, als wir als Einheit aufgetreten sind. Da sind 49 000 Zuschauer nach Hause gegangen und haben gesagt: „Das war ein super Team, das zusammen gespielt und gekämpft hat.“ Genau dieses Gefühl müssen wir den Fans wieder geben. Und das war zuletzt nur teilweise der Fall. 

Auffällig ist, dass das schnelle Umkehrspiel, das über Jahre der Schlüssel zum Erfolg war, nicht mehr funktioniert. Liegt das daran, dass sich die Gegner darauf eingestellt haben oder hat sich durch den Umbruch die Philosophie der Mannschaft verändert?

Ich meine nicht, dass wir eine andere Philosophie haben. Das wird ja auch weiterhin so trainiert. Fakt ist, dass man uns mit unserer Spielweise in der Bundesliga sicherlich wahrgenommen hat und wir jetzt insbesondere zu Hause das Spiel mehr machen müssen. Aber genau dafür waren die Neuverpflichtungen im Sommer sehr klug, weil wir uns in puncto Spielaufbau und Ballsicherheit verbessert haben. Aber dieses Potenzial müssen wir jetzt auch konstant abrufen, damit es im Spiel den Unterschied macht. 

Sie haben in den 14 Jahren bei 96 schon eine Menge erlebt. Wir ordnen Sie die jetzige Situation ein?

Ich drücke noch lange nicht auf die Paniktaste. Es ist sogar eine Chance, weil die Mannschaft sich in einer solchen Phase besser kennenlernen kann. Man sieht jetzt, wer die Situation versteht, wer die Meter macht, die wehtun und die wir gerade jetzt brauchen. In solchen Phasen zeigen sich die wahren Charaktere. Wobei ich betone, dass es für mich noch keine große Krise ist. Wir haben einige schlechte Ergebnisse erzielt, und es gibt keinen Ersatz für Erfolge und Punkte. Deshalb nennen wir es vielleicht lieber Ergebniskrise. Und in der ist es eine Chance für viele Spieler zu zeigen, dass auf sie Verlass ist. 

Hatten Sie auch den Eindruck, dass es auf dem Platz an Führungsspielern mangelt, die das Heft in die Hand nehmen?

Ich halte nichts von dem Begriff Führungsspieler. Als ich das Kapitänsamt vor ein paar Jahren übernommen habe, war ich auch kein klassischer Führungsspieler. Für mich ist es wichtig, dass der Kapitän in der Kabine zeigt und sagt, wo es langgeht. Aber wir müssen als Mannschaft auftreten. Alleine schafft es keiner mehr, diese Zeiten sind vorbei, dafür geht alles viel zu schnell. Es müssen alle etwas mehr Verantwortung übernehmen – auch die Neuzugänge. Wir müssen alle etwas mehr an einem Strang ziehen, egal was es für die persönliche Entwicklung oder die Rolle auf dem Platz bedeutet. Wenn jeder nur für sich spielt, wird es gefährlich. 

Haben Sie den Eindruck, dass zuletzt nicht immer alle an einem Strang gezogen haben?

Es gab einfach viele Situationen durch Verletzungen uns Sperren, in denen wir umbauen mussten. Wenn man sowieso viele neue Spieler im Kader hat, dann braucht es eine gewisse Zeit, bis man sich eingespielt hat. Aber wenn man viele Verletzte hat und ständig etwas ändern muss, dann haben viele Jungs auf dem Platz Probleme. Ein gutes Beispiel ist Lars Stindl. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, aber er hat mal rechts gespielt, dann wieder im Zentrum. Das ist für ihn nicht befriedigend und auch für die Mannschaft nicht. Sie braucht Lars mit der stabilen Leistung, die er bringt, auf einer Position und nicht immer woanders. Wir hatten ein paar gute Jahre, in denen wir wenig Verletzte hatten und immer mit denselben zwölf oder 13 Leuten spielen konnten. Dann läuft es, und es passiert nichts. Aber die vergangenen Wochen waren in dieser Hinsicht echt schwierig. 

Sie haben Lars Stindl angesprochen. Er vertritt sie als Kapitän und interpretiert diese Rolle auf dem Platz sehr viel offensiver gegenüber dem Schiedsrichter als Sie. Sprechen Sie darüber mit ihm?

Ja, ich frühstücke fast jeden Tag zusammen mit Lars, und natürlich reden wir auch darüber. Gerade am Anfang der Saison hat er sehr viele Fragen gehabt. Als Kapitän ist es wichtig, dass man authentisch bleibt und sich nicht verstellt. Lars macht das super. Er war auch schon vor seiner Zeit als Kapitän sehr präsent auf dem Platz und lautstark. Ob die Schiedsrichter das mögen oder nicht, das ist eine andere Frage. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, wenn man ruhig und sachlich mit ihnen spricht. Auf der anderen Seite hatte ich aufgrund meiner Position als rechter Verteidiger auch nicht so oft die Gelegenheit, mit den Schiedsrichtern zusammenzutreffen. Bei Lars ist das anders. Er ist zentral und der Schiedsrichter meist auch. Das ergibt sich dann.

Wenn es nicht so gut läuft, steht auch der Trainer in der Kritik. Im Internet diskutieren die Fans bereits heftig über Mirko Slomka. Verfolgen Sie das?

Nein.

Ist es denn ein Thema in der Kabine?

Nein, und das darf es auch nicht sein. Wir haben sehr viel Erfolg und gute Zeiten mit dem Trainer gehabt. Jetzt ist eine Phase, in der wir die Ergebnisse nicht erzielen. Aber wir sind es nicht nur dem Trainer schuldig, aus dieser Situation herauszukommen, sondern in erster Linie den Fans, dem Verein und uns selbst. Denn wir sind besser als das, was wir im Moment spielen. Und das müssen wir uns selber beweisen. Wir müssen miteinander spielen und nicht jeder für sich. Wenn wir das machen, dann können wir gestärkt aus der Situation herauskommen.

Die nächste Gelegenheit dazu ist am Sonntag in Hamburg. Aber das ist ein Auswärtsspiel – und die Bilanz in dieser Saison kennen Sie auch ...

Ja, das ist nicht gut. Klar, der Spielplan war ungünstig. Aber gerade in Dortmund, in Leverkusen und in München haben wir gut gespielt, und ich hätte ehrlich erwartet, dass wir mit solch einer Leistung in Bremen Punkte holen. Aber in den entscheidenden Momenten, als die Partie entschieden wurde, waren wir nicht da. Und das ist auswärts das A und O. In Hamburg haben wir jetzt die gleiche Chance wie in Bremen. Klar will der HSV zu Hause gewinnen und hat zuletzt gut gespielt. Aber vielleicht liegt unsere Chance ja genau darin, dass sie uns nicht so richtig wahrnehmen und wir zu unserem alten, effektiven Fußball zurückkehren können. 

Beeinflusst einen Profi die Tatsache, dass es ein Auswärtsspiel ist, tatsächlich? Es ist ja in der Regel auch ein Rasenplatz, auf dem zwei Tore stehen ...

Es kommen da mehrere Faktoren zusammen. Erstens spielt der Gegner anders und mit etwas mehr Risiko, weil er zu Hause gewinnen will und muss. Die Zuschauer sind sicherlich ein kleiner Vorteil für die Heimmannschaft. Aber wenn man konsequent über 90 Minuten seinen Fußball spielt, dann dürfte das Ergebnis im Grunde genommen nicht großartig anders sein, als es von der Papierform her erwartet worden ist. Und ich sehe uns im Moment mit Hamburg auf Augenhöhe – vom Kader her haben wir sogar mehr Potenzial. 

Von der Papierform her war das Derby gegen Eintracht Braunschweig aber auch eine klare Sache für 96. Ist der Derbycharakter bei der Mannschaft doch nicht richtig angekommen, oder hat die Kulisse sie mehr gehemmt als angetrieben?

In diesem speziellen Fall war das so. Die Derby-Atmosphäre ist von der Mannschaft verstanden und angenommen worden. Die Fans haben uns super unterstützt, sie waren vor dem Spiel sogar auf dem Trainingsplatz, und wir haben uns mit ihnen zusammengesetzt. Die Jungs wussten Bescheid, aber leider war das Spiel total verkrampft. Man hat gesehen, dass beide Seiten mehr Angst vor dem Verlieren hatten, als dass sie gewinnen wollten. Dieses Spiel hatte nichts anderes als ein 0:0 verdient – und das reicht für uns einfach nicht. 

Auf Ihrer Position spielt mit Hiroki Sakai jemand, der zu Beginn bei 96 große Probleme hatte. Konnten Sie ihm in dieser Phase helfen?

Ja, mit Sicherheit hilft man seinen Kollegen. Es geht um 96 und nicht um einen einzelnen Spieler oder persönliche Geschichten. Klar gibt man Tipps, welche Vorlieben bestimmte Gegner haben. Aber ich finde, Hiroki macht seine Sache im Moment sehr gut, er hat das deutsche Fußballspiel verstanden und angenommen. 

Aber das macht es für Sie nicht unbedingt leichter, ihn von der Position wieder zu verdrängen.

Ich bin durch und durch 96 – wenn es dem Verein gut geht, dann geht es mir auch gut. Ich konnte bislang keine Ansprüche stellen, weil ich ja nie fit war. Ich versuche, mich wie jeder andere Spieler im Training anzubieten. Und wenn es die Gelegenheit gibt, dann will ich auch spielen. Dafür trainiere ich jeden Tag. Außerdem finde ich, dass unsere Spielweisen nicht wirklich ähnlich sind. Ich spiele inzwischen mit 34 Jahren einen anderen Fußball als er und biete der Mannschaft etwas anderes an. Ob das für die Elf besser ist oder schlechter, das muss der Trainer entscheiden. Insofern sehe ich das ganz, ganz locker. 

Hiroki Sakai darf sich wie Sie Hoffnungen auf die Teilnahme an der WM 2014 machen. Welchen Stellenwert hätte es für Sie, in Brasilien dabei zu sein?

Es geht weniger um den Ort. Aber dieses Event ist einfach unglaublich schön. Wer da einmal mitgemacht hat, der weiß, es lohnt sich, so viel Zeit und Arbeit da hineinzustecken. Für sein Land bei einer WM aufzulaufen, ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wenn der Trainerstab und die Mannschaft der USA sagen, dass sie mich dabei haben wollen, dann würde ich niemals Nein sagen. 

Stehen Sie regelmäßig in Kontakt mit dem amerikanischen Nationalcoach Jürgen Klinsmann?

Eigentlich schon. Vor jeder Länderspielnominierung fragt er mit einer kurzen SMS, wie es mir geht. Er ist zwar auch super vernetzt und weiß sehr genau, wie weit ich bin, ohne es von mir hören zu müssen. Aber Kontakt ist immer schön. 

Gibt es denn von ihm ein Signal, dass Sie als sehr erfahrener Spieler garantiert dabei sind, wenn Sie rechtzeitig fit sind?

Absolut nicht. Jeder der 23 Spieler, die mitgenommen werden, wird wirklich auf dem Platz gebraucht. Erfahrung hin oder her, man muss trotzdem noch gut spielen können. Das muss ich beweisen, und leider haben wir vor der Nominierung nur noch ein Länderspiel im März. Aber dann habe ich ja auch noch die Bundesliga als Bühne. 

Der Sommer 2014 ist aber auch noch aus einem anderen Grund spannend, denn dann läuft Ihr Vertrag mit 96 aus. Gab es schon Gespräche über eine mögliche Verlängerung?

Nein, überhaupt nicht. Ich muss erst einmal wieder in der Bundesliga spielen, bevor ich mir darüber Gedanken mache, wie es dann weitergeht. Ich brauche vor April oder Mai nächsten Jahres auch noch keine Gespräche, weil meine Situation eine andere ist als die von normalen Spielern. Ich brauche keine große Planungssicherheit, mein Lebensmittelpunkt bleibt hier in Hannover. Und es ist ja auch stark von der Gesundheit abhängig – da werden wir in der Rückrunde sehen, wohin die Reise geht. 

Klubchef Martin Kind hat schon laut darüber nachgedacht, Sie in anderer Funktion in den Verein einzubinden. Stört Sie das, weil es auf ein baldiges Karriereende hindeutet, oder fühlen Sie sich geehrt?

Das ist absolut positiv, ich finde es sehr gut, dass er so denkt. Ein Verein ist im Fußball zwar ein Geschäft, aber er wird immer noch von Menschen geführt. So muss man miteinander umgehen. Ich finde es sehr gut, wenn Ex-Spieler im Verein gehalten werden. Besonders Spieler, die lange hier waren. Jörg Sievers ist dafür ein gutes Beispiel. Das funktioniert wunderbar, und der Verein weiß auch, dass Jörg immer das Beste für 96 geben wird. Klar kann ich mir das auch vorstellen. Gerade im Nachwuchsbereich könnte ich eine Menge von dem zurückgeben, was ich über die Jahre gelernt habe – und würde auch eine Menge Spaß haben.

Würde man da dann eher den Trainer Cherundolo sehen oder den Sportlichen Leiter Cherundolo?

Das weiß ich nicht. Und ich finde, ich würde mir auch keinen Gefallen tun, wenn ich mich jetzt festlegen würde. Denn erst wenn man drin ist, weiß man wirklich Bescheid. Ein gutes Beispiel ist Valérien Ismaël, mit dem ich noch immer Kontakt pflege und befreundet bin. Der hat auch im Management angefangen und hat dann gesagt: ,Nein, das ist nichts für mich – ich muss auf den Platz.’ Das ist schwer zu sagen.

Haben Sie sich denn schon einmal ernsthaft mit dem Karriereende beschäftigt?

Vielleicht einmal kurz. Aber Fußballprofi zu sein, ist etwas ganz Tolles. Leider weiß man das erst zu schätzen, wenn man etwas älter ist, obwohl man es vorher schon tausendmal gehört hat. Daher werde ich alles daran setzen, so lange weiter Fußball zu spielen, wie es geht. Der Rest kann warten.

Interview: Björn Franz

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