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Hannover 96 siegt vor mickriger Kulisse

Testspiel gegen HSC Hannover 96 siegt vor mickriger Kulisse

Für den Landesligisten HSC Hannover war ein Highlight der Saison – für Hannover 96 ging es darum, Selbstvertrauen zu tanken. Das haben die "Roten" offenbar geschafft. Mit 8:1 gewannen sie am Montag gegen die Amateurspieler. Allerdings kamen nur rund 500 Zuschauer.

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Auf dem Weg zum Tor: 96-Profi Felix Klaus.

Quelle: Lobback

Hannover. Gut eine halbe Stunde vor dem Anpfiff deutet auf der Anlage des HSC Hannover nicht viel darauf hin, dass der Fußball-Landesligist heute hohen Besuch empfängt. An den Bratwurst- und Getränkeständen werden die Wünsche umgehend erfüllt, ein paar Kinder, die auf dem Nebenplatz auf eine Torwart schießen, schauen nur kurz rüber, als die Mannschaft von Hannover 96 zum Warmmachen auf den Platz kommt – und kicken dann weiter. Etwa 150 Zuschauer haben sich bis dahin auf dem Platz an der Constantinstraße eingefunden. Bei Heimspielen des Tabellenführers der Landesliga ist das Interesse nicht geringer.

Herrscht normalerweise bei Auftritten der „Roten“ in der Region immer auch ein bisschen Rummelstimmung, so war davon gestern kaum etwas zu sehen und spüren. Das lag zum Teil an der frühen Anstoßzeit, auf Wunsch von 96 wurde die Partie bereits um 15.30 Uhr angepfiffen. Da sitzen die meisten Fußballfans noch im Büro, und extra freinehmen oder früher Schluss machen für 96, auf diese Idee kommt in diesen Tagen kaum jemand.

„Die Roten kommen. Das Schlagerspiel des HSC Hannover gegen die Bundesligamannschaft von Hannover 96“ stand auf dem Plakat, mit dem der HSC Werbung für das Freundschaftsspiel gegen großen Nachbarn gemacht hatte. Doch der Bundesligist hat in den vergangenen Wochen und Monaten viel Kredit verspielt, um die Fans an einem Montagnachmittag zu mobilisieren. Vielleicht gibt es bei den Anhängern der „Roten“ auch noch eine innere Sperre gegen 96-Spiele am Montag. Wer weiß.

Zwei Tage nach der 1:4-Niederlage in Bremen tritt Hannover 96 zum Testspiel gegen den Landesligisten HSC Hannover an der Constantinstraße an.

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Im Verlauf des Spiels schließen sich die Reihen rund um den Platz zwar immer mehr, am Ende sind es dann doch gut 500 Zuschauer, die den standesgemäßen 8:1-Sieg des Bundesligisten sehen. Aber das Spiel des Jahres, wie das normalerweise so ist, wenn ein Amateurverein sich mit einem Bundesligisten misst, war diese Begegnung für den HSC sicherlich nicht.

Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders. Im Sommer 2012 schauten die „Roten“ das letzte Mal an der Constantinstraße, vorbei, damals, 96 hatte gerade in der Europa League für Furore gesorgt, waren 2500 Besucher neugierig auf den Bundesligisten. Doch das ist lange her. Und so überraschte es auch nicht, dass so mancher Zuschauer gestern nicht unbedingt gekommen war, um die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf einmal aus der Nähe zu betrachten. „Beim HSC spielt Mohammed Chahrour, er ist ein guter Freund von mir, deshalb bin ich hier. 96-Fan bin ich nicht“, sagt Mike Seizinger.

Und Horst Stuhlmüller nutzte das schöne Wetter einfach für einen kurzen Ausflug. „Eigentlich bin ich ein Fußball-Muffel. Aber ich wohne in der Nachbarschaft und wollte einmal ein Spiel zwischen Spitzenreiter und Tabellenletzten sehen“, erzählt der Rentner mit einem Schmunzeln. Das sei doch eine interessante Paarung, meint David Steel aus Gehrden. „Ich bin mal gespannt, ob 96 wenigstens gegen den HSC gewinnt. Ich denke, sie werden es nicht so einfach haben.“

Da täuschte sich der 60-Jährige zwar, doch richtig Stimmung kam nur auf, als dem HSC durch den eingewechselten Cagdas Yagci den Ehrentreffer für den HSC erzielte. Autogramme muss Yagci nach dem Abpfiff nicht geben, da sind die 96-Profi dann doch interessanter. Und die bleiben stehen und erfüllen den Kindern und Jugendlichen ihre Wünsche. Der Andrang hält sich in Grenzen. Es ist kalt geworden. Vielleicht liegt es auch daran.

Tore gegen den Frust

Premiere für Szalai: Tore sind immer gut. Sie sind notwendig, um Spiele zu gewinnen und taugen auch, um Frust abzubauen. Davon hat sich bei den Bundesliga-Fußballern von Hannover 96 in letzter Zeit eine Menge angesammelt. Da kam der deutliche 8:1-Sieg Montagnachmittag beim Landesliga-Spitzenreiter HSC Hannover gerade recht. Adam Szalai erzielte früh zwei Tore (2. und 12. Minute), bis dahin hatte er noch nicht für seinen neuen Club getroffen. Mit dabei war auch Hugo Almeida, der nach seiner Sperre am Sonnabend gegen den 1. FC Köln wieder mitmachen darf. Der Portugiese traf zweimal (35., 84.) ebenso wie Szalai, Felix Klaus (14., 46.) und Edgar Prib (54., 90.). Ärgerlich für 96, dass Miiko Albornoz kurz vor Schluss verletzt ausgewechselt werden musste. Landesliga-Spitzenreiter HSC verbuchte zwei Pfostenschüsse durch Ertan Ametovski und Charin Huxohl sowie das Ehrentor durch Cagdas Yagci (76.).     

96: Tschauner – Albornoz, Anton, Hoffmann (70. Pietler) – Schmiedebach, Prib, Klaus, Saint-Maximin – Almeida, Szalai (46. Wolf), Sobiech (51. Rankovic).
HSC: Tastan (46. Erler) – Bazonzila, Hyde, Sabab (46. Adigun), Tasche (46. Lackmann) – Ametovski (60. Serbes), Chahrour (60. Koc), Huxohl (46. von Pless), Böttcher (46. Jordan) – Murawski, Tcha-Gnaou (46. Yagci).     

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