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Mit der Schubkarre zum Klassenerhalt

96 im Trainingslager Mit der Schubkarre zum Klassenerhalt

Kleine Strafen erhöhen die Konzentration. Der neue 96-Trainer Thomas Schaaf arbeitet im Trainingslager intensiv mit der Mannschaft. Extra-Liegestütze und die Schubkarre gehören genauso zur Methode wie klare Ansagen.

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Trainer Thomas Schaaf hat bislang viel Freude an und mit Hannover 96 - nicht nur, wenn Kenan Karaman und Edgar Prib Schubkarre spielen müssen.

Quelle: Nigel Treblin

Belek. Einige Spieler schauten irritiert und dachten bestimmt, sie hätten sich verhört. Doch Thomas Schaaf wiederholte den Satz noch einmal ganz deutlich: „Die Verlierer machen Schubkarre, bis zur Torlinie und zurück.“

Die gute, alte Schubkarre, Liegestütze und andere kleine Strafen für Fehlschüsse oder verlorene Duelle gab es in den vergangenen Tagen im Trainingslager des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 immer wieder. Der 96-Trainer setzt sie bei den Einheiten in Belek bewusst ein, weil kein Profi heiß darauf ist, nach der täglichen Laufeinheit um 7.15 Uhr und anstrengenden Übungen auf dem Platz auch noch für jeden Schuss über das Fangnetz hinter dem Tor zehn Liegestütze machen zu müssen. Das erhöhe die Konzentration „und geht auch in die Richtung, die Spieler etwas zu locken. Und es kann auch mal für Spaß sorgen, wenn der andere in einer komischen Position ist“, sagt Schaaf.

Auch am vierten Tag mussten die Profis von Hannover 96 wieder ordentlich schwitzen.

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Es wird auch gelacht auf dem Platz, vor allen Dingen aber viel und intensiv gearbeitet. Immer wieder greift der Trainer ein, unterbricht die Aktionen mit einem lauten Pfiff aus der Trillerpfeife. Er steuert sein Team konsequent durch die Vorbereitung, macht klare Ansagen, legt aber auch mal väterlich seinen Arm um einen jungen Spieler, wenn er erklärt, was er gerade falsch gemacht hat. Die Energie und der Tatendrang, mit diesem Team etwas bewegen zu wollen, sind Schaaf deutlich anzumerken. Er arbeitet akribisch daran, dass die Mannschaft seine Vorstellung von Fußball, seine „Ideen, Pläne und Gedanken“ verinnerlicht und umsetzt.

„Prinzipiell geht es darum, dass die Spieler wissen, wie sie auf dem Platz aktiv sein sollen, welche Aufgabe sie haben, was wir uns als Team vornehmen, wie wir uns gegenseitig helfen. Das sind die Themen, die wir angesprochen haben“, sagt Schaaf. Und die bei den Spielern ankommen: „Ich freue mich, wie die Mannschaft mitmacht.“

Neues aus Belek

Die Mission Klassenerhalt beginnt: Vor dem Start der Rückrunde bereitet sich Hannover 96 im Trainingslager an der türkischen Mittelmeerküste auf die große Aufgabe vor. HAZ-Sportredakteur Christian Purbs ist mit der Mannschaft in die Türkei gereist.  Hier finden Sie täglich aktuelle Berichte und Bilder aus Belek.

Möglichst viel davon möchte der 96-Coach schon heute in den Testspielen gegen den Drittligisten Wehen Wiesbaden und Hertha BSC sehen. „Ich erwarte, dass ich das, was wir in den vergangenen Tagen thematisiert haben, in Ansätzen und Szenen wiederfinde. Dass wir sehen, dass die Spieler unseren Gedanken folgen. Mehr erwarte ich eigentlich nicht - außer, dass ich gewinnen will“, sagt der 54-Jährige.

Welche Spieler im Spiel gegen Berlin ran dürfen, ließ Schaaf noch offen. Allzu große Umstellungen im Vergleich zu der Elf, die zuletzt gegen die Bayern mit 0:1 verloren hatte, wird es aber wohl nicht geben, von den Neuzugängen wird wahrscheinlich nur Adam Szalai zum 96-Startteam gegen Hertha gehören.

Veränderung in kleinen Schritten

Schaaf spricht von einer „Veränderung in kleinen Schritten“ und wird deshalb nicht gleich am großen Rad drehen. „Die Frage ist: Wie viel darf ich wann verändern? Da müssen wir sehr vorsichtig und sorgfältig sein.“

Der erfahrene Schaaf hat nachgewiesen, dass er in der Lage ist, die richtige Balance zu finden und als Helfer in der Not funktioniert. Ob die „Mission Klassenerhalt“ erfolgreich sein wird, liegt jedoch nicht alleine an ihm, sondern auch daran, wie sehr es den „Roten“ gelingt, die Qualität des Kaders durch neue Spieler zu erhöhen. Alle vier Neuzugänge sind in Belek dabei, sie alle werden heute zum ersten Mal vorspielen. Danach wird es erste Anhaltspunkte darüber geben, inwieweit Iver Fossum, Hotaru Yamaguchi, Marius Wolf und Szalai den „Roten“ helfen können.

Schaaf mit dem Team viel am Abschluss gearbeitet, auch mit kleinen Tricks. Vielleicht hat es ja geholfen, und der eine oder andere 96-Profi, die Liegestütze noch frisch vor Augen, zielt heute tiefer und genauer.

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