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Schaaf will die Defensive stärken

Marcelo steht auf wackligen Beinen Schaaf will die Defensive stärken

„Einen Schuss mehr Sicherheit“: 96-Trainer Thomas Schaaf will die Defensive stärken – gern mit einem neuen Innenverteidiger. Doch, was Hannover 96 dringend braucht und sucht, steht auch bei der Konkurrenz auf der Wunschliste. Und: Marcelo müsste als Erster um seinen Stammplatz bangen, wenn 96 doch noch einen Innenverteidiger findet.

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96-Innenverteidiger Marcelo sah in dieser Saison bei mehreren Gegentoren nicht gut aus.

Quelle: dpa

Hannover. „Gesucht wird: ein deutschsprachiger Innenverteidiger, der die Fußball-Bundesliga kennt.“ Die Stellenausschreibung stand im Internetportal „Transfermarkt“, gemeint war ... nicht Hannover 96, sondern der FC Schalke 04. Und das beschreibt eines der Probleme, die die „Roten“ in den letzten hektischen Tagen bis zum Transferschluss am kommenden Montag haben.

Was 96 dringend braucht und sucht, steht auch bei der Konkurrenz auf der Wunschliste ganz oben. Innenverteidiger sind in dieser Hinsicht mittlerweile begehrt wie Stürmer, die eine Ahnung davon haben, wo das Tor steht. Das hat mit der immer komplexer gewordenen Rolle dieser Position im modernen Fußball zu tun, auf der es längst nicht mehr reicht, wie einst Jürgen Kohler alles wegzugrätschen, was nicht nach dem ersten Dribbling den Ball verloren hat. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich selbst der bestens besetzte FC Bayern München Sorgen macht, weil sein Innenverteidiger Jérôme Boateng mehrere Wochen ausfällt.

96-Trainer Thomas Schaaf hat sich nach dem alarmierenden 1:2-Rückrundenauftakt gegen Darmstadt 98 „einen Schuss mehr Sicherheit“ gewünscht, ohne das auf eine Position zu beschränken. Die „Roten“ könnten also durchaus noch einen defensiven Mittelfeldspieler holen, um einem anderen sogenannten Sechser die Innenverteidigerrolle anzuvertrauen; Andre Hoffmann, aber auch Salif Sané kämen dafür zum Beispiel infrage.

Schaaf lässt einen anderen Fußball spielen als sein Vorgänger Michael Fronzteck, ein Liebhaber des Querpasses zwischen den beiden Innenverteidigern. Schaaf mag es offensiver und ist risikofreudiger, umso wichtiger wird es in den verbleibenden 16 Begegnungen, dass die Defensive nicht wackelt. Bei dem Thema landet man automatisch bei Marcelo, vom Boulevard liebevoll „Pannen-Brasilianer“ genannt.

Marcelo ist Hannovers Herr Tur Tur. Ein Scheinriese wie in Michael Endes Buch. Marcelo schindet erst einmal mit Zweikampfhärte und Kopfballstärke Eindruck, hat aber in dieser Saison mit Patzern so viele Gegentore wie kein anderer 96-Profi verschuldet.

Marcelo müsste als Erster um seinen Stammplatz bangen, wenn 96 doch noch einen Innenverteidiger findet. Eine Verpflichtung der in England spielenden Kevin Wimmer (Tottenham) und Sebastian Prödl (Watford) scheint utopisch, realistischer ist eine Notlösung mit einem wie dem Niederländer Roel Brouwers, der in Mönchengladbach bislang nur zu vier Saisoneinsätzen gekommen ist.

Sonnabend in Leverkusen wird Marcelo vermutlich erneut in der Startelf stehen. Sein Glück ist Christian Schulz’ Pech: Der andere 96-Innenverteidiger fehlt wegen einer Gelbsperre.     

Seit dem 18. Spieltag tragen die "Roten" die rote Laterne der Bundesliga - sie stehen auf dem letzten Platz. Beim Training am Dienstag wurde daran gearbeitet, den Tabellenkeller zu verlassen.

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Wechselspielchen

Schaaf fordert Tempo: Die Trainingskiebitze mussten am Dienstagmorgen ein wenig ausharren. Erst gegen 10.40 Uhr, also 40 Minuten später als erwartet, kamen die Spieler von Hannover 96 auf die Mehrkampfanlage. Besprechung und das Aufwärmen fanden vorher in den Räumen der HDI-Arena statt. Trainer Thomas Schaaf hielt sich dann auch nicht lange auf, es ging sofort mit Spielformen los, in den der 54-Jährige ein hohes Tempo, große Laufbereitschaft, wenige Ballkontakte und viel Ballsicherheit einforderte. Seine Profis arbeiteten höchst konzentriert. Da am Sonnabend (15.30 Uhr) in der Partie bei Bayer Leverkusen einige Plätze in der Anfangself neu vergeben werden müssen (aufgrund von Sperren) und wohl auch sollen, weil Schaaf es so will, wollte sich keiner etwas nachsagen lassen.

Veränderungen: Auf zwei Positionen muss Schaaf auf jeden Fall umbauen. Innenverteidiger Christian Schulz und Salif Sané, der gegen Darmstadt 98 rechts im Mittelfeld spielte, sind Gelb-gesperrt. Erste Option als Schulz-Ersatz scheint Ceyhun Gülselam zu sein, so sah es zumindest beim Nachmittagtraining aus. Alternativen wären auch Felipe und der junge Waldemar Anton. Dass der Coach Andre Hoffmann zurückzieht, der gegen die „Lilien“ im Mittelfeld auftrumpfte, ist eher unwahrscheinlich. Für Sanés Platz bewerben sich auch einige. Sehr gute Chancen auf sein Punktspieldebüt bei den „Roten“ hat der Japaner Hotaru Yamaguchi, den Übersicht und ein gutes Direktspiel auszeichnen. Auf der linken Seite ist Edgar Prib nicht gesperrt, aber seine Leistung war gegen Darmstadt nicht so wie erhofft. Und Uffe Bech ist nach auskurierter Nervenentzündung zumindest auf dem Sprung; er wäre ein belebendes Element für das 96-Spiel. Leon Andreasen (Knöchelstauchung) übte zwar auch am Dienstag gemeinsam mit Hiroshi Kiyotake (Haarriss im Fuß) noch abseits des Teams, steht aber unmittelbar vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. Der Däne wäre somit eine echte Alternative – übrigens für alle Positionen im Mittelfeld. Nicht dabei waren Charlison Benschop (Knieoperation und jetzt auch noch Probleme mit dem Schambein) und Marius Wolf (Muskelfaserriss).
Training am Mittwoch: 10 Uhr, Mehrkampfanlage.     

gru

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