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Es knistert bei den „Roten“

Trainingshärte Es knistert bei den „Roten“

Bei Hannover 96 ist mächtig Feuer drin, die Profis sind beim Training am Dienstag richtig zur Sache gegangen. Das wirkte für die Betrachter wie eine deutliche Reaktion auf die Kritik an ihrer Spielweise, die Experten deutschlandweit geäußert hatten.

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Das geht auf die Knochen: Marvin Bakalorz (rechts) foult Stefan Strandberg beim 96-Training.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Die Antwort war eindrucksvoll. Sie wirkte wie eine Reaktion der Profis von Hannover 96 auf die heftige Kritik an ihrer Spielweise. Sie hängten sich unwahrscheinlich rein beim gestrigen Training, der einzigen öffentlichen Einheit vor dem Spiel am Freitag bei Fortuna Düsseldorf. Nach dem Motto: Seht her, wir tun alles dafür, dass es besser wird. Wir holen uns den nötigen Schwung für die kommenden Punktspiele.

Den meisten, die mit den „Roten“ zu tun haben, fehlt nämlich die Dominanz bei den Auftritten in der 2. Liga. Sie erwarten etwas mehr als nur „dreckige“ Siege. Punkte sind wohl das wichtigste, aber eben nicht alles. An dieser Stelle fragten wir Dienstag: „Wann hebt 96 endlich ab?“ Der „kicker“ schrieb: „Der große Geiz mit dem Glanz“, die „Bild“ sah „Rumpel-Anfälle“ der „Roten“.

Nach dem Sieg am Samstag gegen Erzgebirge Aue bereitet sich Hannover 96 auf das Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf vor.

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Nun, die Dienstags-Einheit machte Mut auf bessere Fußballspiele. Und sie dürfte auch Trainer Daniel Stendel so richtig Spaß gemacht haben. Pressing und schnelles Spiel stand auf dem Programm. Seine Profis beherzigten seine Worte, gingen teilweise an die Leistungsgrenze, pumpten bei Unterbrechungen wie Maikäfer, wie es so schön heißt. Sie setzten jedem Ball nach und warfen sich in die Zweikämpfe.

Wenn nicht, dann gab es einen Einlauf vom Chef. So bekamen Iver Fossum, Niclas Füllkrug und Noah-Joel Sarenren-Bazee lautstark einiges von Stendel zu hören. „Mensch, das geht so nicht. Geh dichter ran, Noah“, raunzte er etwa Sarenren-Bazee an. „Gewöhn dir endlich an mitzumachen.“ Der 20-Jährige hatte beim Umschaltspiel mehrfach nicht schnell genug reagiert.

Meistens aber ging es richtig zur Sache, manche übertrieben den Einsatz allerdings auch etwas. So musste Stendel auch das eine oder andere Mal schlichten. Zweimal war Abwehrrecke Stefan Strandberg der Adressat. Einmal hatte der Norweger sich mit Füllkrug heftig in den Haaren, später dann mit Marvin Bakalorz. Letzterer hatte Strandberg regelrecht umgesenst. Beide waren daraufhin aneinandergeraten und tauschten verbal einige Nettigkeiten aus. Kapitän Manuel Schmiedebach und dann Stürmer Martin Harnik sprachen beruhigend auf die Kampfhähne ein. Stendel beendete die Auseinandersetzung schließlich auf die ihm eigene Art endgültig. „Mach weiter, Stefan“, schrie der 43-Jährige, „und halt die Klappe jetzt.“ Nun, Strandberg machte weiter, schimpfte aber noch länger vor sich hin.

Danach knisterte es regelrecht beim Training. Bei jedem Zweikampf wartete man förmlich darauf, dass jemand aus der Haut fuhr. Doch es blieb ruhig, die Profis trainierten engagiert weiter. Und 20 Minuten später beendete Stendel um Viertel nach zwölf eine Einheit, die es wahrlich in sich gehabt hat. Eine Einheit, die deutlich bewies, dass sich bei den „Roten“ niemand mit dem Erreichten zufriedengibt, dass sie alle vehement an dem Ziel arbeiten, die Spiele souveräner zu gestalten.

Auf dem Weg zur Kabine versöhnten sich auch Strandberg und Bakalorz wieder - wie es sich unter Profis gehört.

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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