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Transferpoker um Sané wird zur Machtprobe

Hannover 96 Transferpoker um Sané wird zur Machtprobe

Beim Training von Hannover 96 gab es für die Zuschauer nur ein Thema: Was wird mit Abwehrspieler Salif Sané? Eigentlich wird er für das Projekt Wiederaufstieg dringend benötigt. Andererseits kommen immer wieder Wechselgerüchte ans Tageslicht. Das Thema wird 96 bis zum Ende der Wechselfrist in zwei Wochen verfolgen.

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Gut drauf: Salif Sané machte Mittwoch beim Training Späßchen.

Quelle: Petrow

Hannover. Mittwochvormittag beim Training des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 schwante den Zuschauern nichts Gutes: Innenverteidiger Waldemar Anton brach die Übungseinheit ab – Wadenprobleme. Dabei handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme mit Blick auf das DFB-Pokalspiel am kommenden Montag bei Kickers Offenbach. Am Nachmittag war er schon wieder dabei, aber Personalien in der Abwehr versetzen die 96-Fans in diesen Tagen schnell in Alarmstimmung.

„Sané nächste Woche schon weg?“, hatte die „Bild“-Zeitung am Morgen getitelt und von einem „gewaltigen Brodeln hinter den Kulissen“ berichtet. Wenn Salif Sané tatsächlich doch noch gehen sollte und Anton sich ernsthafter verletzen würde, stünde 96 mit einem einzigen Innenverteidiger da, der Florian Hübner heißt und auf bislang 18 Zweitligaminuten im hannoverschen Trikot zurückblickt. Dass Hübner in Offenbach nicht spielen darf wegen einer Sperre bei seinem alten Club Sandhausen in der Vorsaison, ist da eher eine Randnotiz, denn dass Sané Montag noch aufläuft, gilt als sicher. Aber danach?

Am Mittwoch trainierten die "Roten" wieder öffentlich.

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Der Fall Sané, der von Beratern geschickt in die Medien getragen wird, entwickelt sich immer mehr zu einer Machtprobe. Auch bei 96. Denn eigentlich hat Martin Kind („Wir geben ihn nicht ab“) das Schlusswort in dem Fall bereits gesprochen. Sollte Martin Bader ihn trotzdem ziehen lassen, dürfte der Geschäftsführer in Erklärungsnot kommen, nicht nur, weil die Glaubwürdigkeit von 96 auf dem Spiel steht. Sondern auch, weil ein gleichwertiger Ersatz nicht in Sicht ist. Alexander Milosevic, den der Club bereits an der Angel hatte, machte gestern alles klar mit Darmstadt 98. Der Erstligist bezahlt für ein Jahr Ausleihe an Besiktas Istanbul 200.000 Euro und sicherte sich eine Kaufoption für 1,2 Millionen Euro. Geld, das auch 96 vor keine Probleme gestellt hätte.

Sané selbst spielt in dem Transferpoker eine undurchsichtige Rolle: Mal soll er mit einem Wechsel zu Hertha BSC geliebäugelt haben, dann verkündete sein Kölner Kumpel Anthony Modeste, dass Sané zum 1. FC wolle. Jetzt soll der 25-Jährige, der in Hannover einen Vertrag bis 2018 unterschrieben hat, mit seinem Berater noch einmal nachdrücklich auf einen Wechsel zum VfL Wolfsburg gedrängt haben. Einigen 96-Fans geht das Spielchen mittlerweile derart auf die Nerven, dass sie den Senegalesen ziehen lassen würden. Aber kann 96 sich das leisten, ohne die Mission Wiederaufstieg zu gefährden? Und wäre es nicht das falsche Signal, als Verein klein beizugeben, nur weil man Ärger mit dem Spieler befürchtet? Gewiss ist momentan nur: Bis zum 31. August, dem Schluss des Transferfensters, bleibt das Thema heiß.

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Ex-96-Profi

Jan Schlaudraff, bis Sommer 2015 Profi bei Hannover 96 und ehemaliger Nationalspieler, wechselt die Seiten und wird Spielerberater. Er arbeitet ab sofort für die Kölner Agentur SportsTotal und übernimmt dort Aufgaben in den Bereichen Beratung, Scouting und Betreuung.

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