Hannover/Sevilla. Frédéric Kanouté (für alle Fernsehzuschauer heute: Das ist der Mann mit der Rückennummer 12): Sein Tor zum 1:2 aus dem Hinspiel könnte heute Abend noch eine große Rolle spielen. Wenn Kanouté in der AWD-Arena am Ball war, dann ging ein Raunen durch das Stadion, zum Glück für 96 musste der 33-Jährige weit in die eigene Hälfte zurück, um sich ins Spiel zu bringen. In Sevilla wird das heute anders sein, Kanouté wird 96 vor allem im und um den Strafraum herum viel Arbeit machen – auch in der Luft, denn der Mann ist 1,92 Meter groß und schon deshalb kopfballstark.
2005 war Kanouté von Tottenham Hotspur nach Spanien gewechselt, wegen seiner Klasse gab es immer wieder Wechselgerüchte, doch der Nationalspieler von Mali blieb Sevilla treu – und der Klub tat alles, um ihn zu halten: Als sich Kanouté in der Saison 2006/2007 weigerte, mit einem Trikot zu spielen, das Werbung eines Sportwettenanbieter aufgedruckt hatte – weil er aus religiösen Gründen nicht für Glücksspiel werben wollte –, überklebte der FC Sevilla auf seinem Trikot die Werbung. Um ihn kümmern werden sich heute die Innenverteidiger Karim Haggui und Emanuel Pogatetz. Halten sie ihn in Schach, büßt Sevilla beträchtlich an Torgefahr ein.
Jesus Navas (Rückennummer 7): Im Hinspiel verdribbelte er sich nach zwei, drei gelungenen Tricks immer irgendwie. Darauf setzen, dass sich das wiederholt, sollte 96 nicht. Sevillas Rechtsaußen ist einer der besten Flügelspieler der Primera Division. Dass der 25-Jährige nach Angeboten vom FC Barcelona, FC Chelsea und Real Madrid überhaupt noch in Sevilla spielt, hat einen ungewöhnlichen Grund: Navas leidet unter chronischem Heimweh, lange Zeit konnte er deshalb auch nicht für die spanische Nationalelf nominiert werden. Mittlerweile gehört er zum Team des Welt- und Europameisters, das spanische Siegtor im WM-Finale 2010 gegen die Niederlande leitete Navas ein. Dass ihm gegen 96 eine ähnlich wichtige Vorarbeit gelingt, wird vor allem Christian Schulz verhindern müssen.
Manuel del Moral (Rückennummer 20): Wer ihn verpflichten will, muss 20 Millionen Euro auf den Tisch legen. Das hat Sevilla in dem Vertrag des 27-Jährigen festschreiben lassen, der vom FC Getafe kam und vor zwei Monaten sein Debüt in Spaniens A-Nationalmannschaft feierte. „Manuel hat in den vergangenen Jahren prima an sich gearbeitet“, sagt Nationaltrainer Vicente del Bosque über den Stürmer, der rechts wie links spielen kann. Im Hinspiel gönnte ihm Sevillas Trainer Marcelino lediglich zwölf Einsatzminuten, heute Abend dürften es wahrscheinlich mehr für den „Joker“ werden – und damit gäbe es mehr zu tun für Steve Cherundolo, auf dessen Abwehrseite sich del Moral meist herumtreiben wird.
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