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Slomka zieht die Reißleine
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Hannover 96 Slomka zieht die Reißleine

Es herrschte Aufbruchstimmung im hohen Norden. Ein bisschen zumindest. Zum letzten Mal übte Hannover 96 am Mittwoch Vormittag auf dem Sportplatz in Glücksburg, nach einer Stunde hieß es dann schon: Fußballschuhe ablegen, Fahrräder schnappen und zurück ins Hotel.

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„Wir sind ein wenig von unserer guten Spielidee abgekommen“: Cheftrainer Mirko Slomkamöchte mit 96 bald wieder erfolgreicher zu sein als zuletzt.

Quelle: zur Nieden

Glücksburg. Fahnenstangen, Hütchen und andere Utensilien, die der Bundesligist mit ins Trainingslager genommen hatte, wurden derweil in einem Lastwagen verstaut. Donnerstag geht es zurück nach Hannover, neun Tage nach dem Aufgalopp und nach mittlerweile vier Testspielen.

Von Aufbruchstimmung war dabei nicht nur Mittwoch etwas zu bemerken. Nach einem Spieljahr mit Platz 9 in der Bundesliga-Abschlusstabelle und der damit verpassten erneuten Qualifikation für die Europa League, was allenthalben als Enttäuschung empfunden wurde, sind die „Roten“ wieder dabei, die Ärmel hochzukrempeln. Zu verspüren ist eine neue Angriffslust. Und die feste Absicht, es den eigenen Anhängern und der Konkurrenz zu zeigen: Wir können es besser als zuletzt!

Nach gut einer Woche Training ist es selbstredend zu früh, um Prognosen zu treffen. „Das Wichtigste haben wir ja noch vor uns“, sagt Sportdirektor Dirk Dufner. Aber so manches zeichnet sich ab, was darauf hoffen lässt, dass 96 nicht noch einmal so die Ideen und die Luft ausgehen, wie es zuletzt vor allem in der Rückrunde der vergangenen Saison der Fall war.

Hannover 96: Das Training vom Mittwoch - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sich 96 an die vorausgegangenen zwei erfolgreichen Jahre erinnert – und daran, was die „Roten“ seinerzeit so stark gemacht hat. Bei Slomka ist ein Stück Selbstkritik herauszuhören, wenn er sagt: „Wir sind ein wenig von unserer guten Spielidee abgekommen, weil wir geglaubt haben, dass die anderen Mannschaften uns durchschauen.“ Vernachlässigt worden sei das „vertikale Spiel“ aus dem Zentrum heraus, wie er erklärt. Die Folge war: Die Aktionen liefen mehr in die Breite, und es fehlte das überfallartige Tempo. Mit anderen Worten: Im Kampf um Punkte und internationale Meriten beraubte sich 96, zudem vom Verletzungspech gebeutelt, selbst seiner besten Waffe.

Jetzt heißt es: zurück zu den Wurzeln des Erfolgs – und nicht nur das. Schnell umzuschalten von Abwehr auf Angriff nach der Balleroberung, das sei das Spiel von 96, sagt Slomka. Entsprechend hat er mit seinem Trainerteam in Glücksburg die Übungsformen gestaltet. Erklärungen gab es vorab schon bei Videoschulungen im Mannschaftsquartier, auch auf dem Platz gab der Chefcoach deutlich vor, was er sehen möchte. Nicht zuletzt geht es darum, „wie wir weniger als 62 Tore kassieren wollen“, sagt Slomka im Rückblick auf die Vorsaison. „Dazu erarbeiten wir uns wir Abläufe, Regeln und Grundsätze.“

Vor allem für die neuen Spieler bedeutet es eine Herausforderung, das „rote“ Erfolgssystem zu verinnerlichen und Teil dessen zu werden. Edgar Prib oder Salif Sané, um zwei zu nennen, scheinen auf einem guten Weg. „Es ist gar nicht so leicht auszumachen, wer hier die Neuen und wer die Alten sind“, sagt Dufner als aufmerksamer Gast beim Training. „Alle ziehen mit, das ist positiver Konkurrenzkampf.“

In der Bundesliga hatte die Konkurrenz die 96er zuletzt in einem Punkt abgehängt. „Wir sind die laufschwächste Mannschaft gewesen“, sagt Slomka, der sich dabei auf die zur Verfügung stehenden Datensätze der Liga bezieht. Auch daraus will 96 lernen und es besser machen. Die Formel dazu lautet: für Regenerationsphasen sorgen mit dem Ball am Fuß. „Wir wollen den eigenen Ballbesitz so gestalten, dass wir uns ausruhen können, wenn der Gegner läuft“, sagt der 45-Jährige. Dass 96 unter der Woche nicht in der Europa League spielt, gerät laut Slomka so zu einem Vorteil. „Da können wir viele Maßnahmen ergreifen, die uns spritziger und laufstärker machen“, sagt er.

Im Trainingslager hatte die neue alte Forschheit alles andere als Ausruhen zur Folge. Von Montag bis Mittwoch wurde hart gearbeitet, auch die bei den Spielern wenig beliebten Intervallläufe fehlten nicht. Noch befindet sich 96 in der Findungsphase, und noch ist der Kader bekanntlich nicht komplett, denn Spieler wie Mame Diouf und Didier Ya Konan stoßen erst kommenden Montag wieder zum Team. Dann wird der Kampf um die Stammplätze besonders interessant. Slomka verfolgt dies aufmerksam. „Jetzt müssen die Spieler ihre Köpfe rausstrecken“, sagt er. Er merke, dass in auch in dieser Hinsicht bereits „Tempo drin ist“.

Derzeit spricht wenig dafür, dass in absehbarer Zeit noch ein neuer Spieler dazukommt, das ließ Dufner am Mittwoch in Glücksburg durchblicken. „Eigentlich können wir mit diesem Kader entspannt in die neue Saison gehen“, sagt der Sportdirektor. Das nennt man dann wohl glückliche Umstände.

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