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Warum es für 96 in der 2. Liga nicht läuft

Nach der Nürnberg-Niederlage Warum es für 96 in der 2. Liga nicht läuft

Hannover 96 hat am Sonntag gegen Nürnberg Anschauungsunterricht für die 2. Bundesliga bekommen: Kämpfen und grätschen sind statt Kunstfußball die benötigten Tugenden. Die Mannschaft hat etliche Baustellen.

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„Die Mannschaft muss jetzt Charakter zeigen“, fordert Marvin Bakalorz.

Quelle: imago sportfotodienst

Hannover. Es läuft etwas gehörig falsch bei den „Roten“. Es ist wahrscheinlich verfrüht, bereits von einer Krise zu sprechen. Aber Hannover 96 in der Verfassung im bisherigen Saisonverlauf und besonders beim 0:2 am Sonntag beim 1. FC Nürnberg ist auf direktem Weg dorthin. Nach der Nicht-Leistung im Frankenland bleibt auf jeden Fall festzuhalten, dass sich bei 96 dringend etwas ändern muss, sonst kann das große Ziel, der direkte Wiederaufstieg, schnell zu einem unerreichbaren werden.

Noch sind 24 Punktspiele zu absolvieren, sind 72 Punkte zu vergeben. Und noch liegen die „Roten“ mit drei Zählern Rückstand im Nahbereich eines direkten Aufstiegsplatzes. Aber die Tendenz und besonders die Spielweise bereiten große Sorgen. Bereits jetzt kann man sich von dem Gedanken verabschieden, dass 96 eine Übermannschaft in dieser 2. Liga darstellt.

Die zweite Liga tickt anders

Natürlich werden jetzt viele Kritiker anführen, dass der 96-Kader sogar gnadenlos überschätzt sei. Aber: Das Team ist mit Sicherheit viel besser besetzt als der Großteil der Konkurrenz. In der Bundesliga hat das Personal jedoch eine andere Bedeutung als in der 2. Liga. Diese Klasse tickt einfach anders. Und hier liegt das Hauptproblem von Hannover 96: Entgegen zwischenzeitlicher Eindrücke und Meinungen sind die „Roten“ nämlich längst noch nicht in dieser Liga angekommen.

Das Spiel im Frankenstadion dient als deutlicher Beweis für diesen Fakt. Es war erschreckend, wie einfach es der FCN hatte. Die Nürnberger, eine mit mittelmäßigen Kickern zusammengestellte Mannschaft, haben vorgemacht, wie man in der 2. Liga spielt - und kämpft. Ob Floskel oder nicht: Fußball in der 2. Liga wird gearbeitet. Da zählen andere Tugenden als in der Bundesliga. Das Spielen kommt später; es ist die Kür, wenn es läuft.

Kampf statt Kunst

Die Nürnberger haben verbissen um jeden Ball gekämpft. Sie sind auch mal umsonst gerannt, längst nicht jeder Ball kam beim Mitspieler an. Sie haben aber nicht lange lamentiert, sondern sich gegenseitig gepuscht. Und sie haben sich, etwas, was 96 schon seit Längerem abgeht, als Einheit, als ein verschworener Haufen präsentiert. Da war einer für den anderen da.

Bei 96 wiederum haben sich einige Spieler regelrecht versteckt. Oder wie Stürmer und Torjäger außer Dienst Artur Sobiech einfach nicht stattgefunden. Der Pole, am Sonntag Kapitän der „Roten“, konnte sich auf der anderen Seite ansehen, wie sich ein Angreifer in der 2. Liga präsentieren muss. FCN-Profi Guido Burgstaller zählt sicherlich zu den herausragenden Stürmern der 2. Liga, aber das nimmt Sobiech für sich selbst ja ebenfalls in Anspruch.

2. Liga funktioniert nur, wenn auch die Mannschaft funktioniert. Und das tat sie bei 96 besonders in Nürnberg nicht. Wenn auch vorher selten alle Spieler gemeinsam glänzten, so ragte sonst zumindest ein Teil heraus. Diesmal gab es Totalausfälle in Abwehr, Mittelfeld und Angriff, zudem fehlten die Ordnung und eine sichtbare Ausrichtung - dann kommt eben so etwas zustande wie dieses 0:2. Und der Abstand zur Spitze (Tabellenführer Eintracht Braunschweig ist schon acht Punkte entrückt) wird größer.

"Schwere Zeiten"

„Ich habe schon vor ein paar Wochen gesagt, dass auch mal schwierigere Zeiten auf uns zukommen werden“, sagt 96-Profi Marvin Bakalorz. „Jetzt ist es wichtig, dass die Mannschaft Charakter zeigt und da auch wieder rauskommt.“ Es sei momentan alles ein wenig schwerer als sonst. Und das, obwohl es einen durchaus gelungenen Saisonstart mit zwei Siegen zu Beginn gegeben hat. „Zu Saisonbeginn haben wir das eine oder andere Mal auch ein bisschen Glück gehabt. Da sind die Großchancen gegen uns halt nicht reingegangen. Gott sei Dank geht es Mittwoch schon weiter“, sagt Bakalorz.

Wenn Fortuna Düsseldorf Mittwochabend (18.30 Uhr) zum Pokalspiel in die HDI-Arena kommt, wird es wieder Anschauungsunterricht für 96 in Sachen Einsatz, Kampf und Leidenschaft geben. Düsseldorf ist ein Synonym für diese Eigenschaften. Für 96 ist es eine neue Chance.

 

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