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„Was mal war, das ist Geschichte“

Sergio Pinto im Interview „Was mal war, das ist Geschichte“

Wismar, Aachen und Gelbe Karten: 96-Spieler Sergio Pinto blickt im HAZ-Interview voraus auf seine elfte Profisaison. Der Mittelfeldspieler gehört nicht zuletzt wegen seiner guten Schusstechnik zu den wichtigsten Stützen im 96-Team.

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Mittelfeldspieler Sergio Pinto gehört nicht zuletzt wegen seiner guten Schusstechnik – hier beobachtet von Trainer Mirko Slomka – zu den wichtigsten Stützen im 96-Team.

Quelle: Ulrich zur Nieden

Hannover. Herr Pinto, für Ihre Mannschaft steht am Sonntag gegen Anker Wismar das erste Pflichtspiel auf dem Programm, für Sie beginnt damit zugleich Ihre elfte Profisaison. Verspüren Sie immer noch dieses Kribbeln wie vorm ersten Mal?

Aber klar. Hinter uns liegen sechs Wochen intensiver Vorbereitung. Und die waren wirklich hart, wir sind gut gerüstet. Jetzt freue ich mich, dass es wieder losgeht.

Was können Sie über den Pokalgegner vom Sonntag sagen?

Was da mal war vor zwei Jahren, als wir ein Testspiel in Wismar verloren haben, das ist Geschichte. Wir sind Bundesligist, spielen im Pokal gegen einen Fünftligisten und stehen in der Pflicht zu gewinnen. Fertig, aus!

Angesichts der schlechten Erfahrungen aus den 1. Pokalrunden in den vergangenen zwei Spielzeiten: Was spricht dafür, dass sich so etwas nicht wiederholt?

Ich habe keine Lust, in die Vergangenheit zu blicken, weil das nichts bringt. Egal, ob der Platz schlecht ist oder der Ball nicht genug Luft hat: Wir sind Favorit, und wir müssen uns durchsetzen. Da gibt es keine Ausreden. Wir sind in allen Bereichen weiter als vor einem Jahr, wir mussten auch nicht mehr so viel Neues einstudieren.

Mit 30 Jahren sind Sie einer der Erfahrensten in der 96-Mannschaft. Beschreiben Sie doch mal Ihre Rolle im Team.

Die ist nicht anders als in der vorigen Saison: Ich sehe mich als „Sechser“ und als Mitantreiber für das Spiel nach vorn. Jeder, der ein bisschen Ahnung vom Fußball hat, der hat gesehen, dass ich mich auf dieser Position pudelwohl fühle und hier eine konstant gute Leistung bringen kann.

Sehen Sie sich als ein Führungsspieler?

Dadurch, dass ich ein gewisses Alter und einige Erfahrung habe, schon. Aber einer allein, das bringt es nicht. Gefordert ist immer die Mannschaft. Eigentlich müssen alle elf auf dem Platz Führungsspieler sein.

Wie versuchen Sie, den jungen Spielern, die neu im Team sind, zu helfen?

Ich gebe ihnen Tipps, etwa dazu, wie man sich am besten in Position bringt und den Ball kontrolliert, dazu auch taktische Sachen. Die Jungs sind lernwillig und bereit, sich zu integrieren.

Hat es Sie geärgert, dass Sie in der Saison 2010/2011 gleich elfmal die Gelbe Karte gesehen haben?

(lächelt) Die Frage musste ja kommen! Klar, habe ich mich darüber geärgert, weil es vielleicht zwei, drei zu viel waren. In mindestens fünf Fällen war der Verwarnung jedoch ein taktisches Foul vorausgegangen, um das Spiel zu unterbrechen. Und das werde ich immer wieder machen, wenn ich sehe, dass es notwendig ist, um meiner Mannschaft zu helfen.

Sie sind jetzt sozusagen im besten Fußballeralter. Kommt Ihnen da die Europa League als besondere Herausforderung zupass?

Die internationalen Spiele sind für viele in der Mannschaft Neuland. Sie bringen, wenn wir es in die Gruppenphase schaffen, englische Wochen mit sich. Wir wollen das Beste daraus machen und möglichst lange erfolgreich sein, dürfen aber nicht den Fehler begehen, die Bundesliga außer Acht zu lassen. Außerdem sollten wir uns davor hüten, ins Träumen zu kommen.

Mit Alemannia Aachen haben Sie selbst schon im Europapokal gespielt. Können Sie jetzt noch davon profitieren?

Das war damals was Besonderes: als Zweitligist, der sich übers DFB-Pokalfinale qualifiziert hat, im UEFA-Cup anzutreten. Aber davon kann man sich heute nichts mehr kaufen.

Beim letzten Härtetest gegen Lyon waren Pfiffe im Stadion zu hören. Ist das möglicherweise Ausdruck dafür, dass die Erwartungen in der Öffentlichkeit nach dem 4. Platz zuletzt zu hoch sind?

Nein. Ich will dazu nur das sagen: Wir brauchen unsere Fans, um gute Leistungen abrufen zu können. Es bringt nichts, da in irgendeiner Weise auf Konfrontationskurs zu gehen.

Dass es in der vergangenen Spielzeit so gut lief bei 96, lang nicht zuletzt am starken Duo Sergio Pinto/Manuel Schmiedebach. Mit Letzterem möchte der Klub den auslaufenden Vertrag gern vorzeitig verlängern. Hat er als junger Spieler Sie schon um Rat gefragt?

Darüber spricht man sich in der Mannschaft nicht ab. Das ist eine Sache, die seinen Berater und seine Familie etwas angeht. Ich meine, Manuel weiß genau, was er an Hannover 96 hat, und wir wissen, was wir an ihm haben. Er wird schon für sich die richtige Entscheidung treffen. Ich würde mich freuen, wenn er über 2012 bleiben würde, wir verstehen und ergänzen uns gut.

Sie haben vor einiger Zeit gesagt: „Nichts ist vergleichbar mit 96.“ Das klang wie eine Liebeserklärung an Ihren Verein. Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages Ihre Karriere hier zu beenden?

Ich fühle mich hier sehr wohl, meine Familie auch. Alles andere wird die Zeit bringen.

Interview: Norbert Fettback

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