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„Wer soll die denn schlagen, wenn nicht 96?“

Derby gegen Braunschweig „Wer soll die denn schlagen, wenn nicht 96?“

Respekt und Skepsis: Vor dem Derby gegen Eintracht Braunschweig ist die Stimmung bei den Fans der „Roten“ vorsichtig optimistisch.

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Sind die 96-Profis bereit fürs Derby? Die Fans der „Roten“ schauten den Spielern beim Training ganz genau auf die Füße. Foto: Petrow

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Seit dem 7. Mai 1998 warten die Fans von Hannover 96 nun schon auf einen Derby-Sieg ihrer Mannschaft, damals gewannen die „Roten“ mit 1:0 bei Eintracht Braunschweig. Nach 18 Jahren und vielen Enttäuschungen gibt es nun die Chance auf den nächsten Derby-Sieg. Vier Tage vor dem nächsten Duell der beiden Traditionsvereine am kommenden Sonntag war das Niedersachsen-Derby gestern Nachmittag bei den kleinen Diskussionsrunden am Trainingsplatz natürlich Gesprächsthema Nummer eins. Die Stimmung: vorsichtig optimistisch, von Euphorie jedoch keine Spur. Es ist viel von Respekt gegenüber dem Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga die Rede - und auch von Skepsis gegenüber dem eigenen Team.

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Bis die etwa drei Dutzend Zuschauer die 96-Profis beim Training beobachten konnten, mussten sie sich erst einmal gedulden. Mit 35 Minuten Verspätung erschien die Mannschaft auf der Mehrkampfanlage. Gut möglich, dass Trainer Daniel Stendel sein Team zu Beginn der heißen Vorbereitungsphase in der Kabine auf das Derby eingeschworen hat. Die Fans nutzen die Zeit zum Fachsimpeln, zu besprechen gab es ja genug.

„Wenn sie ihre optimale Leistung abrufen, können sie es schaffen. So stark ist Braunschweig nun auch wieder nicht. Es wird allerdings schwierig und ein hartes Spiel“, sagt Gerhard Nierychlok. Der 64-Jährige denkt mit Grausen an den letzten Derby-Auftritt der „Roten“ vor zweieinhalb Jahren zurück, als 96 mit Trainer Tayfun Korkut mit 0:3 bei der Eintracht verlor. „Das habe ich noch gut in Erinnerung“, sagt der 96-Fan: „Das war für mich Arbeitsverweigerung, eine Frechheit.“ Für Nierychlok gibt es in diesem besonderen Spiel keinen Favoriten. 96 habe Vorteile im Angriff und der individuellen Klasse, die Eintracht hingegen beeindrucke durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit und die Heimstärke, sagt der Hannoveraner.

Wenn man Hannoveraner und Braunschweiger nach den Derbys ihrer Fußballvereine fragt, dann lautet die Antwort meist: "Es gibt nur eines!" Gemeint ist das Niedersachsen-Derby, Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig. Treffen diese Vereine aufeinander, dann brennt es auf und neben dem Platz.

Wir werfen einen Blick auf die bewegte Geschichte dieses großen Fußballderbys.

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Bislang hat der Spitzenreiter im heimischen Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße alle sechs Spiele gewonnen und lediglich vier Gegentore kassiert. Diese beeindruckende Bilanz dämpft auch den Optimismus von Benny Jurisch. „96 braucht einen guten Tag, wenn sie bei der Eintracht gewinnen wollen. Sie dürfen sich von der Stimmung nicht beeindrucken lassen, es wird garantiert sehr laut werden“, sagt der 34-Jährige. Die Niederlage des Tabellenführers am vergangenen Wochenende in Dresden hat er wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Da hat Braunschweig zum ersten Mal so richtig gewackelt. Wenn 96 sein Spiel durchzieht, kann es klappen. Und wer soll die denn zu Hause schlagen, wenn nicht 96?“

Wichtig für das brisante Duell sei auch ein guter Schiedsrichter, sagt 96-Fan Hans Waszkiewicz. „Von beiden Seiten wird sehr viel Kampf und Leidenschaft im Spiel sein“, sagt der 69-Jährige, der schon so manches Derby miterlebt hat und seit dem Bundesliga-Aufstieg der „Roten“ 1964 dabei ist. Und, ist 96 bereit für das Derby? „Ein Spieler, der bei diesem Spiel nicht bereit ist und alles gibt, der muss sich fragen, was er hier zu suchen hat.“

Noch drei Tage bis zum Derby.

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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