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Wer trainiert Hannover 96 ab der nächsten Saison?

Kandidatenkreis Wer trainiert Hannover 96 ab der nächsten Saison?

Hannover 96 sucht einen neuen Trainer für die kommende Saison. Der Kandidatenkreis ist mittlerweile übersichtlich geworden, und Überraschungen wird es vermutlich nicht geben. 96 wird sich zwischen fünf Trainern entscheiden, neben Daniel Stendel sind das André Breitenreiter, Markus Kauczinski, Kosta Runjaic und Mirko Slomka.

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Diese fünf Trainer konnten in der kommenden Saison trainieren.

Quelle: dpa

Hannover. Daniel Stendel hätte am liebsten nur über den FC Ingolstadt 04 geredet. Das ist aus seiner Sicht verständlich, der starke Aufsteiger ist morgen in der Fußball-Bundesliga der Gegner von Hannover 96, und Stendel würde als Trainer gern auch das dritte Spiel mit den „Roten“ ohne Niederlage überstehen.

Weil 96 absteigen wird, möglicherweise sogar schon am Sonnabend, sind Bundesligaspiele in Hannover jedoch nicht mehr das große Thema, das alle in den Bann zieht. 96-Fans interessiert derzeit nur eine Frage, und die lautet: Wer wird kommende Saison der neue Trainer? Und weil man bei der Antwort automatisch bei Stendel landet, kam der 42-Jährige am Donnerstag nicht drumherum, auch über die eigene Zukunft zu sprechen. Stendel, eigentlich als Sechs-Spiele-Trainer angetreten, stellte sich am Donnerstag nicht hin und sagte zum Beispiel: „He, lasst mich weitermachen. Ich bin der Richtige.“ Das wäre nicht seine Art, auch Bewerbungen über die Medien, wie es bei 96 schon mal vorkommt, sind nicht sein Ding. Und doch deutete Stendel erstmals an, dass es aus seiner Sicht am Saisonende nicht unbedingt zurück zur U19 gehen muss und er sich mehr als sechs Spiele als Chefcoach vorstellen kann.

„Ich wurde gefragt, ob ich es mir zutraue, in einer schwierigen Situation die letzten sechs Spiele in der Bundesliga zu übernehmen. Das habe ich mir zugetraut. Es gibt nicht so viel, was dagegen spricht, dass ich mir auch andere Sachen zutrauen würde“, sagte Stendel. Andere Sachen? Das war eine schöne Umschreibung für Zweitligatrainer.

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Stendel hat damit so zurückhaltend wie möglich den Finger gehoben, weiter nach vorn wagte er sich nicht. „Wir versuchen alles, um die letzten Spiele so positiv wie möglich zu gestalten. Alles andere ist nicht mein Thema“, sagte der ehemalige 96-Profi, der sich in kurzer Zeit bei Spielern und Fans einen Sympathiebonus erworben hat und auf der berühmten Trainerliste längst nicht mehr der automatische Streichkandidat ist.
Was die 96-Verantwortlichen Stendel tatsächlich zutrauen, ist offen, genau wie die Frage, ob die beiden Geschäftsführer Martin Kind und Martin Bader sich dabei einig sind. Bei der Bewertung von Stendel wird es am Ende vor allem darum gehen, wie groß der Anteil des Trainers daran ist, dass die Mannschaft ihren Kampfgeist und Mut wiederentdeckt hat. Oder hätte das auch jeder andere geschafft, Hauptsache, es handelt sich nicht mehr um Thomas Schaaf?

Das Fachmagazin „kicker“ nannte die Personalie Stendel eine „Glaubensfrage“ und berichtete davon, dass Clubchef Kind „momentan vielerorts in der Branche Erkundigungen einzieht“. Dabei dürfte es vornehmlich darum gehen, die Alternativen zu Stendel auszuloten.

Der Kandidatenkreis ist mittlerweile übersichtlich, und Überraschungen sind nach allem, was man aus der Geschäftsstelle des Clubs hört, nicht mehr zu erwarten. 96 wird sich zwischen fünf Trainern entscheiden, neben Stendel sind das André Breitenreiter, Markus Kauczinski, Kosta Runjaic und Mirko Slomka.

Ein Blick auf das Für und Wider der Kandidaten in dem Fünfkampf – in alphabetischer Reihenfolge:

André Breitenreiter: Noch ist er Trainer bei Schalke 04, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2017, doch seit Wochen wird über den Augsburger Coach Markus Weinzierl als seinen möglichen Nachfolger spekuliert. „Ich weiß nicht, wie der Stand heute ist. Aber das ändert sich hier ja tagtäglich“, sagte Breitenreiter am Donnerstag. Als Altwarmbüchener wäre auch er eine Hannover-Lösung, und er weiß nach dem Kunststück mit dem SC Paderborn, wie der Aufstieg aus der 2. Liga geht. „Auf Schalke“ wird ihm „Beratungsresistenz“ vorgeworfen.

Markus Kauczinski: „Es wäre Blödsinn, irgendwas zu kommentieren, sonst würde ich den ganzen Tag nichts anderes mehr tun“, sagte der 46-Jährige am Donnerstag. Bei 96 ist er schon länger im Gespräch, mittlerweile buhlt auch 1860 München für den Fall des Klassenerhalts um den „Trainer des Jahres 2015“, der den Karlsruher SC zum Saisonende verlassen wird. Kauczinski hat Spieler wie Hakan Calhanoglu und Lars Stindl geformt und den KSC aus der 3. in die 2. Liga geführt. Der gebürtige Gelsenkirchener gilt als Motivationskünstler. Fest im Profigeschäft ist er erst seit vier Jahren.

Kosta Runjaic: Sein größter Erfolg war der Aufstieg mit Darmstadt 98 in die 
3. Liga. Den Auftrag, den 1. FC Kaiserslautern zurück in die 1. Liga zu führen, erfüllte der 44-Jährige nicht und trat zurück, weil ihm die Erwartungshaltung im Umfeld zu groß war. In Hannover müsste er genau damit leben. Runjaic, geboren in Wien, hat sich den Ruf erarbeitet, Mannschaften formen zu können. In Kaiserslautern wurde er kritisiert, dass seine Elf „nur nach Schema F“ gespielt habe.

Mirko Slomka: Der Hannoveraner ist der Trainer, den sie bei 96 am besten kennen. Der 48-Jährige polarisiert die Fans. Die Erfolge in der Vergangenheit sprechen für ihn. Er gilt als Alphatier, das sich mit anderen Verantwortlichen schwertut, was schnell zu Konflikten mit Geschäftsführer Bader führen könnte. Obwohl früher Jugendcoach bei 96, setzte er bei den Profis lieber auf erfahrene Spieler.

Daniel Stendel: Der 42-Jährige ist bei den Fans beliebt und hat als Nachwuchscoach den besten Draht zu den eigenen Talenten – und traut sich auch, sie einzusetzen. Mit Ausnahme der sechs Spiele bis zum Saisonende ist er ohne Erfahrung als Trainer im Männerbereich. Ein Medienprofi ist er nicht, in der 2. Liga spielt das aber nur eine untergeordnete Rolle.

Heiko Rehberg und Christian Purbs

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