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Wie kann Hannover die großen Bayern ärgern?

Schwierige Aufgabe Wie kann Hannover die großen Bayern ärgern?

Immer, wenn es wie am heutigen Sonnabend (Anstoß ist um 15.30 Uhr) gegen Bayern München geht, dreht sich bei den Fußballfans von Hannover 96 alles um die Frage: Was muss man gegen die Bayern anstellen, um überhaupt eine Chance zu haben?

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Mutig, aber nicht übermütig: Salif Sané (rechts) zeigt gegen den Münchner Rafinha, wie 96 es versuchen will.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Normalerweise gilt für das Kräftemessen mit dem Rekordmeister die Regel: Der Gegner, in diesem Fall 96, braucht einen Sahnetag, gleichzeitig müssen die Münchner einen gebrauchten Tag erwischen - dann geht was. In dieser Saison traf diese sehr seltene Konstellation bislang zweimal zu, interessanterweise beide Male bei Auswärtsspielen der Münchner Startruppe. In Frankfurt gelang es der Eintracht mit einer unansehnlichen Defensivtaktik, ein 0:0 einzubetonieren. In Mönchengladbach überrumpelte die Borussia beim 3:1 die Bayern mit schnellen Kontern, es ist bislang die einzige Hinrundenniederlage des Tabellenführers.

Doch wenn es nach Pep Guardiola geht, dem Noch-Trainer des FC Bayern, dann sollten sich Gegner eher an dem FC Ingolstadt orientieren. Der Aufsteiger hatte am vergangenen Spieltag zwar mit 0:2 in München verloren, der Spanier sagte danach aber den bemerkenswerten Satz: „Das war unser bester Gegner in dieser Saison.“

In Hannover hat man Guardiolas Lob irritiert zur Kenntnis genommen, denn die Ingolstädter sind bei 96-Fans noch in guter Erinnerung: als schwächster Gegner in dieser Saison. Die „Roten“ gewannen im vorletzten Heimspiel des Jahres Ende November mit 4:0 in einer Partie, die irrtümlich für die Wende zum Guten gehalten wurde. Danach verlor Hannover 96 auswärts gegen Schalke 04 (1:3) und 1899 Hoffenheim (0:1) und kann jetzt Bonuspunkte, die Zähler gegen die Bayern immer bedeuten, im Abstiegskampf gut gebrauchen. Also „Kick it like Ingolstadt“?

96-Trainer Michael Frontzeck hat die Fährte aufgenommen. Mit seinem typisch niederrheinischen Humor hat er angekündigt, dass „wir nicht vorhaben, uns im eigenen Sechzehner einzugraben“. Auch eine Sechser-Abwehrkette und das Vorfahren des Mannschaftsbusses vor das hannoversche Tor sollen nicht geplant sein.

Wie aber haben die Ingolstädter die Bayern geärgert und Guardiola beeindruckt? „Wir hatten zeitweise große Schwierigkeiten mit dem Pressing der Ingolstädter“, sagte Guardiola. Der FCI, dessen Angriff (bislang nur elf Treffer) noch harmloser ist als der hannoversche - und das will was heißen -, hatte es tatsächlich gewagt, die Bayern früh zu attackieren. Das trauen sich nur wenige Mannschaften mit mehr Klasse, deshalb dürften die Ingolstädter davon profitiert haben, dass die Münchner überrascht waren über so viel Frechheit. Wie viel Frechheit traut sich 96 zu? Und ab wann wird dieser Spielstil möglicherweise gefährlich für eine Mannschaft wie die „Roten“, in der zuletzt einer wie Innenverteidiger Marcelo mehrfach gepatzt hat und Miiko Albornoz auf der linken Seite seit Wochen den Gegenspielern Passierscheine ausstellt?

Mutig, aber nicht übermütig: Das könnte das Motto gegen die Bayern sein. Die 96-Fans werden Frontzeck mit seinem Versprechen, nicht nur auf die Defensive zu setzen, beim Wort nehmen. Der 96-Trainer wird von vielen Anhängern kritisch beäugt. Ein guter Auftritt seiner Elf wäre auch für ihn wichtig, unabhängig vom Ergebnis. Sonst haben nicht nur die Bayern eine Trainerdiskussion.

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