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Wird es noch dunkler im Tabellenkeller?

Hannover 96 Wird es noch dunkler im Tabellenkeller?

Offensivgeist oder Defensivkunst: 96-Trainer Thomas Schaaf muss im Heimspiel gegen den FC Augsburg die richtige Balance finden. Denn sollten die "Roten" am Sonntag verlieren, wird es für 96 im Tabellenkeller noch düsterer, als es ohnehin schon ist.

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„Müssen vorsichtig und sorgfältig sein“: Mit den offensiven Vorstellungen von Trainer Thomas Schaaf taten sich die 96-Spieler bislang schwer.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Vor ein paar Wochen formulierte Thomas Schaaf im Trainingslager in Belek einen bemerkenswerten Satz, der auch außerhalb von Hannover für einiges Aufsehen sorgte. „Keiner sagt: Wo steht das Klavier, wo soll ich es hintragen?“, sagte der 96-Trainer nach dem verlorenen Testspiel gegen Hertha BSC und spielte damit auf das fehlende Selbstvertrauen der 96-Profis an. Auch in den ersten drei Spielen der Rückrunde fand sich in den Reihen der „Roten“ kein Klavierträger. Beim 0:1 in Dortmund jedoch packten alle mit an. Auch wenn der Mannschaft das Klavier dann doch für einen kurzen Moment aus den Händen glitt: So dürfte sich Schaaf das vorgestellt haben.

Vielleicht muss man gerade in der schwierigen Lage, in der sich Hannover 96 befindet, mit dem Positiven anfangen. Am Einsatz, Willen und Kampfgeist gab es bei den „Roten“ in Dortmund absolut nichts auszusetzen. Sie verteidigten kompakt und aggressiv und machten dem BVB das Leben schwer. Das alles funktionierte in einer defensiven Formation, die Schaaf als taktische Marschroute gegen den Zweiten der Fußball-Bundesliga gewählt hatte. Und in der sich die 96-Spieler bestens zurechtfanden. 96 im Verteidigungsmodus mit wenig Ballbesitz und auf Konter lauernd: Das ist ein Plan, den die Mannschaft seit Jahren kennt, und, noch viel wichtiger, von dem sie weiß, dass er auch funktioniert.

Es war der Mannschaft deutlich anzumerken, dass sie sich wohler fühlt, wenn sie nicht wie in den Heimspielen gegen Darmstadt 98 und Mainz 05 das Heft selbst in die Hand nehmen muss. Ballbesitzfußball war noch nie ihr Ding. Um agieren statt reagieren zu können, braucht eine Mannschaft die entsprechenden Spielertypen und viel Selbstvertrauen. Beides hat 96 zurzeit nicht. Was Schaaf in eine Zwickmühle bringt. Der 54-Jährige würde 96 gerne offensiv spielen lassen, mit zwei Stürmern und viel Power aus dem Mittelfeld. Doch damit tut sich das Team schwer. Bei den täglichen Einheiten versucht der Trainer deshalb, behutsam zu verändern, so viel wie möglich und nötig neu zu machen, ohne dabei die Spieler zu überfordern. „Da müssen wir sehr vorsichtig und sorgfältig sein“, sagt Schaaf. Er weiß, dass so eine Umstellung Zeit braucht.

Doch die haben die „Roten“ nicht. Am Sonntag gegen den FC Augsburg muss endlich der erste Sieg in diesem Jahr her, sonst wird es für 96 im Tabellenkeller noch düsterer, als es ohnehin schon ist. Dafür braucht 96 aber mindestens ein Tor. Und da die Augsburger, die am Donnerstagabend noch in der Europa League gegen den FC Liverpool spielen, in Hannover sicherlich nicht auf Teufel komm raus stürmen werden, wird wieder mehr Eigeninitiative von 96 gefragt sein. Die richtige Balance zwischen Offensivgeist und Defensivkunst zu finden, darauf wird es ankommen.

Für welche Taktik, welchen Plan und welches System auch immer sich Schaaf entscheidet: Gegen Augsburg zählt am Sonntagabend nur ein Erfolg. Ob es am Ende 1:0 oder 5:4 für 96 heißt, ist schnurzpiepegal.

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