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Gegen Schalke

Zieler mit Fehlern und tollen Paraden

Von Heiko Rehberg

Ron-Robert Zieler sieht bei den Gegentoren unglücklich aus - und dennoch wird der 96-Torwart zum Retter. Dass Zieler die Nummer 1 des Landes in der Ukraine vertreten darf, ist unterm Strich kein Zufall.
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Hannover. Ausgerechnet der Tag, an dem Ron-Robert Zieler eigentlich allen Grund hatte, wunschlos glücklich zu sein, verlief lange nicht nach Wunsch. Am Mittag hatte Bundestrainer Joachim Löw angekündigt, dass der Torwart von Hannover 96 am kommenden Freitag beim Test-Länderspiel in der Ukraine ein „richtiger“ Nationalspieler wird. „Zumindest eine Halbzeit soll er spielen“, sagte Löw. Es wäre Zielers erstes Länderspiel.

Weil Zieler, als Löw das sagte, bereits mitten in der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Schalke war, hatte er von alledem nichts mitbekommen. Und als ihn die Journalisten nach dem Spiel mit den Äußerungen des Bundestrainers konfrontierten, blieb der 22-Jährige erst einmal zurückhaltend. „Mit mir hat noch keiner gesprochen“, sagte Zieler, konnte dann aber überzeugt werden, dass Löw das tatsächlich versprochen hatte. „Das wäre dann eine super Sache“, sagte Zieler, noch immer etwas ungläubig.

Dass trotzdem relativ wenig über das bevorstehende Länderspieldebüt geredet wurde, hatte mit einem Arbeitstag zu tun, der für Zieler Höhen und Tiefen brachte. Auf die Frage, wie er die Rolle seines Torwartes bei den beiden Gegentoren des Finnen Teemu Pukki bewerte, antwortete 96-Trainer Mirko Slomka: „In beiden Fällen unentschlossen.“

Vor einer Niederlage bewahrt

Öffentliche Kritik von Slomka an seinen Spielern ist selten, aber einerseits weiß er, dass einer wie Zieler damit umgehen kann. Und andererseits hatte dieser Zieler, der bei den Toren unglücklich aussah, mit zwei sensationellen Paraden in der Schlussphase gegen den Schalker Lewis Holtby seine Mannschaft vor einer Niederlage bewahrt. Da fällt Kritik leichter, wenn man ihr ein Sonderlob („Da war Ron präsent und hat uns den Punkt gerettet“) hinterherschicken kann.

Zieler selbst nahm das 0:1 auf seine Kappe. Es handelte sich um einen Klassiker unter den Torwartfehlern. Nach einem Steilpass entschied sich Zieler zum Rauslaufen, wenn es gutgeht (und bei ihm geht es fast immer gut), applaudieren die Fans dem mitspielenden Schlussmann. Wenn es aber schiefgeht und man wie Zieler gegen Pukki einen Schritt zu spät kommt, „dann wird es für den Torwart fatal“, wie er es selbst formulierte.

Beim zweiten Schalker Tor war die Sache weniger eindeutig. Ein Torwartfehler? Nun ja. Wenn einer wie Pukki aus derart spitzem Winkel trifft, sieht kein Torwart gut aus. „Da kann man darüber streiten, ob ich falsch stehe“, sagte Zieler. Mit seinem Lob für den Torschützen („Das hat er gut gemacht“) lag er aber ebenfalls richtig. Und besonders gut sahen auch seine Verteidigerkollegen nicht aus, die Pukki bereits erfolgreich abgedrängt hatten, dann aber nachlässig wurden.

Erwähnt werden darf auch, dass Paraden, wie sie Zieler doppelt gegen Holtby zeigte, in Deutschland nur Bayerns Manuel Neuer im Repertoire hat. Dass Zieler die Nummer 1 des Landes in der Ukraine vertreten darf, ist deshalb nur folgerichtig. „Er kann da eine Menge mitnehmen an Ruhe und Erfahrung“, sagte Slomka.

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