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Zu viele Tänze auf den Außenbahnen

Sorg und Albornoz Zu viele Tänze auf den Außenbahnen

Die Verteidiger Oliver Sorg und Miiko Albornoz haben eine Menge Erfahrung – und doch sind Unsicherheitsfaktoren im Spiel von Hannover 96. Besonders im Defensivverhalten gibt es Verbesserungspotenzial. Bisher haben das die Zweitligastürmer allerdings nicht ausnutzen können.

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Lücken in der Defensive: Die 96-Außenverteidiger Oliver Sorg und Miiko Albornoz.

Quelle: Lobback/Imago

Hannover. Die Bilanz stimmt. Tabellenrang zwei nach drei Spielen, sieben Punkte, acht geschossene Tore bei zwei Gegentreffern. Hannover 96 steht bestens da bei der Mission Wiederaufstieg. Und auch der kleine Betriebsunfall, dass Eintracht Braunschweig sich den Platz an der Spitze geschnappt hat, wird sicherlich schon bald repariert. Bei alldem war aber in allen bisherigen Partien - einschließlich des glücklichen Weiterkommens in der ersten Pokalrunde beim Viertligisten Offenbach - offenkundig, dass trotz der Offensivkraft beim defensiven Umschaltspiel die Abstimmung nicht stimmte und riesige Löcher im Abwehrverbund klafften. Anders ist es nicht zu erklären, dass Torhüter Philipp Tschauner schon in etlichen sogenannten 1:1-Situationen glänzen konnte.

Große Defizite offenbarten bei den Angriffen des Gegners ausgerechnet zwei, die mit die größte Erfahrung im Kader und ganz andere Ansprüche haben: Oliver Sorg und Miiko Albornoz. Sorg hat 125 Bundesligaspiele auf dem Buckel, ist sogar einmal für die deutsche Nationalelf aufgelaufen. Albornoz hat schon acht Länderspiele für Chile absolviert. Im besten Fußball-Alter sind sie mit 26 beziehungsweise 25 Jahren auch. Und dennoch haben sie bisher sehr große Anpassungsprobleme an die 2. Liga. Oder anders ausgedrückt: Sie haben auch eine Klasse tiefer dieselben Defizite wie schon in der Bundesliga. Beide werden zu oft von ihren Gegenspielern ausgetanzt und lassen viel zu viele Flanken zu. Bisher konnte sich 96 glücklich schätzen, dass es vielen Zweitligastürmern einfach an der nötigen Klasse fehlt, um daraus Kapital zu schlagen. Denn abgesehen von der Auftaktpartie, als Kaiserslautern beim 0:4 nicht mehr als ein Sparringspartner der „Roten“ war, hätte auch der Gegner als Sieger vom Platz gehen können. Chancen waren jedenfalls genügend da.

Wobei besonders viele 96-Fans von Sorg enttäuscht sind. Der Rechtsverteidiger war 2015 mit großen Vorschusslorbeeren aus Freiburg gekommen. Alle in Hannover waren sicher, dass der ehemalige U21-Nationalspieler endlich die Lücke schließen kann, die Steven Cherundolo nach seinem Karriereende hinterlassen hat. Doch schon in den ersten Spielen blieb Sorg weit hinter den Erwartungen zurück; selbst der umstrittene Hiroki Sakai lief ihm den Rang ab.

Die 2. Liga sollte jetzt ein Neuanfang sein für den 26-Jährigen. „Ich habe lange mit ihm gesprochen und bin optimistisch, dass er in der neuen Saison eine ganz andere Rolle übernehmen wird“, hat Trainer Daniel Stendel vor ein paar Wochen gesagt. „Auf, aber auch neben dem Platz. Er hat auch große Bereitschaft signalisiert.“ Doch im Gegensatz zu Felix Klaus, der seinerzeit zusammen mit Sorg aus dem Breisgau nach Hannover gekommen war, blieb der erhoffte Leistungsaufschwung bei Sorg bisher aus. Es passt beim Rechtsverteidiger derzeit weder defensiv noch offensiv.

Da ist ihm sein Pendant auf der anderen Außenseite zumindest einen Schritt voraus. Albornoz zählt offensiv zu den besten Linksverteidigern der Liga. Es ist klasse, wie er sich ins Angriffsspiel der „Roten“ einschaltet. Aber wehe, der Schwede mit chilenischen Wurzeln wird in die Defensive gezwungen, da ist es mitunter hanebüchen, was Albornoz veranstaltet.

Konkurrenz in den eigenen Reihen haben sowohl Sorg als auch Albornoz nicht. Edgar Prib ist Mittelfeldspieler, aber kein Linksverteidiger, und Fynn Arkenberg fühlt sich in der zentralen Abwehr viel wohler. Also müssen sich Sorg und Albornoz noch enorm steigern, damit die Bilanz der „Roten“ auch am Saisonende stimmt.

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