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Der Betzenberg ruft

Zweitliga-Auftakt Der Betzenberg ruft

Heute Abend ist der Anpfiff zur Zweitliga-Saison: Auf dem berühmten Betzenberg in Kaiserslautern beginnt Hannover 96 heute mit der Wiederaufstiegstour. 2500 Fans aus Hannover wollen die "Roten" am Abend im Fritz-Walter-Stadion unterstützen.

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Hannoverscher Torjubel auf dem Betzenberg? Darauf hoffen die 96-Fans heute.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Es hätte für Hannover 96 zum Auftakt der Fußball-Zweitligasaison keinen Gegner mit mehr Symbolgehalt geben können als heute (Anstoß 20.30 Uhr) den 1. FC Kaiserslautern. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga will - und muss - 96 sofort wieder aufsteigen, und da passt es, dass es gleich im ersten Spiel um den Aufstieg geht, in dem Fall um den auf den Betzenberg in der Pfalz.

Dort befindet sich auf 286,5 Metern Deutschlands höchstgelegenes Stadion im Profifußball, das seit 1985 Fritz-Walter-Stadion heißt. Die höchste Sitzreihe liegt noch einmal 32 Meter über dem Spielfeld, auf dem die Profis von Hannover 96 heute zu ihrer Wiederaufstiegstour aufbrechen.

Die 96-Spieler freuten sich über den großen Andrang beim Saisoneröffnung-Fest vor der HDI-Arena. Rund 18.000 Fans feierten dort mit ihrer Mannschaft.

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2500 Fans von 96 werden in Kaiserslautern dabei sein, um die Mannschaft zu unterstützen. Nimmt man die Vorfreude in Hannover auf die Saison, dann könnte man glauben, dass der Club nicht gerade aus der 1. Liga abgestiegen ist, sondern aus der 3. Liga den Aufstieg geschafft hat. Mit dem letzten Erstligaspieltag war die Katerstimmung verschwunden, die Fußballfans in der Region scheinen 96 einfach zurückjubeln zu wollen in die 1. Liga. Bereits jetzt lässt sich behaupten, dass es an den hannoverschen Anhängern nicht scheitern wird. In der heimischen HDI-Arena sollen 28.000 Fans pro Spiel - mit diesem Zuschauerschnitt plant der Club - die Gegner einschüchtern, nur der VfB Stuttgart (35.000) und der 1. FC Nürnberg (30.000) rechnen mit mehr Zuspruch. Auch dank der Zugkraft von 96 dürften es am Saisonende erstmals mehr als sechs Millionen Zuschauer werden, die Zweitligafußball in Deutschland sehen wollen (5.819.100 waren es in der vergangenen Saison).

Hannover ist bereit, 96 neu zu entdecken. Von heute an gilt es, alles unter einen Hut zu bringen: den Enthusiasmus, aber auch die Erwartungshaltung des Publikums, den Druck, aufsteigen zu müssen, das Leben mit der Favoritenrolle und den Alltag mit Gegnern, die besonders motiviert sein werden, dem Favoriten ein Bein zu stellen.

Trainer Daniel Stendel kennt den Betzenberg noch aus eigener Erfahrung: In der Saison 2002/2003 spielte er dort – auf dem Bild im Duell mit Miroslav Klose.

Quelle:

„Ich bin gespannt, wie 96 als Bundesliga-Absteiger auf die neue Lage reagiert“, sagte der ehemalige 96-Trainer und Zweitligakenner Peter Neururer. Hannover und Stuttgart müssten sich daran gewöhnen, „dass in dieser Liga ein anderer Fußball gespielt wird als in der Bundesliga. Wenn sie das schnell begreifen, werden sie die Topfavoriten bleiben und aufsteigen. Wenn sie es nicht begreifen, gibt es schlimme Beispiele von Vereinen, die durchgereicht wurden“, sagt Neururer.

Begriffsstutzigkeit kann sich 96 nicht leisten, schon gar nicht zum Auftakt. Eine Niederlage in Kaiserslautern würde vieles von dem, was Trainer Daniel Stendel in den vergangenen Wochen mit großer Akribie und viel Fleiß aufgebaut hat, kräftig erschüttern. Umgekehrt würde 96 mit einem Sieg sofort Fahrt aufnehmen und sich noch mehr Respekt erarbeiten. Und jede Wette: Schaffen die „Roten“ den Traumstart, kommen übernächsten Sonntag zum ersten Heimspiel gegen Greuther Fürth mehr als 28.000 Zuschauer. Nach dem letzten Spieltag am 21. Mai könnten dann alle erzählen, dass damals auf Deutschlands höchstem Fußballberg alles angefangen hat.

Neue Chance für Korkut in der Pfalz

Tayfun Korkut findet, dass „ich in Hannover eine gute Zeit hatte“. Damit würde es der Trainer des 
1. FC Kaiserslautern am liebsten bewenden lassen, aber der Spielplan will es so, dass er mit seinem neuen Club am ersten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga auf seinen früheren Verein trifft, bei dem sie bis heute uneinig sind, wie die 16 Monate mit Korkut einzuordnen sind.

2014 schaffte er mit 96 den Klassenerhalt in der 1. Liga, im Frühjahr 2015 war nach 13 sieglosen Spielen in Folge schon wieder Schluss bei seiner ersten Station als Profitrainer.

Es gibt Fans, die glauben, dass 96 an Korkut länger hätte festhalten sollen, weil sich seine auf Ballbesitz fußende Idee vom Fußball auf Dauer durchgesetzt hätte. Andere meinen, dass Korkut es in seiner Amtszeit nie geschafft hat – und wohl auch nicht wollte –, seine Ideen, die eher zum FC Barcelona passen, mit dem Personal bei 96 in Einklang zu bringen. Für die einen ist Korkut ein Trainertalent, von dem man noch hören wird, andere glauben, dass er auch in Kaiserslautern keinen Erfolg haben wird.

Korkut hat in Hannover nie den Eindruck vermittelt, dass er sich für die Region und den Club interessiert, sein Interesse gehörte 24 Stunden am Tag dem Fußball und der Taktik. Wird er beim 
1. FCK, der wie 96 für Tradition steht, diesen Fehler wiederholen, oder hat er in seiner Pause begriffen, dass man Begeisterung nur entfachen kann, wenn man selbst begeistert ist – nicht nur vom Spiel? „Die Erfahrungen, die man gemacht hat, helfen“, sagt Korkut. Konkreter wird er nicht. Und zu viel versprechen möchte er auch nicht: „Wir wollen kleine, aber feste Schritte nach vorn machen. Und dann werden wir sehen, was herauskommt.“

Von Heiko Rehberg

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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