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Aus Protest: FIFA-Chefaufseher Scala tritt zurück

Fußball Aus Protest: FIFA-Chefaufseher Scala tritt zurück

FIFA-"Chefaufseher" Domenico Scala ist aus Protest gegen eine Entscheidung des Kongresses von seinem Posten zurückgetreten und hat damit dem Reformprozess des Fußball-Weltverbands einen herben Dämpfer verpasst.

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Quelle: SID-IMAGES

Mexiko-Stadt. "Ich bin konsterniert", sagte der Schweizer, der die bedeutende, weil unabhängige Audit- und Compliance-Kommission geleitet hatte: "Diese Entscheidung untergräbt die zentrale Säule der Good Governance in der FIFA und zerstört einen substantiellen Erfolg der Reformen."

Der Kongress gab am Freitag in Mexiko-Stadt dem FIFA-Council per Abstimmung die Erlaubnis, bis 2017 selbst die Ernennung und Abberufung der Mitglieder der teils komplett, teils zur Hälfte unabhängigen Kommissionen durchzuführen. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte erklärt, dass es nur um die Flexibilität gehe, die offenen Posten in den Kommission schnellstmöglich zu besetzen, und nicht bis zum nächsten Kongress 2017 warten zu müssen.

"Mit diesem Entscheid wird es dem Council künftig möglich sein, Untersuchungen gegen einzelne Mitglieder jederzeit zu verhindern, indem die zuständigen Kommissionsmitglieder abgesetzt oder mit der Drohung der Absetzung gefügsam gehalten werden", sagte Scala, der seit Mai 2013 Vorsitzender der FIFA-Überwacher war: "Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten."

Die FIFA teilte am Samstagnachmittag per Presseerklärung mit, dass Scala die Absicht der Entscheidung fehlinterpretiert habe. Es sei nur darum gegangen, Mitglieder auf Interims-Basis auf mögliche vakante Posten zu berufen. "Das Council respektiert die Unabhängigkeit Audit- und Compliance- sowie des Ethik-Komitees", betonte die FIFA. Als Scala-Ersatz fungiert vorübergehend der bisherige Stellvertreter Sindi Mabaso Koyana.

Der Schweizer Scala, der im Frühjahr des vergangenen Jahres, nach den Verhaftungen von Zürich, ein umfassendes Reformpaket vorgestellt hatte, meinte, sein "Rücktritt soll auch ein Weckruf sein und den Beteiligten, die sich bis heute aufrichtig für die Umsetzung der Reformen eingesetzt haben, den Rücken stärken".

© 2016 SID

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