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Der Geldfluss in der WM-Affäre laut DFB-Präsident Niersbach (nachvollzogen vom SID)

Fußball Der Geldfluss in der WM-Affäre laut DFB-Präsident Niersbach (nachvollzogen vom SID)

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland am Donnerstag in Frankfurt auf einer Pressekonferenz eine Erklärung zu verschiedenen Finanztransaktionen gegeben.

Frankfurt/Main. Der Sport-Informations-Dienst (SID) gibt die Erläuterungen zu den wichtigsten Fragen anhand von Niersbachs Angaben protokollarisch wieder:

 

Juli 2000: Deutschland erhält den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-WM 2006.

 

Januar 2002: Das deutsche WM-Organisationskomitee und der Weltverband FIFA nehmen über mehrere Monate hinweg Verhandlungen über die Höhe des Organisationszuschusses der FIFA auf. Letztlich fordert FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in einem Vier-Augen-Gespräch mit OK-Präsident Franz Beckenbauer von den WM-Machern zunächst eine Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken (6,7 Millionen Euro) als Voraussetzung für einen späteren Zuschuss der FIFA von 170 Millionen Euro.

 

Das OK verfügt noch nicht über eigene Mittel. Deswegen bietet Beckenbauer die Begleichung aus seinem Privatvermögen an. Sein Berater Robert Schwan lehnt das allerdings ab und aktiviert seinen persönlichen Kontakt zu adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus. Der Franzose erklärt sich bereit zu helfen und überweist die von Blatter geforderte Summe direkt an die FIFA-Finanzkommission.

 

Laut Niersbach nimmt das OK das Darlehen in seine Buchführung auf und schreibt die Verbindlichkeiten in den folgenden Jahren fort.

 

2004/2005: Dreyfus fordert sein Geld zurück. Entsprechende Verhandlungen über die Rückzahlungsmodalitäten werden aufgenommen.

 

April/Mai 2005: Dem Anschein nach stellt die FIFA beim WM-OK einen Antrag zur Bezuschussung der geplanten WM-Eröffnungsgala mit 6,7 Millionen Euro (zehn Millionen Schweizer Franken). Das OK-Präsidium und der Präsidial-Ausschuss des OK genehmigen laut Niersbach den Zuschuss, die Überweisung auf ein FIFA-Konto mit der Absicht des Ausgleichs der Dreyfus-Forderungen erfolgt.

 

© 2015 SID

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