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Die Weltmeister zaubern wieder - dank Gomez als Gruppensieger im Achtelfinale

Fußball Die Weltmeister zaubern wieder - dank Gomez als Gruppensieger im Achtelfinale

Sie zauberten, sie trafen, und sie stürmten dank Mario Gomez zum Gruppensieg: Die Weltmeister sind trotz eines Festivals der vergebenen Torchancen wieder in der Spur.

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Die Weltmeister zaubern wieder - dank Gomez als Gruppensieger im Achtelfinale

Quelle: Von Jürgen ZELUSTEK und Holger SCHMIDT / SID-IMAGES/AFP

Paris. Mit viel Esprit und großer Spielfreude knackte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das nordirische Abwehrbollwerk und zog durch ein überzeugendes 1:0 (0:0) ins EM-Achtelfinale ein. Darin trifft die DFB-Auswahl am Sonntag in Lille mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Slowakei.

Die echte Neun Gomez, von Bundestrainer Joachim Löw erstmals seit dem EM-Halbfinale 2012 in die Startelf gestellt, erzielte vor 44.125 Zuschauern im Pariser Prinzenpark das einzige Tor (30.). Es hätten weit mehr sein müssen, denn auch die Mannschaftskollegen hatten Chancen in Hülle und Fülle.

Allein Thomas Müller traf erst den Pfosten (23.) und dann die Querlatte (35.), das Manko Abschluss bleibt also bestehen - auch bei Mario Götze (51./53.), Sami Khedira (59.) und Gomez selbst (73./82.). Sorge bereitete zudem, dass Abwehrchef Jerome Boateng sich angeschlagen auswechseln ließ (76.).

Die Umstellungen des Bundestrainers waren jedoch absolut belebend. Als Löw seine Aufstellung mitteilte, war das Erstaunen groß gewesen: Dass Gomez seine erste Chance in der Startelf seit dem EM-Halbfinale gegen Italien am 28. Juni 2012 bekommen würde, hatte ein Maulwurf über dunkle Gänge der Bild-Zeitung zugespielt - aber mit Joshua Kimmich hatte kaum jemand gerechnet.

Eigentlich hatte Löw seinen Jungstars die Reife für allzu heftige Drucksituationen abgesprochen, aber in den 21-Jährigen vom FC Bayern setzte er auf der rechten Abwehrseite sein Vertrauen. Kimmich rechtfertigte es: In seinem ersten Pflichtspiel war er vor allem offensiv eine eindeutige Verstärkung.

Benedikt Höwedes, eine Bank in der Weltmeistermannschaft, blieb dafür nach neun Turnierspielen in Serie zunächst draußen, er kam erst für Boateng. Herausrotiert wurde auch Julian Draxler, denn links spielte Götze, den Löw nicht opfern wollte, neben Mesut Özil (zentral) und Müller (rechts) in der offensiven Dreierreihe.

"Wir werden gewinnen und Gruppenerster sein", hatte Löw versprochen, Rechnereien mit dem Parallelspiel der Polen gegen die Ukraine wollten sich die Deutschen ersparen. Das unterstrichen sie von der ersten Minute an.

Nordirland stellte die Weltmeister vor die erwarteten Aufgaben. Mit einer Sechserreihe an der Strafraumgrenze und noch einmal drei Spielern davor verengte der Außenseiter den Raum, dennoch präsentierte die bestens aufgelegte DFB-Elf die lange vermissten spielerischen Lösungen. Zudem blieb sie erstmals seit der EM 1996 in der Vorrunde eines Turniers ohne Gegentreffer.

Özil leitete mit einem sanften Direktpass früh eine Riesenchance ein, die Müller vergab (8.). Dann säbelte er selbst in guter Position über den Ball (10.), und Kimmich, der sich gut einfügte, wollte nach einer Götze-Gelegenheit lupfen, anstatt den Ball ins Tor zu schieben (12.). "Ein starker Auftakt", twitterte der verletzte Ilkay Gündogan.

Obwohl auch einige Pässe hängen blieben, waren es mit Abstand die besten deutschen 30 Minuten seit langer Zeit, beinahe gekrönt von Müllers Rechtsschuss (23.), seinem Pfostenkopfball oder dem Schuss an die Latte. Es wurde wie verhext mit seinem ersten EM-Tor.

Es traf: der einzige echte Stürmer - Gomez. Seinem 28. Länderspieltor, dem ersten seit mehr als vier Jahren, ging ein äußerst gelungenes Zusammenspiel mit Müller voraus. Zudem öffnete Gomez immer wieder Räume, in die Müller stieß - nach zwei mauen Spielen bekam der WM-Torschützenkönig von 2010 Gelegenheiten im Überfluss.

Auch Götze, in der 55. Minute gegen André Schürrle ausgewechselt, profitierte davon. Bastian Schweinsteiger kam in der 69. Minute und ist mit seinem 15. EM-Spiel nun alleiniger deutscher Rekordhalter vor Philipp Lahm (14).

Die Nordiren, die trotz der Niederlage noch auf das Achtelfinale hoffen können, schauten häufig hinterher, konfus und nicht in der Lage, den Wirbel zu stoppen. Punktuell kamen sie mal über die Mittellinie, Probleme verursachten sie damit auch in der zweiten Halbzeit kaum.

© 2016 SID

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