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FBI prüft Havelange-Brief: ISL-Skandal holt Blatter ein

Fußball FBI prüft Havelange-Brief: ISL-Skandal holt Blatter ein

Der vorläufig suspendierte FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) wird im Zuge der FBI-Ermittlungen im Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband womöglich erneut von der Vergangenheit eingeholt.

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FBI prüft Havelange-Brief: ISL-Skandal holt Blatter ein

Quelle: ORLANDO SIERRA / SID-IMAGES

London. In einem Brief aus Schweizer Ermittlungsakten soll sein Vorgänger Joao Havelange (Brasilien) laut der britischen BBC detaillierte Kenntnisse des 79-Jährigen über den 2010 aufgedeckten 100-Millionen-Dollar-Schmiergeldskandal des früheren FIFA-Vermarkters ISL beschreiben.

Blatter, zitiert die BBC in einem am Montag gesendeten TV-Beitrag aus dem von den Autoren eingesehenen Brief, hätte als FIFA-Generalsekretär unter Havelange "vollkommene Kenntnis über alle Vorgänge gehabt". Außerdem wäre Havelanges späterer Nachfolger "immer über alles benachrichtigt" worden.

Im Gespräch mit dem Südwestrundfunk (SWR) bestritt Blatter noch am Montag entsprechende Mitwisserschaft. "Das stimmt nicht", sagte der Schweizer. Für Fehlverhalten anderer Funktionäre trage er keine Verantwortung, das gelte auch nach den jüngsten Verhaftungen und weiteren Ermittlungen der US-Justiz: "Sicher hab ich das nicht gewusst. Wenn ich gewusst hätte, was die machen, hätte ich ein Fragezeichen gemacht, hätte gesagt, hört damit auf. Ich bin sauer. Ich bin aber auch sauer, dass ich für alles verantwortlich sein soll. Das kann ich ja nicht."

"Unter anderem überprüft die Staatsanwaltschaft Havelanges Aussagen zu Blatter", gibt die BBC allerdings eine Stellungnahme der US-Bundespolizei zur Bedeutung des Schreibens wieder.

Bereits im Spätsommer war der Antrag des FBI an die Schweizer Justiz zur Überlassung der Ermittlungsakten im "Fall FIFA/ISL" bekannt geworden. Blatter war bei der gerichtlichen Aufarbeitung der Affäre um jahrelange Bestechungen zahlreicher FIFA-Funktionäre 2011 sowie bei der verbandsinternen Untersuchung straffrei ausgegangen und hatte auch stets seine Unschuld beteuert. Blatter und Platini sind wegen einer ungeklärten Millionen-Zahlung des Schweizers an den Franzosen vorläufig von der FIFA-Ethikkommission suspendiert.

Der Skandal um die 2001 bankrott gegangene ISL/ISMM hatte vor fünf Jahren die bis dahin massivsten Erschütterungen in der FIFA ausgelöst. Durch Prozesse vor Schweizer Gerichten flog auf, dass die ISL/ISMM für lukrative Rechte über Jahre Mitglieder des FIFA-Führungszirkels mit insgesamt umgerechnet über 110 Millionen Euro bestochen hatte.

Die Verfahren deckten auf, dass der frühere FIFA-Chef Havelange rund 1,25 Millionen Euro sowie der damalige FIFA-Vorstand Ricardo Teixeira (beide Brasilien) fast das Zehnfache an Bestechungsgeldern kassiert hatten. Havelange gab daraufhin 2013 seinen Titel als FIFA-Ehrenpräsident ab und trat auch aus dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aus, während Brasiliens Ex-Verbandschef Teixeira aus der FIFA-Exekutive zurücktrat. Gegen Havelanges früheren Schwiegersohn ermittelt die US-Justiz seit der vergangenen Woche inzwischen auch offiziell wegen Korruption in weiteren Fällen.

Für Blatter war der Skandal ohne Folgen geblieben. Trotz seiner gerichtlich festgestellten Kenntnis von den Schmiergeldzahlungen, die bis heute zu größten Teilen immer noch nicht restlos zugeordnet sind, wurde der Walliser aufgrund damals fehlender Gesetzesvorschriften nicht belangt.

Im Gegensatz zum "Freispruch zweiter Klasse" für Blatter, dem die FIFA-Ethikkommission nach eigenen Untersuchungen auch lediglich "ungeschicktes Verhalten" vorwarf, musste die FIFA als Institution wegen "mangelhafter Organisation ihres Unternehmens" rund zwei Millionen Euro Strafe zahlen.

Die neuerliche Überprüfung der ISL/ISMM-Affäre könnte Blatter über die "Blattini"-Affäre hinaus in schwere Bedrängnis bringen. Finden die Fahnder von US-Justizministerin und -Generalstaatsanwältin Loretta Lynch in den Akten Berührungspunkte zu den USA und Verstöße gegen entsprechende Gesetze, müsste der momentan kaltgestellte FIFA-Boss womöglich eine Anklage vor einem US-Gericht fürchten.

© 2015 SID

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