Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Fragen und Antworten nach dem FIFA-Kongress in Zürich (zusammengestellt vom SID)

Fußball Fragen und Antworten nach dem FIFA-Kongress in Zürich (zusammengestellt vom SID)

Der bisherige UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (Schweiz) ist zum neuen Präsidenten des Fußball-Weltverbands FIFA gewählt worden. Der 45-Jährige setzte sich im zweiten Wahlgang des FIFA-Kongresses in Zürich mit 115:88 Stimmen gegen seinen größten Konkurrenten, Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain/50), durch.

Voriger Artikel
Nach Infantino-Abgang: UEFA eine Woche führungslos
Nächster Artikel
Dortmund bangt um Einsatz von Hummels und Piszczek

Fragen und Antworten nach dem FIFA-Kongress in Zürich (zusammengestellt vom SID)

Quelle: FABRICE COFFRINI / SID-IMAGES

Zürich. ahrain/50), durch. Die Amtszeit des Nachfolgers vom gesperrten Joseph S. Blatter (Schweiz/79) läuft bis 2019. Zuvor verabschiedete der krisengeplagte Weltverband ein umfangreiches Reformpaket. Die Zeichen stehen auf Neuanfang.

WIE HAT INFANTINO GEWONNEN?

Die "außergewöhnliche Reise", die der Schweizer selbst immer wieder erwähnte, ist in der Tat erstaunlich. Vor ein paar Monaten war er lediglich der zweite Mann der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und dann nur der "Plan B", weil der französische UEFA-Boss Michel Platini (60) gesperrt wurde. Aber Infantino hat sehr viel richtig gemacht. Mit dem Geld der UEFA (500.000 Euro) reiste er um die Welt und sammelte Stimmenzusagen - allerdings auch mit der "Blatter-Taktik". Infantinos größtes Wahlversprechen ist: Mehr Geld. Für alle! Dafür gab es sogar schon vor dem Urnengang Applaus. Ob er angesichts der finanziellen Schieflage der FIFA (550 Millionen könnten am Ende der laufenen Haushaltsperiode bis 2018 fehlen) seine Zusagen halten kann, ist aber fraglich. Die Finanz-Rücklagen des Weltverbandes belaufen sich derzeit noch auf nie dagewesene 1,412 Milliarden Euro.

IST ER DENN TATSÄCHLICH DIE BESSERE WAHL?

Zumindest ist Infantino das deutlich kleinere Übel. Der Scheich wäre belastet zum FIFA-Boss aufgestiegen, gegen ihn gibt es Korruptionsvorwürfe und heftige Kritik wegen vermeintlicher Menschenrechtsverstöße. Zudem ist und bleibt Bahrain ein Polizeistaat - nicht unbedingt der perfekte Ausgangspunkt, um für mehr Demokratie in der FIFA zu sorgen. Infantino hängt hingegen kein größerer Verdacht an, die UEFA hat der Schweizer in den vergangenen Jahren gut verwaltet, und der Europa-Verband ist - was FIFA-Mitgliedern immer gefällt - eine Gelddruckmaschine.

WAS SAGT DER DEUTSCHE FUSSBALL-BUND (DFB)?

Juhuuu! Infantino war der Wunschkandidat des ebenfalls krisengeplagten DFB. Er ist Europäer und wird dafür sorgen, dass "der europäische Fußball weiter starken Einfluss nehmen kann", sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch. Ähnlich äußerte sich der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Das war ein guter Tag für die FIFA, vielleicht sogar ein historischer, dass muss die Zukunft zeigen. Die Arbeit ist noch nicht beendet, sie beginnt mit dem heutigen Tag erst richtig", sagte das Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees.

WAS SAGEN DIE SPONSOREN?

Die machen Druck. Visa, Coca Cola und Co. fordern die schnelle und sorgfältige Umsetzung der Reformen. Die FIFA wird zugehört haben - schließlich gibt es sonst irgendwann kein Geld mehr.

WAS SAGT DAS FBI?

Bislang nichts. Aber das ist vielleicht gar nicht schlecht. Solange die US-Justizbehörde im Schatten bleibt, wird in Zürich auch niemand verhaftet.

WIRD DENN JETZT WIRKLICH ALLES BESSER?

Abwarten. Der erste Schritt ist in jedem Fall gelungen. Mit den Reformen werden unter anderem eine Gewaltenteilung, mehr Transparenz und Integrität sowie eine Frauenquote in die FIFA-Statuten implementiert. Und Infantino ist zuzutrauen, dass ihm absolut bewusst ist, wie nötig diese Veränderungen sind. An der Runderneuerung geht einfach kein Weg mehr vorbei.

WAS SIND DIE NÄCHSTEN SCHRITTE?

Die Statutenänderungen treten 60 Tage nach der Wahl in Kraft, die 209 Verbände sollen in den kommenden Jahren nachziehen, bestenfalls bis 2018. Im Mai findet in Mexiko der nächste FIFA-Kongress statt. Dann sieht die Organisationsstruktur des Weltverbands schon ganz anders aus.

WAS IST MIT DEM WELTMEISTERSCHAFTEN 2018 UND KATAR 2022?

An den heftig kritisierten Endrunden ändert sich auch unter Infantino erst einmal nichts. Nur die Justizbehörden könnten mit neuen Erkenntnissen dafür sorgen, dass die WM-Gastgeber ernsthaft infrage gestellt werden. Aber: Bis 2018 ist es nicht mehr lange hin, und Katar würde die FIFA im Fall eines Entzugs mit Milliardenklagen überhäufen. Prognose: In Russland und am Persischen Golf wird der Ball rollen.

WAS MACHT DENN DIE UEFA - OHNE PRÄSIDENTEN UND GENERAL?

Der Europa-Verband ist eine Woche führungslos. Den neuen Generalsekretär wird am Freitag (4. März) das UEFA-Exekutivkomitee bestimmen, der eigentlich dafür zuständige Präsident Platini ist ja gesperrt. Ein neuer Boss soll erst gewählt werden, wenn der Rechtsstreit des Franzosen, der vor den internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen wird, endgültig geklärt wird. Zum UEFA-Kongress Anfang Mai wird die Zeit deshalb ganz schön knapp. Spätestens zum Anpfiff der EURO 2016 (10. Juni bis 10. Juli) wird es aber einen neuen UEFA-Boss geben - oder der alte kommt rehabilitiert zurück.

© 2016 SID

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichtenticker
EC Hannover Indians siegt gegen Ice Fighters Leipzig

Auch ohne den erkrankten Coach Fred Carroll kam der EC Hannover Indians auf heimischem Eis zu einem 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)-Sieg gegen die Ice Fighters Leipzig.

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
19. September 2016 - Norbert Fettback in HAZ-Laufpass

Die Unterschiede hätten nicht größer sein können. Am Freitagabend waren Tausende von Läufern durch die Innenstadt von Hannover gerannt, beklatscht wiederum von Tausenden, die die Strecken säumten – mit der mondänen Oper als Fixpunkt.

mehr