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Klopp greift nach dem Cup: Liverpool nach magischer Nacht im Finale

Fußball Klopp greift nach dem Cup: Liverpool nach magischer Nacht im Finale

Jürgen Klopp hat den spanischen Durchmarsch verhindert und steht mit dem FC Liverpool nur sieben Monate nach seinem Amtsantritt vor seinem ersten Europapokalsieg.

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Klopp greift nach dem Cup: Liverpool nach magischer Nacht im Finale

Quelle: Von Thomas NOWAG und Philipp SADZIK / SID-IMAGES

Liverpool. Gegen den zähen und giftigen FC Villarreal zogen der deutsche Teammanager und die Reds in einer weiteren magischen Nacht an der Anfield Road mit einem 3:0 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel ins Endspiel ein. Das Hinspiel hatte Liverpool in Spanien 0:1 verloren.

"Ich empfinde riesige Glücksgefühle. Ich bin stolz, was die Jungs abgebrannt haben", sagte Klopp bei Sport1: "Wir haben das heutige Spiel nach dem Hinspiel als zweite Halbzeit empfunden." Weiter sprach er von einem "wunderbaren Abend" und lobte ein brillantes Spiel seiner Mannschaft. "Was für eine Leistung", sagte Klopp, der nach dem Schlusspfiff mit einem breiten Lachen auf dem Gesicht auf den Rasen lief, seine Spieler lange umarmte und dann vor jeder der vier Tribünen mit den Fans jubelte. "Jürgen muss man einfach lieben", twitterte Englands Fußball-Ikone Gary Lineker.

Finalgegner am 18. Mai in Basel sind die Europa-League-Experten vom FC Sevilla, Sieger der vergangenen beiden Jahre. Es geht um einen Platz in der Champions League. Liverpool ist in dieser Saison der einzige nicht-spanische Verein in einem Europacup-Finale ? dank eines Eigentores von Bruno (7.) und der unglaublich laut umjubelten Treffer von Daniel Sturridge (64.) und Adam Lallana (81.). Villarreals Victor Ruiz sah in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte (71.).

"In der Kabine war die Stimmung natürlich sehr, sehr gut. Es war kein einfaches Spiel, aber dank der Fans haben wir es geschafft", sagte Liverpools deutscher Nationalspieler Emre Can und freute sich bereits auf das Endspiel. Klopps Final-Bilanz ist indes ausbaufähig: Dem DFB-Pokal-Sieg gegen Bayern München 2012 folgten Niederlagen im Champions-League-Finale 2013 und weiteren zwei Pokal-Endspielen.

Klopp hatte am Mittwoch erneut den Mythos Anfield beschworen, der drei Wochen zuvor Borussia Dortmund gelähmt hatte. Die Fans gehorchten: Das Warmsingen im sonnigen Beatles-Viertel an der Liverpooler Waterfront begann schon am frühen Nachmittag, und der beißende Geruch Dutzender bengalischer Feuer lag in der Luft, als der Bus der Reds sich unter Schlachtgesängen seinen Weg durch die engen Gassen hinter der Centenary-Tribüne bahnte. Vor allem auf dem legendären Kop brodelte es, beim 1:0 war die Stimmung bereits auf dem Niveau des wundersamen 4:3 gegen den BVB im Viertelfinale.

Das verlieh der Mannschaft Flügel, auch Can, der nach auskurierter Knöchelverletzung auf seine Position links vor der Viererkette zurückgekehrt war. Eine Minute nach einer Großchance von Villarreals Mario (5.) spielte Can den Ball auf die rechte Seite hinaus und leitete damit den Führungstreffer ein. Sekunden später bedrängte Daniel Sturridge am Fünfmeterraum den Verteidiger Bruno so vehement, dass dieser den Ball ins eigene Tor spitzelte.

Das Spiel war außergewöhnlich intensiv, Villarreal reagierte auf den Liverpooler Sturmlauf mit Konterfußball und vor allem: Härte. Beide Seiten zogen in jedem Zweikampf gnadenlos durch, Klopp feierte an der Seitenlinie in weißer Trainingsjacke jedes Tackling, als wäre das 2:0 gefallen. Zudem lieferte er sich in der kleinen Coaching-Zone Diskussionen mit Villarreals Trainer Marcelino, der vierte Offizielle musste dazwischengehen.

Die Halbzeitpause war nur eine kurze Abkühlung, es ging weiter hitzig zur Sache - mit Vorteilen für Liverpool, das zuletzt 2007 in einem Europacup-Finale (Champions League) stand. Jede Minute flogen nun die Fernschüsse auf das Tor der Spanier, Schlussmann Alphonse Areola bekam allerhand zu tun, während sein Trainer verzweifelt die Arme in die Luft warf. Die Präzision allerdings fehlte im Liverpooler Offensivspiel nun, dafür stand die Abwehr bei den wenigen Entlastungsangriffen sicher.

Fast schien es, als hätten die Reds in den ersten 50, 55 Minuten überdreht. Doch das täuschte. Sturridge, auf den Klopp im Hinspiel überraschend verzichtet hatte, schob aus kurzer Distanz ein und brachte Anfield zur Explosion. Villarreal änderte für die Schlussphase sein Spiel radikal und riskierte alles, um das nötige Auswärtstor zu erzielen. Liverpools dritter Treffer sorgte jedoch für die Entscheidung. In den letzten Minuten feierten die Fans sich selbst - und immer wieder auch Jürgen Klopp.

© 2016 SID

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