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Koch: DFB könnte Gemeinnützigkeitsverlust "nicht aus Portokasse" bezahlen

Fußball Koch: DFB könnte Gemeinnützigkeitsverlust "nicht aus Portokasse" bezahlen

Die Auswirkungen der WM-Affäre auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben Interimspräsident Rainer Koch (Poing) auch über Weihnachten Sorgen bereitet. "Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar", erklärte Koch an den Festtagen im mehrteiligen Video-Interview "Gedanken 2015" auf der DFB-Internetseite dfb.

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Koch: DFB könnte Gemeinnützigkeitsverlust "nicht aus Portokasse" bezahlen

Quelle: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto/SID-IMAGES

Frankfurt/Main. de: "Höchstwahrscheinlich werden wir mit Steuernachforderungen konfrontiert und müssen alles tun, hoffentlich nicht noch die Gemeinnützigkeit für bestimmte Zeiträume zu verlieren, denn ohne bedrohen den DFB erhebliche Zahlungsforderungen, die man nicht aus der Portokasse bezahlen kann."

Der Skandal um eine ungeklärte Zahlung von 6,7 Millionen Euro des Organisationskomitees für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland aus dem Jahr 2005 an den Weltverband FIFA und die weiterhin nicht bekannten Hintergründe halten den DFB seit Oktober in Atem. Als Konsequenz aus der Affäre trat Wolfgang Niersbach im November als Verbandschef zurück. Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt Ermittlungen gegen Niersbach, seinen Vorgänger Theo Zwanziger und den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt wegen Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall eingeleitet.

Wegen der wahrheitswidrigen Angabe der Zahlung als Beitrag zum Kulturprogramm für die FIFA in der DFB-Steuererklärung für 2006 muss der Verband die nachträgliche Aberkennung seiner Gemeinnützigkeit befürchten. In diesem Fall kämen Millionen-Ansprüche des Fiskus auf den DFB zu.

Über die finanziellen Folgen hinaus belastet die Affäre nach Kochs Einschätzung "den ganzen Fußball. An erster Stelle die vielen Führungskräfte in den Vereinen. Alle leiden ein wenig mit darunter". Als Grund dafür nannte Koch, der den DFB seit Niersbachs Demission zusammen mit Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball interimsweise führt, die allgemein gewachsene Skepsis gegenüber Funktionären aus deutschen wie internationalen Dachverbänden: "Alle werden in einen Topf geworfen."

Sportlich bewertete Koch das ausklingende Jahr nach Deutschlands WM-Triumph 2014 als "nicht herausragend gutes, aber gut". Die Nationalmannschaft dürfe sich nach der "am Ende klaren" Qualifikation für die EM-Endrunde 2016 in Frankreich "nicht auf den Lorbeeren von Maracana ausruhen". Durch den Sprung sowohl der U21-Nationalelf als auch der DFB-Frauen zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro seien außerdem "zwei ganz wichtige Ziele" erreicht worden.

Für die Neubesetzung des Präsidenten-Amtes geht Koch nach der umstrittenen Nominierung von DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel durch die 21 Landesverbände als Kandidat der Amateure von einer Einigung mit den Profi-Vertretern aus der Deutschen Fußball Liga (DFL) aus. "Es bestand die Gefahr, dass die notwendigen Sachdebatten durch die eingetretene Personaldebatte überlagert werden. Es war Zeit, die Personaldebatte zu Ende zu bringen", rechtfertigte der als Erster Vizepräsident auch für die Amateure zuständige Jurist den Vorstoß der Landesfürsten: "Ich bin aber sehr optimistisch. Der DFB-Bundestag 2016 wird wieder ein Signal der Einigkeit aussenden."

© 2015 SID

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