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Labbadia wie Don Quijote: Einsamer Kampf des Retters

Fußball Labbadia wie Don Quijote: Einsamer Kampf des Retters

Bruno Labbadia wirkt dieser Tage ein bisschen wie Don Quijote. Während an der Elbe schon eifrig über einen möglichen Nachfolger debattiert wird, kämpft der Trainer des Hamburger SV um seinen Job - ein einsamer Kampf gegen die Windmühlen des Geschäfts.

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Labbadia wie Don Quijote: Einsamer Kampf des Retters

Quelle: Von Christoph STUKENBROCK und Marie-Theres SCHWABE / PIXATHLON/SID-IMAGES

Hamburg. Das Heimspiel gegen Bayern München am Samstag ist womöglich Labbadias letzte Bewährungschance.

"Ich bin komplett bei mir selbst und kümmere mich um die Sachen, die ich beeinflussen kann", sagte Labbadia am Donnerstag. Der 50-Jährige gab sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem 0:1 bei Aufsteiger SC Freiburg, der dritten Niederlage hintereinander, souverän und ließ die bohrenden Fragen zur fehlenden Unterstützung von Klubboss Dietmar Beiersdorfer an sich abprallen.

"Es gehört in diesem Geschäft dazu, dass man das Gefühlsleben ein Stück weit außen vor lässt", sagte Labbadia, "ich freue mich auf das Spiel." Doch die nackten Fakten bürden ihm großen Druck auf. Ein Punkt aus vier Partien, Relegationsrang 16 - und mit Beiersdorfer ein Klubchef, der seinen wichtigsten Angestellten seit Tagen öffentlich zappeln lässt.

"Als ich kam, konnte es nur ein Mann richten", erinnerte sich Labbadia: "Daran hat sich nichts geändert." Mit dem feinen Unterschied, dass er bei der Last-Minute-Rettung in der Relegation vor 17 Monaten mit Sportchef Peter Knäbel einen Fürsprecher an seiner Seite hatte. Von Beiersdorfer lässt sich das zurzeit nicht behaupten.

Und so rückt in der nächsten schweren Krise immer mehr auch der Vorstandsboss in den Fokus. Der 52-Jährige gab zuletzt in der Diskussion um seinen Trainer ein bescheidenes Bild ab. Drei Trainer und zwei Sportchefs hat der HSV-Chef seit zwei Jahren bereits verschlissen - jetzt lässt er klare Kante vermissen.

Dabei befindet sich Beiersdorfer offenbar schon auf der Suche nach einem neuen Trainer. Nach übereinstimmenden Berichten des kicker und der Hamburger Morgenpost soll Julian Nagelsmann, Coach von Liga-Konkurrent 1899 Hoffenheim, der Wunschkandidat für die Labbadia-Nachfolge sein. "Diese Spekulationen sind absurd. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln und werde mich dazu auch nicht weiter äußern", sagte Nagelsmann.

Neben Nagelsmann werden an der Elbe die zurzeit vereinslosen Markus Gisdol, André Breitenreiter und André Villas-Boas, den Beiersdorfer 2014 nach St. Petersburg lotste, als mögliche Trainer-Kandidaten gehandelt.

Am Donnerstag trafen sich die Klub-Spitzen unterdessen mit HSV-Investor Klaus-Michael-Kühne, der nach seiner erneuten Finanzspritze und Transferausgaben von 33 Millionen Euro im Sommer mit den Europacup-Plätzen geliebäugelt hatte. "Das Treffen ist seit rund vier Monaten vereinbart. Anlass ist nicht die Trainer-Situation. Wir treffen uns regelmäßig alle acht bis zehn Wochen", sagte Beiersdorfer der Bild-Zeitung.

Labbadia war nicht eingeladen. "Mein Terminkalender ist voll genug", sagte der Trainer: "Ich wünsche Herrn Kühne, dass er Hamburg genießt, es ist eine tolle Stadt."

© 2016 SID

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