Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Nach "Russ-Schock": Eintracht droht fünfter Abstieg

Fußball Nach "Russ-Schock": Eintracht droht fünfter Abstieg

Mehr Drama um den tragischen Helden geht kaum: Nach dem "Russ-Schock" droht Eintracht Frankfurt der fünfte Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Im Relegations-Hinspiel kamen die Hessen gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus - auch weil Kapitän Marco Russ einen Tag nach der niederschmetternden Tumor-Diagnose ins eigene Tor traf (43.).

Voriger Artikel
Niederlande: Twente Enschede kämpft gegen Zwangsabstieg
Nächster Artikel
Löw über Götze: "Manchmal kann ein Wechsel weitere Kräfte frei setzen"

Nach "Russ-Schock": Eintracht droht fünfter Abstieg

Quelle: Von Alexander SARTER und Nicolas REIMER / pixathlon/SID-IMAGES

Frankfurt/Main. "Kein Vorwurf an ihn. Das kann passieren", sagte Trainer Niko Kovac: "Wir haben über 90 Minuten diktiert - dann ist so ein dummes Tor nach einem Standard einfach ärgerlich."

Der Serbe Mijat Ga?inovi? (65.) sorgte mit seinem Tor zwar für Hoffnung bei der Eintracht - dennoch reicht den Nürnbergern im Rückspiel, für das Russ wegen einer Gelben Karte gesperrt ist, ein torloses Unentschieden.

"Das war ein Schock für uns alle. Daran sieht man, dass die Gesundheit alles ist im Leben", sagte Frankfurts zurückgekehrter Torjäger Alexander Meier mit Blick auf Teamkollegen Russ in der ARD. Zu den Aussichten auf den Klassenerhalt meinte er: "Wir haben das Spiel dominiert und müssen im Rückspiel daran anknüpfen." Nürnbergs Trainer René Weiler war zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf: "Mit dem Unentschieden können wir leben. Wir wissen, woher wir kommen und was der Gegner kann. Defensiv haben wir es sehr gut gemacht. Mit eiserner Disziplin."

Für die Eintracht geht es darum, den ersten Abstieg seit 2011 zu verhindern. Nürnberg will nach zwei Jahren Abstinenz zurück in die Eliteklasse, es wäre der achte Aufstieg der Franken. Eine Serie wird in jedem Fall reißen: Beide Klubs mussten jeweils zweimal in die Relegation und konnten sich beide Male durchsetzen.

Russ (30) stand wie angekündigt in der Startelf der Frankfurter. "Marco ist ein stabiler Junge. Wir waren selbst überrascht, wie er das aufgenommen hat. Er hat sofort gesagt, dass er spielen will", sagte Trainer Niko Kovac bei Sky. Torjäger Meier (33), der zehn Wochen wegen einer Knieverletzung gefehlt hatte, überließ seinem "Vize" Russ die Spielführer-Binde.

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena machten die Gastgeber in der Anfangsphase mächtig Druck. Auch die abgebrannte Pyrotechnik in beiden Fanblöcken (die Eintracht ist "Wiederholungstäter") vernebelte den Frankfurten nicht den Blick in der Offensive. Stefan Aigner hatte die erste gute Chance (7.).

Erst nach 20 Minuten befreite sich der Club ein wenig. Immerhin war es den Franken gelungen, die erste Drangphase der Eintracht ohne Gegentor zu überstehen. Eine richtig hochkarätige Gelegenheit konnten die Hessen auch nach einer halben Stunde nicht verbuchen. Im Anschluss hatten die Nürnberger in einigen Szenen Glück, dass es keinen Elfmeter gegen sie gab.

Kurz vor der Pause dann das große Pech für Russ, von dessen Fuß der Ball ins Tor prallte. "Das ist mit das Schlimmste, was ihm passieren konnte", kommentierte Eintracht-Präsident Peter Fischer Russ' Missgeschick zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel brachte die Eintracht zunächst kaum etwas in der Offensive zustande - und Russ sah nach einem Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte (56.). Von Meier war auch nach über einer Stunde so gut wie nichts zu sehen. Ga?inovi? machte es besser, Meier musste nach 70 Minuten raus.

Am Mittwoch war als Folge einer eigentlich positiven Dopingprobe bekannt geworden, dass bei Russ eine schwere Tumorerkrankung diagnostiziert wurde. Die Eintracht war von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) zuvor über den positiven Test informiert worden, daraufhin wurde Russ von einem urologischen Facharzt untersucht. Der Befund wurde durch Blutuntersuchungen bestätigt.

Nach den Vorgaben des Anti-Doping-Gesetzes nahm die Frankfurter Staatsanwaltschaft noch am Mittwoch Ermittlungen auf und durchsuchte die Wohnung sowie das Zimmer des Eintracht-Profis im Hotel, in dem die Eintracht vor dem Relegationsspiel übernachtet hatte.

Zum Zeitpunkt der Durchsuchung habe noch kein ärztliches Gutachten mit der Diagnose vorgelegen, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem SID. Dennoch schimpfte Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ("Es ist ungeheuerlich, dass der Staatsanwalt eine Durchsuchung anordnet") über diese Vorgehensweise.

© 2016 SID

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichtenticker
Recken besiegen HSC 2000 Coburg

Die TSV Hannover-Burgdorf bleibt sich treu in der Handball-Bundesliga. Starken Auftritten folgen Zitterpartien, und so wurde es am Sonntag gegen den HSC 2000 Coburg nichts mit dem allseits erwarteten klaren „Recken“ -Erfolg.

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
2. Dezember 2016 - Frerk Schenker in HAZ-Laufpass

Gesamtwertung Frauen Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf 1. Mewes Gwendolyn 1984 LAC Langenhagen 708 30 2. Krause Mandy 1987 Post SV Lehrte 511 28 3. Lyda Hannelore 1958 LAC Langenhagen 458 29 4. Meyer Kathrin 1980 Garbsener SC 264 22 5. Grohmann Nadine 1985 Allegretto Hannover [...]

mehr